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Dorn von Thilo Corzilius

Rezension von Christel Scheja

 

Der 1986 in Dortmund geborene Autor Thilo Corzilius ist eigentlich eher für seine Urban-Fantasy-Romane bekannt, in denen er Magie und geheimnisvolle Wesen und Orte mit unserer ganz normalen Welt verbindet. Nun präsentiert er in „Dorn“ seinen ersten High-Fantasy-Roman, der nicht als Auftragsarbeit einmalig aus dem Boden gestampft wurde, sondern durchaus auf Ideen aus der Jugend des Autors fußt.

 

Markgraf Deckard von Falkenberg mag vielen eher wie ein untypischer Adliger erscheinen. Er ist nicht an Machterwerb und hoher Politik interessiert, ihm ist es wichtiger, dass es den Menschen in seinem Land gut geht und er gerade mit denen in seinem Umfeld gut aus kommt. Zudem tritt er jedem offen gegenüber, egal ob er fremd oder einheimisch ist, von hohem oder von niederem Stand.

Sein Leben wird an einem Tag auf den Kopf gestellt, an dem gleich drei Fremde seine Burg beehren. Der erste ist ein Herold, der den Tod des Königs verkündet und ihn auffordert, sich mit den anderen Fürsten in der Hauptstadt zu versammeln, um einen neuen Herrscher aus ihrer Mitte zu bestimmen. Der zweite ist eine junge Frau namens Lia, die um Asyl bittet. Deckard gewährt sie ihr, auch wenn er schnell erkennt, dass sie kein Mensch ist.

Zuletzt taucht auch noch ein Assassine auf, der auf der Suche nach einer bestimmten Person ist, die ein geheimnisvolles Artefakt gestohlen haben soll.

Bevor er sich aber um alles kümmern kann, muss sich Deckard in die Hauptstadt begeben und sich dem Rat der Adligen stellen. Ehe er sich versieht, steht er im Mittelpunkt der Ereignisse, denn ihm wird nur nicht die Verwaltung des Reiches angetragen, plötzlich gilt er auch noch als Mörder und muss aus seiner eigenen Heimat fliehen, denn die Beweise für seine Unschuld kann er nicht mehr dort finden, wo die Intrigen seines Gegenspielers längst Fuß gefasst haben.

 

Elben und Menschen, Magie und Intrigen – die High Fantasy ist voll von solchen Geschichten, in denen es meistens um die Rettung der Welt geht. Thilo Corzilius nutzt natürlich auch viele dieser Elemente, aber er interpretiert sie erfrischend anders. Das beginnt schon bei seinem Helden, der eher unwillig in den Mittelpunkt der politischen Bühne geschoben wird, weil ihm das einfach nicht so wichtig ist, der eher in Frieden leben als das Land seiner Väter erweitern möchte. Auch während des Abenteuers bewahrt er diese Einstellung, auch wenn er natürlich das tut, was er muss.

Auch die fast unsterblichen Elben sind keine hehren Lichtgestalten, denn sowohl Lia als auch ihr Bruder verhalten sich ganz anders, als man es von ihrer Art gewohnt ist und nicht anders sieht das bei weiteren Nebenfiguren aus.

Die Handlung wird spannend und abwechslungsreich erzählt, der Autor löst seine Konflikte und Probleme allerdings nur dann mit Waffengewalt, wenn es notwendig ist, in erster Linie setzen seine Helden Verstand und ihre Redegewandtheit ein. Auch verläuft die Queste nicht ganz so, wie man es erwartet, denn auch hier bricht der Autor gerne mit den Gepflogenheiten des Genres.

Heraus kommt eine schön gestaltete Geschichte, bei der man merkt, wie viele Gedanken sich der Autor über seine Welt gemacht hat, ohne alle Details auf Biegen und Brechen einbringen zu müssen. Die Handlung ist zwar nicht übermäßig actionreich, bezieht aber Spannung aus dem Verhalten der Helden und den Geheimnissen, die nach und nach ans Licht kommen.

 

„Dorn“ wendet sich letztendlich an die Leser, die immer auf der Suche nach den etwas anderen Geschichten sind, die mit den Konventionen, Klischees und Archetypen der Fantasy spielen, dabei aber dennoch nicht das Abenteuer außer Acht lassen. Nur Action sollte man nicht erwarten – dazu verhalten sich Helden und Schurken vielfach zu intelligent.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Dorn

Autor: Thilo Corzilius

Tasvhenbuch, 414 Seiten

Piper, Januar 2014

Titelbild: Rene Aigner

 

ISBN-10: 3492269427

ISBN-13: 978-3492269421

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B00CXTY34A

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 20.09.2014, zuletzt aktualisiert: 18.01.2021 19:37