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Du bist dran! von Charles Benoit

Rezension von Christel Scheja

 

Trotz seines eher französisch klingen den Namens ist Charles Benoit Amerikaner und lebt mit seiner Frau im Staat New York. Er hat früher als Highschool-Lehrer gearbeitet, hat dann aber zum Werbetexter und Producer in einer Agentur und Radiomoderator umgesattelt und schreibt nebenher. „Du bist dran“ ist sein erstes Jugendbuch.

 

Kyle Chase ist ein ganz normaler fünfzehnjähriger Highschool-Schüler und unterscheidet sich in nichts vom Durchschnitt seiner Klasse. Er hat mit seinen Hormonen zu kämpfen wie die anderen und in ein Mädchen verliebt, dass er aber irgendwie nicht anzusprechen wagt, hält die Lehrer für Nervensägen und könnte in der Schule besser sein, wenn er nicht immer so faul wäre. Die Zukunft ist ihm ziemlich egal, und was zählt ist die Gegenwart, egal was seine Eltern und der Rest der Erwachsenen sagen mögen, die ihn immer wieder dazu ermuntern, doch endlich selbstständig zu werden. Als ob ein Job, mit dem er sich ein paar Kröten dazu verdient wirklich etwas an ihm und seiner Einstellung ändern würde.

Zudem kann er sich nicht zügeln, wenn ihn einer beleidigt und schlägt schon einmal zu, so dass er auch da immer wieder ermahnt wird.

Einzig in Zack scheint er einen wahren Freund gefunden zu haben. Der redet ihm nach dem Mund und ermuntert Chase einfach den Weg weiter zu gehen, den er begonnen hat. Ja, er bringt ihn sogar auf dumme Ideen.

Viel zu spät merkt Chase, dass sein bester Freund eher das Schlimmste ist, was ihm passieren konnte, denn ausgerechnet Zack ist ein Psychopath der schlimmsten Sorte.

 

Charles Benoit erzählt nicht unbedingt eine neue Geschichte, denn der bösartige und teuflische Verführer in Menschengestalt ist ein klassisches Thema der Horrorliteratur, der auch in geschichten für Erwachsene immer wieder gerne verwendet wird. Der Autor überträgt es nur in ein zeitgemäßes Bild, dass auch weniger belesene Jugendliche heute verstehen können. Indem er aus der zweiten Person schreibt, bezieht er den Leser mit ein, spricht ihn direkt an und fordert ihn auf, über das, was der Protagonist erlebt, nachzudenken.

Daher nimmt er sich auch viel Zeit, Chase in seinem ganz normalen Umfeld zu zeigen, seine Wünsche und Hoffnungen herauszuarbeiten, aber auch seine Unzulänglichkeiten.

Erfahrene Leser merken sehr schnell, wo und wann Zack dann ansetzt, um sich sein neues Opfer zu schnappen und in eine ausweglose Situation zu manövrieren. Sie durchschauen natürlich auch die Art der Manipulation.

Doch Teenager, die im selben Alter wie der Protagonist sind, werden sich schnell in seine Gedanken einfühlen können und selbst die Erfahrung durchmachen, wie hinterhältig „Freunde“ schon einmal sein können.

Alles in allem bezieht das Buch seine Spannung vor allem aus diesen Elementen, weniger aus der Dramatik oder besonderen Umständen, die nicht ganz alltäglich sind. Hier merkt man, dass der Autor das Umfeld auch selbst kennt, denn die Schilderung des Schülerlebens ist sehr lebensnah und realistisch gehalten.

 

Das macht „Du bist dran“ zu einem intensiven und berührenden Buch, wenn man im gleichen Alter und einer ähnlichen Lage ist wie Chase. Es spricht vor allem Jungen an, da es aus einer sehr männlichen Sicht geschrieben ist, was auch sehr selten vorkommt und daher doppelt interessant.

 

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Du bist dran!

Autor: Charles Benoit

gebunden, 215 Seiten

cbt, erschienen August 2011

Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Mareike Weber

Titelbildgestaltung von Zeichenpool, München

ISBN-10: 3570161234

ISBN-13: 978-3570161234

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.08.2011, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06