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Dunkle Glut von Laurell K. Hamilton

Reihe: Anita Blake Band 7

Rezension von Carina Schöning

 

„Dunkle Glut“ ist mittlerweile der siebte Roman aus dem „Anita Blake“ Zyklus von Laurell K. Hamilton. In den USA ist vor kurzem der 15. Roman erschienen und ein Ende der Geschichte rund um die charismatische Vampirjägerin und ihre gefährlichen Liebschaften ist noch lange nicht in Sicht...

 

Nach den Ereignissen in den Vorgängerromanen ist es nicht still um die junge Vampirjägerin und Totenerweckerin geworden. Nachdem Anita mit ihrem Geliebten Jean-Claude den sehr alten und mächtigen Vampir Mr. Oliver getötet hatte, kommt nun der hohe Rat der Vampire nach St. Louis und fordert, dass Jean-Claude den Platz des Erdbewegers einnehmen soll. Für Jean-Claude würde das den sicheren Tod bedeuten, denn jeder kann ein Ratsmitglied zum Duell herausfordern und durch Tod den Platz des Anderen übernehmen. So sind die Traditionen, unverändert und beständig. Obwohl Jean-Claudes Kräfte durch das magische Triumvirat mit Anita und dem Werwolf Richard stark gestiegen sind und er einer der wenigen Meistervampire ist, fühlt er sich nicht stark genug dafür. Er versucht mit den Gesandten des Rates zu sprechen und zu verhandeln, ganz wie es die alten Traditionen verlangen. Dazu gehört sein früherer Freund und jetziger Erzfeind Asher, der geheimnisvolle Wanderer, der Gotteskrieger Warrick, Padma und sein Sohn Fernando sowie die perverse Yvette. Gemeinsamen versuchen sie Jean-Claude und Anita zu betrafen und quälen, indem sie allerlei Untertanen und Freunde der beiden foltern und vergewaltigen.

 

Anita übernimmt dabei als Lupa Verantwortung für das Rudel der Werwölfe. Nach der Trennung von ihrem ehemaligen Verlobten Richard, ist dieser am Boden zerstört und fühlt sich nicht mehr fähig die Werwölfe zu führen. Bevor es zu Dominanzkämpfen innerhalb des Rudels kommt, entschließt sich Anita kurzerhand die Verantwortung zu übernehmen und die Interessen von Richard zu Vertreten.

Hinzu kommt das sie das Gleiche auch bei den Werleoparden machen muss. Nach dem Tod von Gabriel ist die Gruppe schutzlos den Anderen ausgeliefert. Auch hier übernimmt Anita aufopferungsvoll die Führerrolle und verteidigt die Werleoparden mit ihrem Leben.

 

Zusätzlich dazu arbeitet Anita tagsüber als Totenerweckerin bei Animation Inc. und als Beraterin einer Sonderkommission der Polizei, die sich mit übernatürlichen Fällen und Metamenschen befasst.

Zurzeit passieren ungewöhnliche Zufälle in St. Louis. Eine Frau wird in einer Vampir-Bar angegriffen und ein Pyromane ist in der Stadt aufgetaucht und setzt mittels Gedankenkraft wahllos Häuser in Brand. Anita vermutet, dass das alles mit dem Eintreffen des Rates der Vampire sowie dem neuen Gesetzesentwurf zur Legalisierung zu tun hat. Einige radikale Gruppen wollen nicht, dass Geschöpfe wie Vampire, Hexen und Werwölfe einen legalen Status in der Gesellschaft haben. Plötzlich fängt aber die Kirche des ewigen Lebens an zu brennen und Menschen wie auch Vampire sind in Gefahr…

 

„Dunkle Glut“ ist wie auch die anderen Romane der Reihe eine bunte Mischung aus Fantasy-, Horror-, Mystery- und Thriller-Elementen und einem guten Schuss Romanze und Erotik. Die Handlung hat eigentlich keine Hänger und bleibt durchwegs spannend und interssant. Die Titelheldin ist recht ambivalent gestaltet und wirkt dadurch besonders sympathisch und realistisch. Anita ist mal zynisch-abgehärtet, mal naiv-gutgläubig. Vieles kommentiert sie mit einem ironischen Spruch und ist trotz dem harten Auftreten doch manchmal einfach nur ganz „Mädchen“, wie man an ihrer Vorliebe für Plüschpinguine und romantische Schaumbäder zu zweit erkennen kann.

Im Gegensatz zu den früheren Romanen entwickelt sie sich aber immer mehr Richtung „Unmensch“. Ihre Grundsätze von früher bröckeln und sie lässt Sachen zu, die sie früher absolut abgelehnt hätte z.B. Beziehung und Sex mit einem Vampir. Dafür muss sie auch reichlich Kritik einstecken und die Beziehung zu den Polizeimitarbeitern verschlechtert sich zusehends, da keiner genau weiß auf welche Seite sie jetzt nun eigentlich steht? Ihre Macht wächst immer mehr und sie gelangt nach und nach auf eine Stufe mit dem Meistervampir Jean-Claude und dem Werwolfführer Richard.

Auch die anderen Figuren sind interessant ausgearbeitet und agieren nachvollziehbar. Sogar die „Bösen“ sind liebevoll gestaltet und erwecken so manches Mal Mitleid und Sympathie.

Positiv ist auch, dass die Autorin nicht nur reine Action darreicht sondern auch zwischenmenschliche und soziale Konflikte thematisiert. Im Moment werden die Metamenschen nur geduldet. Wenn sie aber zu legalen Staatsbürgern werden, haben sie die gleichen Rechte und Pflichten wie auch die normalen Menschen – was nicht nur Vorteile mit sich bringt, sondern auch Verantwortung für sich und Andere voraussetzt.

Negativ an dem Roman ist der hohe Grad an Gewalt. Das ein Vampirroman nicht ohne auskommen kann, ist klar. Hier aber wird etwas übertrieben. Massenvergewaltigungen und Folter sind an der Tagesordnung und werden genaustens beschrieben. Zartbesaitete Leser dürfte dies vielleicht erschrecken.

Auch die Übersetzung ist vom Verlag nicht gerade sorgfältig durchgeführt worden und schmälert den positiven Eindruck zusehends. Mal wird aus Louie - Louis oder aus Raina – Raine, dann sind einzelne Wörter im Satz vertauscht oder aber falsch geschrieben. Das dürfte bei einem großen Verlag wie Bastei Lübbe eigentlich nicht vorkommen.

 

Insgesamt ist „Dunkle Glut“ ein sehr spannender und actionreicher Vampir-Roman, der auch Humor und Tiefgang vorweisen kann. Fans der Vorgängerromane können bedenkenlos zugreifen und auch Freunde der Fernsehserie „Buffy“ oder „Angel“ werden mit der toughen Heldin Anita Blake ihren Spass haben.

 

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Dunkle Glut

Reihe: Anita Blake Band 7

Autor: Laurell K. Hamilton

Bastei-Lübbe, September 2007

broschiert, 554 Seiten

ISBN 978-3-404-15756-3

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.09.2007, zuletzt aktualisiert: 31.05.2019 18:27