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EarthCore von Scott Sigler

Rezension von Christian Endres

 

Als in den Wah-Wah-Mountains in Utah ein gigantisches Platinvorkommen gefunden wird, das jeder Beschreibung spottet, ist für Connell Kirkland klar: Er muss diese Quelle unterirdischen Reichtums für seine Firma EarthCore sichern. Hier geht es nicht um ein bisschen Erz oder Silber oder ein paar läppische Millionen - die gefundene Menge des für die Zukunft der Industriewelt immer wichtigeren Rohstoffs aus den Gebeinen der Erde garantiert Milliarden. Also sichern Connell und seine Untergebenen das Gebiet rund um die bergige Fundstelle mit militärischer Präzision und machen sich mit der bestmöglichen Ausrüstung und den bestqualifiziertesten Mitarbeitern daran, tiefer in die Erde zu bohren, als je ein Unternehmen vor ihnen. Allerdings finden sie nicht nur den erhofften unermesslichen Reichtum im Inneren des von den Indianern als verflucht bezeichneten Berges - sie finden auch etwas unsagbar Fremdes und Tödliches, das allen schimmernden Reichtum schnell vergessen lässt ...

 

Bereits 2001 wurde »EarthCore« in den USA als eBook veröffentlicht und schlug sich ziemlich gut. Die angedachte Print-Version kam durch die Anschläge des 11. Septembers allerdings nie zustande, und so musste sich Sigler etwas anderes einfallen lassen, um seinen technikversierten Science Fiction/Horror-Thriller unters Volk zu bringen. Er entschied sich für eine kostenlose Veröffentlichung als Podcast im Internet - und hatte mit dem »ersten Podcast-Roman der Welt« auf Anhieb großen Erfolg: 2005 hatte seine Ausstrahlung von »EarthCore« irgendwann über 10.000 feste Zuhörer. Doch auch als dieser technisierte Erfolg ihm große Aufmerksamkeit und letztlich einen Verlagsvertrag bescherte, veröffentlichte er seine neuen Romane bis heute zunächst stets als Podcast, ehe sie auch als gedruckte Variante erscheinen und dort ebenfalls sehr erfolgreich sind. Nun hat es der erste Roman von Sigler endlich auch nach Deutschland geschafft und direkt ein schönes Otherworld-Hardcover spendiert bekommen, während »Infiziert« im Herbst als Taschenbuch bei Heyne erscheinen wird.

 

Mit acht Jahren schrieb Sigler seine erste Tentakel-Monstergeschichte - die ihn bis heute anscheinend nicht losgelassen hat. Inhaltlich verarbeitet Sigler mit seinem furiosen Romandurchbruch diverse Einflüsse und Motive, von Alan Dean Foster über Jules Verne bis hin zu Stephen King und dem großen H. P. Lovecraft. Forschungen und gewissermaßen Ausgrabungen, Untergegangene Kulturen aus dem All, intelligente Roboter, Tentakelwesen - das abgedeckte Spektrum der unter Tage bemühten Themen ist breit und angenehm vielseitig und bietet einen wichtigen Kontrast zu Siglers gelungenem Spiel mit den Stereo- und Archetypen seines Hauptfiguren-Ensembles, das drei Meilen unter der Erde ums blanke Überleben kämpft.

 

Im ersten Moment stutzt man natürlich, wenn Sigler die Karten auf den Tisch legt und zeigt, was da unter der Erde wirklich auf die Helden und Nicht-Helden wartet - aber bevor man lange überlegen kann, ob einem diese Wendung nun gefällt oder nicht, reißt Sigler einen mit diesem blutigen, unglaublich spannenden Wirbel aus Action und immer neuen Enthüllungen einfach gnadenlos weiter.

 

Selten war »Bergbau« so spannend wie in Siglers ebenso moderner wie blutiger SF/Horror-Version von Vernes »Reise zum Mittelpunkt der Erde«.

 

Ein grandioser Pageturner.

 

 

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Eure Meinung:

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Buch:

EarthCore

Autor: Scott Sigler

Hardcover, 496 Seiten

Otherworld Verlag, Juni 2008

 

ISBN: 3902607041

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 10.07.2008, zuletzt aktualisiert: 12.01.2019 12:03