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Edelherb von Gabrielle Zevin

Reihe: Dark Future Band 2

 

Rezension von Christel Scheja

 

Mit „Bitterzart“ begann Gabrielle Zevin ihre „Dark Future“ Trilogie, in der nicht nur eine gefährliche Liebe, sondern auch das Verbot von Genussmitteln wie Kaffee oder Schokolade eine wichtige Rolle spielen. Nun setzt die Autorin die Saga nahtlos mit „Edelherb“ fort.

 

Nun, am Ende des 21. Jahrhunderts sind Papier und Wasser knapp geworden, auch Obst gibt es nur noch in geringen Mengen und ist eher auf dem „Wochenmarkt“ zu bekommen als in den regulären Läden. Schokolade und Kaffee gelten als Drogen und der Besitz wird schon unter Strafe gestellt, der Handel damit noch mehr.

Das hat Anya und ihren Clan, die Balanchines in die Illegalität getrieben. Bisher konnte man sich so durchmogeln, weil die Regierung und Verwaltung der Stadt bestechlich genug waren, aber nun scheint der Staatsanwalt Charles Delacroix alles daran zu setzen, dem ein Ende zu bereiten.

Das Mädchen will eigentlich nur ihren Abschluss machen und hat schon reichlich mit der Leitung des Familienunternehmens zu tun, da ihre Eltern tot, ihre Großmutter schwer krank und ihr älterer Bruder verschwunden ist. Doch nun kommen ihr leider ihre eigenen Gefühle in die Quere, sie verliebt sich ausgerechnet in Win, den Sohn des Staatsanwaltes.

Nach mehrfachem Aufenthalt in der Erziehungsanstalt Liberty bleibt Anya nichts anderes mehr als die Flucht nach Mexiko, wo sie bei einer anderen kakao- und schokoladeproduzierenden Familie Aufnahme findet. In dieser Zeit kann sie sich nicht nur erholen und ihre Gedanken sortieren, ihr wird auch immer mehr bewusst, dass zu all den Schwierigkeiten mit Delacroix nun auch noch Intrigen in der eigenen Familie dazu kommen, die bereits ihren Eltern das Leben gekostet hat und nun auch noch einer ihrer engsten Vertrauten. Aus diesem Grund ist die Rückkehr nach New York unumgänglich … auch wenn sie sich damit wieder allen Schwierigkeiten stellen muss, denen sie davon gelaufen ist …

 

Von einer Dystopie, die in der Zukunft spielen soll, merkt man auch in „Edelherb“ nur wenig. Der Hintergrund bleibt weitestgehend spannend, auch Technik und Gesellschaft haben sich nicht sonderlich weiterentwickelt, so dass das ganze auch im Hier und Jetzt spielen könnte. Allein die Jahreszahl deutet darauf hin, das wir uns bereits im 22. Jahrhundert befinden, von der Technik her scheint die Gesellschaft wohl eher einen Rückschritt gemacht zu haben, weil die Ressourcen knapp wurden und die konservativen Kräfte scheinen gesiegt zu haben.

Tatsächlich fühlt man sich eher in die Zeit der Prohibitionsgesetze zurückgetragen, in der es in New York ähnlich aussah, nur mit dem Unterschied, dass jetzt nicht mehr der Alkohol sondern Schokolade und Kaffee verboten sind und die jugendlichen Helden etwas freier agieren können als noch ein Jahrhundert zuvor.

Die Romantik tritt in diesem Band auch weitestgehend zurück, denn Anya hat weit besseres zu tun, als sich mit der Liebe zu beschäftigen – sie muss erstmals in ihrem Leben New York verlassen, sich allein in der Fremde bewähren und am Ende ihren Problemen stellen, bis sie endlich wieder aufatmen kann.

Dabei macht es sich die Autorin nicht all zu schwierig. Die Intrigen aus ihrer eigenen Familie sind überschaubar, vermeintliche Tragödien wenden sich nach und nach doch noch zum Guten, selbst der scheinbare Erzfeind ist einsichtiger als man denkt.

Die Geschichte konzentriert sich ganz auf die Heldin und ihren Schritt zum Erwachsenwerden. Sie erlebt die Versuchung durch Theo, einen nur wenig älteren jungen Mann, der vielleicht viel besser zu ihr passt als Win und stellt sich mutig den Intrigen der Verwandten entgegen ohne sich dabei auf ihr Niveau herab zu begeben. Auch wenn ihr Leben bedroht sein mag, wirklich in Gefahr ist es nicht. Weil sich am Ende alles schön ineinander fügt, sieht die Zukunft licht aus … auch wenn noch nicht sicher ist, ob sie das wirklich bleiben darf.

Spannung entsteht dadurch nicht unbedingt, die Autorin vermag es aber mit einem flotten und lebendigen Stil über Längen hinwegzutäuschen, wenn man in erster Linie die Interaktion zwischen Figuren mag.

 

Genrefans werden sicherlich mit „Edelherb“ nicht viel anfangen können, da die phantastischen Elemente zu gering sind, Leserinnen, die aber spannende Abenteuer mit einer selbstbewussten Heldin schätzen und nichts gegen eine doch sehr vertraute High-School-Atmosphäre mit all ihren Archetypen haben, werden durchaus ihren Spaß mit der Geschichte haben.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Edelherb

Reihe: Dark Future Band 2

Autorin: Gabrielle Zevin

gebunden, 520 Seiten

Fischer, Oktober 2013

Übersetzerin: Andrea Fischer

 

ISBN-10: 3841421318

ISBN-13: 978-3841421319

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B00COWO4B8

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.01.2015, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53