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Ein neuer Himmel für Kana von Karla Schmidt

Reihe: Die Neunte Expansion Band 11

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Die Kaita leben isoliert, ihr Planet Kana ist arm an Ressourcen, weder Menschen noch Hondh interessieren sich dafür. Erst, als tief in Kanas Höhlen Raumschiffe aus Stein entdeckt werden, erhält Karman einen Eingeborenen-Körper, um der Sache unauffällig nachzugehen.

 

Nichts ahnend begleitet Dabo ihre sehbehinderte Schwester Mija in die Höhlenstadt Forta, wo sie behandelt werden soll. Mija verschwindet spurlos, und Dabo ist überzeugt: Dieser merkwürdige Karman hat etwas damit zu tun. Mija jedoch ist längst an einem Ort, von dem kein Kaita je zurückgekehrt ist. Das Unvermeidliche geschieht: Der Krieg holt auch sie ein.

 

Rezension:

Mit Band 11 erhält die Science-Fiction-Serie Die Neunte Expansion Verstärkung. Karla Schmidt beeindruckte bisher nicht nur mit der herausragenden Hinterland-Anthologie und spannenden Krimis, auch als SF-Kurzgeschichten-Autorin hinterließ sie ihre Spuren. Die Entscheidung, ihr einen Platz im Team zu geben, ist daher mehr als verständlich.

 

Ein neuer Himmel für Kana bewegt sich zwar sicher im gewohnten D9E-Fahrwasser, ist aber in erster Linie ein für sich selbst stehender Roman.

Der Planet Kana liegt außerhalb der Einflussphären von Hondh und Menschen. Die Entdeckung von Kugelraumschiffen im Innern der hochaufragenden Inseln, die aus unbekanntem Material sind und sich hervorragend für den Flug um Menger-Schwamm zu eignen scheinen, bringt das Den-Haag-Institut auf den Plan. Botschafterin De Zeen schickt einen modifizierten Karman von Athena nach Kana, um mehr über diese Schiffe herauszufinden. Am besten wäre natürlich gleich ein ganzes Schiff.

Die Einwohner von Kana nennen sich Kaita und verfügen über eine besondere Art zusätzlicher Kommunikation. Sie projezieren mit ihren Augen Licht und Bilder, je nach Stimmung und Konzentration können so gezielt Empfindungen und ganz konkrete Dinge gezeigt werden. Dieses erweiterte Sehen steht diregt im Zusammenhang mit einer ganz besonderen Beziehung zum Menger-Schwamm und kann wie im Fall der kleinen Mija zu schweren Krämpfen führen.

Notgedrungen bringt ihre große Schwester Dabo zu Heilkundigen auf die nächstgrößere Insel Forta. Doch schon bald kommen Dabo Zweifel, ob die schweren Medikamente wirklich gut für Mija sind und dann ist da auch noch dieser seltsame Karman …

 

Mit ganz großer Kelle verteilt Karla Schmidt außerirdische Exotik. Ihre Kaita sind nicht nur ein erstaunliches Volk, sie passen sich auch hervorragend in den D9E-Kontext ein. Man könnte meinen, die Autorin sei vom ersten Band an fest in des Projekt involviert, so nahtlos fügt sich ihr Teil in das große Ganze ein.

Dabei gelingen ihr vielschichtige Hauptfiguren, die jeweils innerhalb ihrer Umgebung auf große Veränderungen reagieren und sich anpassen müssen. Es ist immer das Problem von solchen Ereignis abhängigen Storys, dass die Protagonisten just in eine große Umbruchsphase hineinstolpern und der lästige Geruch von deus ex machina in der Luft hängt. Karla Schmidt meistert diese Hürde, indem sie mit vielen kleinen Details ein genügend breites Fundament aufbaut, dass dieses Stolpern zu einer logischen und nachvollziehbaren Handlungskette wird.

Dabei nutzt die Autorin auch die ironische Brechung, wenn sie etwa Dabo die auf der Hand liegende Frage stellen lässt, warum man seit Generationen Kinder von den ominösen Schöpfern auf ein vages Versprechen hin abholen lässt. Es ist eine jener Fragen, die stets vor einer explosiven Veränderung auf den Tisch kommen.

Und obwohl die Kaita-Gesellschaft so vielfältig dargestellt wird, eilt der Roman mit großen Schritten voran und vermeidet jegliche Längen, ohne dabei auf Action zu setzen. Vielmehr stehen diverse Suchen im Vordergrund, stets persönlich, emotional und vor allem packend. Trotz ständig hin und her wechselnder Perspektiven wird eine große Nähe zu den Figuren hergestellt und selbst einem Charakter wie Karman, dessen Inkarnationen bereits einige Auftritte in der Reihe hatten, gewinnt die Autorin eine neue Fassette ab. Man kann ihn direkt lieb gewinnen.

 

Darüber hinaus gibt es auch für den großen Handlungsbogen der Reihe, die Neunte Expansion, neue Erkenntnisse. Kein großer Schritt, aber die Waagschalen befinden sich in Bewegung und das zwischenzeitlich lähmende Auf-der Stelle-Treten scheint überwunden zu sein.

 

Das stimmungsvolle Cover wurde erneut vom Verleger Ernst Wurdack höchstpersönlich beigesteuert und stellt eine jener Höhlen in der Tiefe dar, in denen die geheimnisvollen Kugelschiffe schweben. Passend und atmosphärisch zugleich.

 

Fazit:

Mit »Ein neuer Himmel für Kana« gelingt Karla Schmidt ein fulminanter Einstieg in »Die Neunte Expansion«. Sie beweist dabei viel Gespür für ihre Figuren und schafft mit einer hochspannenden Alien-Kultur die Grundlage für einen Science-Fiction Roman, der mühelos sowohl für sich allein als auch fest im Ensemble der anderen Romane verankert, stehen kann. So darf es gern weitergehen!

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Buch:

Ein neuer Himmel für Kana

Reihe: Die Neunte Expansion Band 11

Autorin: Karla Schmidt

Taschenbuch, 262 Seiten

Wurdack Verlag, 2. Mai 2016

Cover: Ernst Wurdack

 

ISBN-10: 3955560201

ISBN-13: 978-3955560201

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B01F27PWXK

 

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Serienguide:

D9E – Die neunte Expansion

Weitere Infos:


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Erstellt: 25.05.2016, zuletzt aktualisiert: 16.08.2016 15:43