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Elfenhauch von Sally Prue

Rezension von Lars Perner

 

Tom ist anders als die Meisten seines Volkes. Gewiß, er ist kalt. Fast könnte man sagen gefühllos. Und doch ist er nur auf gewisse Weise neutral. Gerät er in Gefahr kann er die Sterne anrufen und ihre Kraft dazu nutzen, sich unsichtbar zu machen. Das allerdings hat er mit den anderen Mitgliedern seines Volkes –den Elfen- gemeinsam. Es ist etwas anderes, was ihn absondert. Tom ist tolpatschig und sein Hör- und Sehvermögen läßt stetig nach. Schließlich bringt er sein Volk in Gefahr, als dieses nur knapp einem Zusammenstoß mit den Dämonen entgeht. Es war seine Aufgabe gewesen, die anderen zu warnen. Für diesen Verstoß kann es nur eine Strafe geben – den Tod. Doch Tom will nicht sterben. Und so flieht er vor seinem Volk in die Stadt der Dämonen. Dort wird er schnell von den dicken, unsichtbaren Bändern, die die Dämonen aneinander binden, gefangen und beginnt sich selbst in einen zu verwandeln.

Sally Prue schrieb diese Geschichte –ihr Erstlingswerk- bereits im Jahre 2001. Der Originaltitel lautet „Cold Tom“, was treffender ist als die deutsche Übersetzung. Denn es geht in diesem Buch weniger um die Elfen und ihre Welt als viel mehr um die Welt der Dämonen und was es bedeutet einer der ihren zu sein. Schade, daß man sich für einen so fantasylastigen deutschen Titel entschieden. Dies wird dem Buch nicht gerecht. Insbesondere weil sonst die deutsche Übersetzung von Ute Mihr sehr schön auch das Flair des Originals atmet.

Sprache, Schrift und die Einteilung in kurze Kapitel läßt deutlich erkennen, daß es sich um ein Kinderbuch handelt. Die Geschichte selbst, die erzählt wird ist jedoch alles andere als kindisch. Auch als Erwachsener wird man gebannt das Buch kaum aus der Hand legen können. Denn schnell wird klar, daß die Dämonen niemand anderes als wir Menschen sind. Es ist interessant uns aus der Sicht der Elfen zu betrachten. Diese sind jedoch nicht die von der üblichen Fanatsyliteratur geprägten feenartigen Wesen, sondern fast schon gefühllose Roboter. Dafür sind sie aber frei und führen ein selbstbestimmtes Leben. Die Dämonen (also die Menschen) können im Gegensatz dazu nur fremdbestimmt handeln, da sie durch starke Bande aneinander gekettet sind. Aber vielleicht ist das was uns verbindet ja gar nicht so schlecht? Diese Frage muß jeder Mensch für seich selbst beantworten. Zum Nachdenken darüber regt die Erzählung „Elfenhauch“ jedenfalls an.

 

Fazit:

Auch wenn eigentlich nur die Geschichte von Tam Lin etwas anders erzählt wird, ist es doch ein sehr lesenswertes Buch. Nicht nur für Kinder. Auch Erwachsene sollten sich darauf besinnen, was das Mensch-sein eigentlich ausmacht. Schade, daß „Cold Tom“ erst so spät übersetzt wurde.

 

Eure Meinung:


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Elfenhauch

Autor: Sally Prue

Broschiert: 188 Seiten

Verlag: Dtv (September 2006)

ISBN: 3423622784

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 27.09.2006, zuletzt aktualisiert: 20.09.2019 15:49