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Elfenschrift Nr. 7

Rezension von Ramona Schroller

 

Ein kleines feines Heftchen flatterte aus dem Umschlag, und irgendwie war ich erst einmal irritiert. Da hatte ich mir doch ein Fanzine bestellt und da kam ... ja was? Beim Blättern fiel mir als erstes einmal die hohe Qualität auf. Hervorragend, wirklich. Auch das Coverbild macht Sinn, wenn man sich einmal mit dem Inhalt auseinandergesetzt hat. Die Elfenschrift ist nämlich nicht nur einfach ein Fanzine, sie will Junge und Junggebliebene unterhalten.

 

Das macht schon die Art der veröffentlichten Geschichten mehr als klar. Märchen oder märchenhaftes. Nicht unbedingt meine Standardlektüre, aber man kann sich ja mal ranwagen.

 

Ein wenig irritierend empfand ich die Gedichte, aber da ich noch weniger Gedichte als Märchen lese, halte ich mich hier zurück. Vielleicht bin ich altmodisch, aber Gedichte sollten sich schon reimen, was diese nicht tun. Aber egal.

 

Im Vorwort von Ulrike Stegemann, der Herausgeberin der Elfenschrift, wird bereits auf das nächste Heft hingewiesen und um Einsendungen gebeten. Zwei Spezials für ein 40-Seiten-Heftchen finde ich schon sehr viel. Also da wird noch geklotzt und nicht gekleckert.

 

Die Inhaltsangabe empfand ich als irritierend. Sie ist eingeteilt nach den verschiedenen Rubriken des Heftes. Auf den ersten Blick bleibt dennoch ein Fragezeichen, wenn der Blick auf irgendeine Stelle fällt und man sich wundert, wie lang doch ein Artikel oder eine Kurzgeschichte ist. Erst auf den zweiten Blick stellt man fest, daß dem doch nicht so ist. Nun ja, vielleicht nicht die beste Lösung. Allerdings wohl die einzige, wenn man bedenkt, wie voll gepackt die Elfenschrift ist.

 

Den Anfang macht ein Interview mit Cornelia Funke, der Autorin einiger sehr interessanter Kinder- und Jugendbücher. Insgesamt ein wenig kurz, aber durchaus informativ. Gut gemacht.

Weniger gut in dieser Hinsicht ist die erste „Rezension„ zu Funkes „Tintenherz„. Hier wurde einfach nur der Klappentext abgedruckt, also kein Fazit, keine Besprechung. Da es aber der einzig entdeckte Fehler ist, gehe ich davon aus, daß entweder die Rezi oder die Änderung der Überschrift vergessen wurde.

Wie gesagt, ein Fehler wird nur einmal gemacht, so ist die Rezension zu dem zweiten Funke-Buch „Drachenreiter„ denn zwar sehr kurz, aber tatsächlich eine solche. Ein Buch, das schon länger auf meiner Wunschliste stand - jetzt allerdings ein paar Stellen höher gerutscht ist.

 

Dann gibt es noch Hinweise auf andere Drachenbücher, vornehmlich für die junge Generation. Schön aufgebaut mit den Covern und einer sehr kurzen Kritik, so daß man wirklich eine Entscheidung treffen kann, ob diese Bücher für den Leser interessant sind oder nicht.

 

Als nächstes wird ein Jugendprojekt vorgestellt unter dem Titel „Wir schreiben ein Drachenbuch„. Ich drücke den Jungautoren natürlich die Daumen und hoffe auf den Erfolg ihres Werkes - und das alles so klappt, wie sie sich das vorstellen.

Ein kleiner „Schreibimpuls„ rundet die Seite ab. Interessant - endlich mal was anderes als herumliegende Dracheneier *zwinker*.

 

Mit „Seeflüstern„ kommt es nun zu dem ersten Gedicht von Mandy Kritz. Nun ja, ich äußerte mich oben ja schon dazu. Stimmungsvoll ist es allemal, das gebe ich zu.

 

Das nächste Gedicht mit dem Titel „Tanz der Elfen„ stammt von Georg Walz. Hier hatte ich leichte Schwierigkeiten mit den Assozinationen, die sein Gedicht hervorrief. Aber, wie gesagt, mag an mir liegen ...

 

Gedicht Nummer 3 stammt von Angelika Pauly und trägt den Titel Manchmal. Von allen Gedichten empfand ich dieses als das stärkste. Gut gemacht.

 

Und Nummer 2 aus der Feder der gleichen Autorin ist ein kurzes Märchen mit dem Titel Sternenwasser.

Ein junges Mädchen ist auf der Suche nach demselben. Als sie es schließlich findet, geschieht etwas außergewöhnliches. Schöne Bilder und gekonnt erzählt - wenn ich das auch nicht den Jüngsten vorlesen würde.

 

Ein letztes Gedicht erwartet den Leser. Der „Zauberzwerg„ von Beatrice Amberg. Okay, ich nehme meine obige Behauptung zurück. Ein Gedicht reimt sich doch, es ist dieses.

 

Michael Schitzenbaumer erzählt das Märchen „der kleine Käfer„. Nein, es geht nicht um Käfer, es geht um einen VW Käfer. *seufz* Ich mag diese Autos ...

 

Das zweite Spezial des Heftes kommt jetzt. Die Kartenkünstlerin Anika Heise wird vorgestellt, nebst ihren AniCards - Grußkarten zu jedem Anlaß. Hier befindet sich dann auch ein Gewinnspiel, bei dem man einen Satz dieser Karten gewinnen kann.

 

Rena Larf erzählt das Märchen um den „Kobold Schnibbeldibbel„. Ich hoffe, jegliche Ähnlichkeit zu existierenden Figuren ist rein zufällig. Ansonsten war mir persönlich der mahnende Finger hier ein bißchen zu groß. An Schnibbeldibbels Stelle hätte ich da eine Schere angesetzt - frei nach dem Struwwelpeter.

 

Das Märchen auch witzig sein können, zeigt Jennifer Schreiner mit ihrer Geschichte „Lina Maria Charlotte Rapunzel Justus„. Wer weiß denn heute noch, was Rapunzeln sind? Und wie schwer haben es Feen doch heutzutage ... Gut geschrieben, wenn auch das Ende ein wenig überspannt ist. Aber wie hätte man sonst auflösen sollen?

 

Eine kurze Leseprobe aus dem Jugend-Fantasy-Roman von Sue Holl kommt als nächstes unter die Nase des neugierigen Lesers. „Zeitreisen und andere Kleinigkeiten„, so der Titel des Romans. Traf allerdings nicht ganz so meinen Geschmack. Vielleicht lags einfach daran, daß die Szene etwas chaotisch auf mich wirkte.

 

Eine Bücherecke gibt's in der Elfenschrift auch noch. Während bei den Drachenbüchern eben nur solche vorgestellt wurden, gibt es jetzt ein ein wenig breiter gefächertes Feld. Bekanntes und nicht so sehr bekanntes, eine gute Mischung.

 

Tja, und dann dürfen natürlich auch andere Fanzines nicht fehlen. Unter Meldungen-News-Infos werden die beiden Großen „Magira„ und „Windgeflüster„ vorgestellt, sowie ein Internetprojekt. Letzterem stehe ich allerdings etwas skeptisch gegenüber. Schließlich rundet noch eine Anzeige für Musik die Seite ab.

 

Als letztes, aber sicher nicht unwichtigstes, stellt die Elfenschrift noch einige Ausschreibungen vor, drei Wettbewerbe und eine Bitte um Beiträge für ein anderes Fanzine. Allerdings nichts großartig unbekanntes - und ich enthalte mich meiner Meinung.

 

Die Werbeanzeigen in der Elfenschrift sind zwar reichlicher als hier aufgeführt, dennoch aber durchaus ansprechend. Vielleicht ein bißchen zuviel des ganzen, aber gut, ein Zine muß sich eben auch finanzieren.

 

Alles in allem bleibt am Ende ein durchaus positiver Eindruck. Ein hübsches, wenn auch etwas dünnes Heftchen, dessen Preis auch nicht zu hoch gegriffen wurde. Wer Märchen mag oder Kinder hat, der sollte ruhig einmal die Elfenschrift probieren.

 

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Eure Meinung:

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Magazin:

Elfenschrift Nr. 7

Herausgeberin: Ulrike Stegemann

Heft, 40 Seiten

September 2005

Cover: Annabel (Mona Seifert)

Grafiken: Georg Walz, Beatrice Amberg, Alexander Larf, Michael Schnitzenbaumer, Manfred Lafrentz und Michael Stegemann

 

ISSN: 1613-3293

 

Erhältlich bei: Elfenschrift.de

weitere Infos:


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Erstellt: 31.10.2005, zuletzt aktualisiert: 21.04.2020 16:30