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Endspiel - Das Runde im Eckigen von Thomas Plischke

Rezension von Bine Endruteit

 

Jo Renner ist Sportjournalist und berichtet exklusiv von der WM 2006 in Deutschland. Dabei stößt er allerdings auf weitreichende Verschwörungen und muss erfahren, dass hinter dem beliebten Volkssport Fußball mehr als nur ein Spiel steckt.

 

Nachdem Jo erfahren hat, dass die Zeitung, für die er arbeitet, ihn nicht mehr länger als Reporter halten kann, geht er auf ein unseriöses Angebot ein, als V-Mann zu arbeiten. Für wen genau er da arbeitet, erfährt er nicht. Lediglich sein gestiegener Kontostand beweist ihm, dass er bei einer „ganz großen Sache“ eingestiegen ist.

 

Mehrere Todesfälle in der Fußball-Szene ziehen seine Aufmerksamkeit auf sich, die sich alle ausgerechnet auf die Mannschaften beschränken, die eine echte Chance auf den Weltmeistertitel gehabt hätten. Er sieht mit eigenen Augen, dass Männer in der Nähe der Todesopfer sind, die ihn einige Tage zuvor noch bedroht haben und ihm nahe gelegt haben, sich aus diesem sehr heiklen Umfeld fern zu halten.

 

Doch Jo steckt bereits zu tief in dieser Sache. Verschiedenste Menschen nehmen Kontakt zu ihm auf. Einige drohen, andere bieten Hilfe an. Es fallen Worte wie „Freimaurer“ und „Verschwörung“ und Jo kann erst selber nicht glauben, was sich ihm nach und nach immer intensiver zu erschließen scheint: Hinter den Weltmeisterschaftssiegen steckt nicht nur das Können der Mannschaft, sondern hier wird mit ganz anderen Mitteln gespielt.

 

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Thomas Plischke hat mit seinem Roman „Endspiel – Das Runde im Eckigen“ einen Verschwörungs-Thriller geschrieben, der wunderbar auf der Welle dieser zurzeit sehr angesagten Romane mitschwimmen kann. Allerdings ist man sich nie ganz sicher, ob er einen ernsthaften Thriller verfassen wollte oder ein satirisches Werk, das das Freimaurer-Verschwörungs-Motiv auf die Schippe nehmen möchte. Um ein harter Thriller zu sein, kommt die Geschichte ein wenig zu seicht und weichgespült daher und enthält zu viele spitze Kommentare, die sich nicht so recht ins Konzept einfügen wollen. Für einen satirischen Roman allerdings liest sich „Endspiel“ viel zu ernst. Hätte der Autor sich ganz klar für eine Seite entschieden, hätte dieser Roman mehr Chancen auf hohe Verkaufszahlen gehabt, so wird weder das eine noch das andere Genre komplett abgedeckt.

 

Sehr positiv fällt auf, mit wie viel Liebe zum Detail dieser Roman erarbeitet wurde. Es werden immer wieder Interviews, Zeitungsartikel, Anzeigen und E-Mails eingefügt, die sich vom Text durch ihre Gestaltung abheben. Große Schlagzeilen, originale E-Mailformate und abweichende Schriftarten lassen das Buch, in Kombination mit einem gelungenen Cover, optisch zu einem Vergnügen werden.

 

Wer sich allerdings bisher nicht für Fußball begeistern konnte, wird an diesem Roman auch keine Freude haben. Grobe Kenntnisse der Spielerszene sollten vorhanden sein. Leicht umgewandelte Namen versteht man sonst nicht. Die gesamte Handlung ist vor allem für Leser geschrieben, die Spaß am Fußball haben.

 

Fazit

Einem echten Fußball-Fan kann man den Roman als seichte Unterhaltungslektüre für Zwischendurch empfehlen. Wer einen Verschwörungsroman à la Dan Brown mit Hintergrundinformationen und Verfolgungsjagden erwartet, sollte lieber die Finger von diesem Buch lassen.

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Endspiel - Das Runde im Eckigen

Autor: Thomas Plischke

Broschiert: 271 Seiten

Verlag: Feder & Schwert

Erschienen: Mai 2006

ISBN: 3937255850

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 26.11.2006, zuletzt aktualisiert: 12.01.2019 12:03