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Ewig - Wenn Liebe erwacht von Rhiannon Thomas

Rezension von Christel Scheja

 

„Ewig – Wenn Liebe erwacht“ ist der erste Teil einer Duologie aus der Feder von Rhiannon Thomas, die sich des Märchens von „Dornröschen“ annimmt und dabei neu zu interpretieren versucht, etwas, was im Moment ziemlich im Trend zu liegen scheint.

 

Nach hundert Jahren ist Prinzessin Aurora endlich aus dem tiefen magischen Schlaf erwacht, in den sie durch den Fluch einer bösen Hexe gebannt wurde. Der junge Prinz Rodric soll sie wieder durch den „Kuss der Wahren Liebe“ ins Leben zurück geholt haben. Und so ist für seine Familie klar, dass es jetzt nur noch eines geben kann – die beiden sollen heiraten, um das alte und das neue Königshaus zu vereinen und die Prinzessin nach dieser langen Zeit nicht unbedingt erfahren, was sich alles verändert hat.

Doch Aurora ist nicht dumm. Sie mag zwar aus ihrer Zeit und ihrem alten Leben gerissen worden sein, aber sie hat schon als Kind mehr Bücher als Mode geliebt und weiß deshalb, dass nicht alles so ist, wie man es ihr vorgaukelt. Sie macht sich daran mehr über sich, den Fluch und die Wahrheiten herauszufinden, die man ihr vorenthält und gerät dadurch in ein interessantes Netz aus Intrigen, durch das sie bald noch weniger weiß, wer ihr Freund und wer ihr Feind ist.

 

Das „Dornröschen“-Märchen bietet sich ja durchaus an, um es weiter zu erzählen, ist es eigentlich nur der Ausgangspunkt für eine viel interessantere Geschichte. Wie kommt nämlich der Mensch damit zurecht, selbst ein Mythos zu sein, in den die unterdrückten Menschen ihres Reichs alle Hoffnung setzen? Wie lebt sie damit, alles verloren zu haben, was ihr einstmals etwas bedeutete, angefangen mit den Eltern? Und ist sie wirklich dazu bereit, sich zum Spielball der jetzt herrschenden Mächte machen zu lassen?

Das ist ein durchaus ansprechendes Setting? Aber was macht die Autorin daraus? Schafft sie es wirklich, die Leser in den Bann zu schlagen, indem sie ein paar Dinge anders erzählt als man es gewohnt ist?

Leider hält sich die Autorin strickt an die Regeln des Genres. Natürlich ist Aurora eine moderne Heldin, wenngleich auch in ihrer Rolle gefangen. Die Handlung folgt bekannten Mustern, steckt sie gleich in ein Netz von Intrigen, die ihre Naivität und ihr Unwissen ausnutzen wollen und konfrontiert sie mit den typischen Figuren, inklusive diverser Kandidaten für die unvermeidliche Romanze, angefangen mit dem schüchternen Prinzen, über den charmanten Rivalen, bis hin zu dem lebhaften Rebellen, durch den Aurora nicht nur mehr erfährt, der ihr aber auch den Blick in eine neue Welt eröffnet.

Die Geschichte spult die kleinen Gemeinheiten des Hoflebens wie am Schnürchen ab, bietet ein paar Ausbrüche der rebellischen Prinzessin, schafft neue Bindungen und würzt das ganze auch noch mit ein paar kleinen Andeutungen bezüglich der Magie.

Es besteht also vielleicht noch Hoffnung, das die Geschichte eine interessante Wendung nimmt, die ist aber bei der leider doch eher formelhaft abgespulten Handlung gering.

Auch die Figuren gewinnen nicht gerade an Profil, entsprechen sie doch gerade den aktuell in diesem Bereich der Fantasy so beliebten Klischees.

 

Letztendlich ist „Ewig – Wenn Liebe erwacht“ ein Fantasy-Roman, der durchaus Potential hätte, dann aber doch wieder mehr oder weniger an den Vorgaben für die angepeilte Zielgruppe des Verlages scheitert – nämlich Abenteuer und Fantasy zugunsten des üblichen Beziehungsdramas mit ein wenig Gefahr zurückzustellen.

 

Eure Meinung:

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Buch:

Ewig – Wenn Liebe erwacht

Original: A Wicked Thing, 2015

Autorin: Rhiannon Thomas

gebunden, 400 Seiten

Fischer Sauerländer, Februar 2017

Übersetzerin: Michaela Kolodziejcok

 

ISBN-10: 3737354693

ISBN-13: 978-3737354691

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-Asin: B01MCZ9ZW8

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 26.03.2017, zuletzt aktualisiert: 22.06.2019 15:54