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Ex - Schön, dass du tot bist von Martine Kamphuis

Rezension von Mareike Meyer

 

Welche Frau hat sich noch nie vorgestellt, wie es wäre sich an ihrem Exfreund zu rächen, der sie belogen und betrogen hatte. Welche Frau hat einem solchen Mann noch nie den Tod gewünscht, doch was soll man tun, wenn genau dieser Wunsch sich erfüllt?

 

Birgit Jaeckel ist Psychiaterin mit einem besonderen Augenmerk auf Patienten mit Verhaltensauffälligkeiten. Die Kenntnis dieses Hintergrundes lässt den Leser überrascht bemerken, dass der Psychiater in ihrem Werk nicht der Ermittler, sondern das Opfer ist.

 

Jet fristet ein durch und durch langweiliges Dasein, doch sie ist zufrieden damit, denn sie denkt die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben, bis Olivier ihr unerwartet mitteilt, dass er sich von ihr trennt. Jet verliert den Boden unter den Füßen und das Einzige, dass ihr hilft nicht durchzudrehen, ist die Hoffnung noch einmal mit Olivier zusammen kommen zu können. An diese klammert sie sich, wie eine Ertrinkende an einen Rettungsring. Sie geht immer wieder heimlich zu seinem Haus und muss recht schnell feststellen, dass Oliver sie bereits durch eine Andere ersetzt hat. Der Psychiater hat schon seit mehreren Jahren eine Affäre mit einer ehemaligen Patientin und lebt nun mit dieser zusammen. Jet fasst den Plan sich mit der Frau, namens Angela, anzufreunden und die Beziehung von ihr und Olivier sozusagen von innen heraus zu sabotieren. Als Angela schließlich von Olivier schwanger ist, kommen Jet jedoch Zweifel. Es wäre einfach alles viel leichter, wenn Olivier tot wäre.

 

Der Psychothriller definiert sich über eine Figurenkonstellation, die wirklich einige Spannungen in sich birgt. Die Ex des Psychiaters, die sich mit seiner neuen Lebensgefährtin anfreundet, welche früher seine Patientin war. Klar, dass es dabei zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle für die Protagonistin kommt.

 

Das Buch verfügt über einen Prolog, in dem Jet die Leiche ihres Exfreundes betrachtet. Als eben dieser Exfreund im ersten Kapitel wieder quicklebendig daher kommt, gibt es für den Leser gleich mehrere dringende Fragen: Wie ist dieser Mann gestorben? Warum musste er sterben? Und natürlich: Wann stirbt er endlich.

Die große Spannung, die der Prolog verspricht, lässt leider sehr lange auf sich warten. Die Autorin beschreibt übertrieben ausführlich die Gefühlswelt und Psyche ihrer Heldin, bis diese an einen Punkt gelangt, an dem sie weiß, dass alles besser wäre, wenn Olivier sterben würde.

 

Als dieser Wunsch dann jedoch wirklich in Erfüllung geht, stellt der Leser überrascht fest, dass es weitaus schwieriger wird einen Täter zu finden, als gedacht. Erst an diesem Punkt, welcher dem Ende sehr nahe ist, beginnt der Spannungsbogen erneut anzusteigen und es läuft alles auf ein Finale hinaus, das man zwar erahnen konnte, welches den Leser jedoch mit ungläubigem Staunen und vor allem unbefriedigt zurück lässt.

 

Eine einfach gehaltene Sprache und eine große Schrift erlauben es, den Roman innerhalb von ein bis zwei Tagen durchzulesen. Die Spannung steigt zwar nur sehr langsam an, doch gegen Ende fällt es schwer das Buch aus der Hand zu legen. Ein gelungener Psychothriller, mit kleinen Schwachstellen.

 

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Roman:

Ex - Schön, dass du tot bist

Autor: Martine Kamphuis

Broschiert: 331 Seiten

Verlag: Droemer/Knaur (9. September 2009)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3426652064

ISBN-13: 978-3426652060

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 09.03.2010, zuletzt aktualisiert: 12.01.2019 12:03