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Expedition in die Welt der fantastischen Wesen von Dugald A. Steer

Reihe: Expedition in fantastische Welten

Rezension von Christel Scheja

 

In seiner Reihe „Expedition in phantastische Welten“ präsentiert der Verlag Ars Edition all jene Werke, die mit fantastischen Dingen wie Drachen und Magie oder geheimnisvollen alten Kulturen wie Ägypten und abenteuerlichen Epochen der Weltgeschichte wie dem Piratenzeitalter zu tun haben. Eine wirkliche Reihenfolge kann man dabei nicht vergeben, da die Bücher alle unabhängig voneinander zu genießen sind.

Früh genug vor Weihnachten ist nun der nächste Prachtband erschienen. „Expedition in die Welt der fantastischen Wesen“ ist wie die Bücher zu den Drachen in der fiktiven Welt des Professors Ernest A. Drake angesiedelt, der im ausgehenden 19. Jahrhundert, am Ende des viktorianischen Zeitalters Studien zu allerlei Kreaturen betreibt, die die meisten Menschen nur als Mythen und Legenden kennen.

Natürlich gibt es neben Drachen und drachenähnlichen Wesen auch noch viele andere fantastische Geschöpfe. Diesen wendet sich das Buch jetzt zu. Es lädt ein zu einer Entdeckungsreise, die um die ganze Welt führen wird. Wie auch die anderen Bücher der Reihe ist es wie ein Handbuch aufgebaut, um junge Leser langsam an die Materie heran zu führen.

 

Die Welt ist noch von vielen mystischen Wesen mehr bevölkert als man denkt. Schon das Vorwort zeigt, dass ihre Vielfalt erstaunlich ist, und ihr Lebensraum nicht immer leicht zu erschießen. Wenn man sich auf die Suche nach den fantastischen Wesen macht, kann man damit rechnen, sehr viel zu erleben.

Hin und wieder gilt es auch Scharlatane zu entlarven, Lüge und Täuschung von der Wahrheit zu unterscheiden und das wesentliche aus Informationen herauszulesen. Eine moderne Ausrüstung kann auch ganz praktisch sein.

Fantastische Wesen sind über die ganze Welt verteilt, auch wenn der Fokus sich der Wesen, die hier vorgestellt wird, auf Europa, Vorderasien und Nordafrika richtet. Landbewohner sind Kreaturen wie das arabische Einhorn, der Baku oder die Chimäre. Hin und wieder verwechselten auch frühere Reisende ganz normale Tiere wie das Nashorn mit den mythischen Wesen. Kurz vorgestellt werden auch Behmoth, Yeti oder der sechsbeinige Salamander. Wo sind sie am ehesten zu finden, wie sehen sie aus, und was hat man bisher über ihre Lebensgewohnheiten herausgefunden.

Ähnlich verfährt man mit den Wesen des Meeres, zu denen nicht nur Riesenkraken oder Leviathane zählen, Kelpies oder Seeschlangen wie Nessie. Aber auch die Wesen der Luft – allen voran Greif, Hippogryph, Phönix, Roch und Pegasus kommen zu ihrem Recht.

Gesonderte Kapitel werden den halbmenschlichen Wesen wie den Sphinxen, Zyklopen, Zentrauren und Mantikora gewidmet, ehe man sich den Methoden zuwendet, mit denen sie aufgespürt und beobachtet werden können.

Manchmal sind auch Zauberformeln nützlich, um sie anzulocken, sich mit ihnen zu verständigen oder ihrem Zorn auszuweichen. Und nicht zuletzt werden einige der bekanntesten Fabelwesenkundler und die wichtigsten Verhaltensregeln für die angehenden jungen Wissenschaftler sowie ein paar zusätzliche Fundstücke vorgestellt.

 

Wie auch die anderen Bücher der Reihe ist „Expedition in die Welt der fantastischen Wesen“ eine Mischung aus Bildband und Sachbuch. Vor allem die verspielte Aufmachung der großformatigen Werke ist auffällig, denn durch eingeklebte Dokumente, Hefte und Taschen, in denen Zettel oder Karten stecken oder gar Faksimiles von Fundstücken wie Haut oder Federn, und anderes laden sie nicht nur zum Schmökern, sondern auch zum Staunen und Entdecken ein.

Vielleicht richten sich die im Original zumeist aus Großbritannien stammenden Bücher auf den ersten Blick zunächst an Kinder zwischen zehn und sechzehn Jahren, aber auch als Erwachsener mit einem Faible für Fantasy kann man viel Spaß an ihnen haben und dabei sogar noch viel Wissenswertes entdecken, auch wenn die Bücher in erster Linie eher bekannte Informationen aufbereiten.

Die Art in der dies geschieht, lädt zum Verweilen und ausgiebigen Betrachten ein, denn die Fakten werden nicht trocken und sachlich, sondern im Stil des späten 18. Jahrhunderts präsentiert. Man kommt sich vor wie bei der Lektüre eines spätviktorianischen Kinderbuches, das gleichermaßen belehrend und unterhaltsam sein soll. Die vielen Zeichnungen verstärken diesen Eindruck noch sind sie doch bewusst an Illustrationen aus der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts angelehnt.

Dabei werden nicht nur Mythen zur Wahrheit gemacht, sondern auch Brücken zur Kryptozoologie geschlagen, die sich unter anderem mit dem Nachweis von Wesen beschäftigt, die zwar in den Aufzeichnungen früherer Jahrhunderte beschrieben aber bisher noch nicht durch wissenschaftlich analysierte Funden verifiziert werden konnten und auch Vergleiche zu prähistorischen Tieren zieht, die vielleicht noch nicht so lange ausgestorben sind, wie man immer geglaubt hat.

Um den Wesen einen angemessenen Raum zu geben, beschränkt man sich auf die Darstellung der bekanntesten Wesen neben den Drachen und fügt – wenn Platz ist - noch einige exotische Kreaturen hinzu, von denen die wenigsten bisher gehört und gelesen haben.

 

So ist „Expedition in die Welt der fantastischen Wesen“ ein sehr liebevoll gestaltetes und unterhaltsames Buch, das für Kinder wie Erwachsene eine gelungene Einführung in das Thema bietet. Es ist zudem ein wunderschöner Bildband, dessen Atmosphäre stimmt und von Anfang bis Ende verzaubert. Was will man mehr?

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Expedition in die Welt der fantastischen Wesen

Original: Monsterology, GB 2008

Reihe: Expedition in fantastische Welten

Autor: Dugald A. Steer

gebunden, 32 Seiten

Ars Edition, erschienen Oktober 2008

Übersetzung aus dem Englischen von Cornelia Panzacchi

Titelbild und Innenillustrationen von Wayne Anderson, Douglass Carrel, Tomislav Tomic und Helen Ward

ISBN-10: 3760734049

ISBN-13: 978-3760734040

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 06.11.2008, zuletzt aktualisiert: 20.02.2015 10:54