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Far Cry 6

Rezension von Cronn

Ich tauche ein in die warmen Fluten des Meeres und tauche knapp unter der Oberfläche entlang zum Außenposten des Regimes.
Als ich auftauche, sehe ich eine Wache, die neben einem aufgeflanschten Maschinengewehr steht. Den muss ich zuerst erledigen, ehe ich mich um den Rest kümmern kann. Ich schleiche mich an den Gegner von hinten durch das hohe Gras heran und erledige ihn mit einem Machete-Kill. Anschließend erklimme ich den Wachturm dahinter. Dort steht ein Sniper und überblickt das Lager. Leise erledige ich auch ihn und zücke mein Handy, um den Außenposten auszuspähen.
Mit geübten Schwenks markiere ich die Feinde im Lager, erkenne ihre Schwachstellen und entscheide mich dafür, einen lautlosen Kampf zu wagen. Mein Hauptziel ist Rosario, der Kommandant, der die Benzinknappheit auf der Insel zu verantworten hat.
Also steige ich wieder hinunter und durch das Gras auf das Lager zu. Meinen treuen Gefährten Guappo, das Krokodil, kann ich jetzt nicht brauchen. Der ist zu auffällig. Daher parke ich ihn am Wegesrand mit einem zugeraunten Befehl.
Das Lager ist ein altes spanisches Fort, überwachsen mit Kletterranken. Das bietet sich für mich an, aber ich wähle den Weg über die gefluteten Höhlen. Ich springe ins Meer, tauche in die Höhle hinein und tauche wieder neben einer Wache auf, die an einer Kiste auf einem Steg lehnt. Hoppla, gefährlich!
Also wieder die Machete gezückt und für Ruhe gesorgt. Sodann arbeite ich mich weiter nach oben in den Innenhof: Eine Alarmanlage! Verdammt, wenn die aktiviert wird, kommt Verstärkung! Ich muss mich zuerst um die kümmern.
Ich gehe heran und manipuliere die Verdrahtung. Gut, jetzt geht es ans Eingemachte. Wo war nochmals der Kommandante? Ach ja, dort oben. Ich schleiche mich hinauf in den ersten Stock, finde den Kerl in einem Zimmer und erledige ihn lautlos. Nun erhalte ich eine Zugangskarte für die Waffenkammer des Forts.
Doch da entdeckt mich eine andere Wache durch das Fenster! Verdammt! Sie ruft um Unterstützung. Jetzt muss ich doch mein Sturmgewehr auspacken. Es entbrennt ein heißer Deckungskampf, an dessen Ende ich als Sieger hervortrete.
Aber das ist nur ein Etappensieg. Der Kampf gegen den Diktator ist noch lange nicht vorbei …

Far Cry 6 heißt der neueste Teil der erfolgreichen Shooter-Serie, die einst im beschaulichen fränkischen Coburg bei Crytek begann und seit dem zweiten Teil bei Ubisoft intern entwickelt wird. Wie gelungen die neueste Iteration geworden ist?

 

Hintergrund:

Nach den eher durchwachsenen Gameplay-Entscheidungen von Far Cry 5 (Stichwort: Entführungen der Spielerfigur) versucht die neueste Open-World von Ubisoft hier alles besser zu machen. Das beginnt mit der Story.

 

Man schlüpft als Spieler·in in die Rolle von Dani, einem Flüchtling aus dem fiktiven Inselstaat Yara, der wider Willen zum Widerstandskämpfer gegen den Diktator Antón Castillo wird. Die Story ist dabei weniger relevant für das Gelingen von »Far Cry 6«, taugt aber durchaus dazu, dass man als Spieler·in bei der Stange bleibt. Sie wird in Zwischensequenzen weitererzählt und erfreut vor allem durch die interessante Charakterzeichnung bei der Beziehung zwischen dem Diktator und seinem Sohn. Sie ist daher insgesamt besser gelungen als bei »Far Cry 5«. Die Spieler·innen selbst werden sich allerdings ihren Spielspaß mehr aus der Spielwelt ziehen als aus der Rahmenstory.

Gameplay:
»Far Cry 6« bietet wiederum eine Fülle an Open-World-Aktivitäten. Neben der Hauptstory, vielen Nebenstorys und Seitenquests gibt es Sonderaufgaben, die für langen Spielspaß sorgen: Flugabwehrraketenstellungen zerstören, Außenposten infiltrieren, Schätze suchen, versteckte Kisten finden und vieles mehr.
Das funktioniert sehr gut, da die Belohnungen bei den Nebenaufgaben wiederum neue legendäre Waffen oder Outfits für Dani (wahlweise männlich oder weiblich) bieten. Damit hat man als Spieler·in stets neue »Karotten« vor der Nase und freut sich an den neuen Gadgets.

Das Waffenhandling funktioniert wunderbar, mit den tierischen Begleitern sowieso. Hier ragt das Krokodil als Begleiter hervor. Allerdings ist dieses Krokodil gerne selbstständig unterwegs, was eine lautlose Schleichmechanik untergräbt.

Die Kämpfe können auf zwei Schwierigkeitsgraden gespielt werden: Actionmodus oder der einfachere Storymodus. Aber bereits der Actionmodus ist recht einfach und stellt geübte Spieler·innen nur ab und an vor größere Probleme.

Mit den improvisierten Waffen kann man stundenlang herumexperimentieren: Hier mal ein neuer Schalldämpfer aufgeschraubt, hier mal eine neue Munitionsart aus den gesammelten Schrottteilen und eroberten Schießpulvervorräten des Diktators hergestellt. Der Experimentierfreude ist Tür und Tor geöffnet. Allerdings sind die legendären Waffen so stark, dass man nach einiger Zeit kaum noch an den herkömmlichen Waffen herumschraubt.
Die Impro-Waffen, wie beispielsweise der Waffen-Rucksack, machen Spaß und sorgen für herrliches Open-World-Chaos, wenn sich beispielsweise die Gegner gegenseitig angreifen, weil man sie mit einem Nervengift besprüht hat.

Auch die Feuermechanik ist gelungen. Wie schon im zweiten Teil der Reihe ist es nun möglich, einen Flächenbrand zu inszenieren. Das Feuer und sein Verhalten wirkt fast schon beängstigend real.

Die Spielwelt ist riesig und bietet auch mit der Stadt Esparanza zum ersten Mal in der »Far-Cry«-Reihe eine Stadtumgebung als Open-World-Spielplatz an. Das sorgt für Abwechslung und gehörig Rebellenflair.

Grafik und Sound:
Das Grafikgerüst von »Far Cry 6« ist wiederum die aus den Vorgängern bekannte Engine. Daher sollte man keine großen Sprünge erwarten. Aber die Entwickler·innen haben ihre Hausaufgaben gemacht und beweisen viel Geschick im Umgang der etwas betagteren Engine. Gerade die Lichtstimmungen am Morgen und Abend können sich sehen lassen und auch nachts macht die Inselwelt gehörig was her.
Die Animationen von Tier und Mensch sind wiederum sehr gelungen, auch die Pflanzenwelt sieht stimmig aus, was insgesamt dazu beiträgt, dass die Atmosphäre von »Far Cry 6« überzeugt.

Der Sound ist ebenfalls auf dem bekannten hohen Niveau. Einzig die Waffensounds sind bei der ein- oder anderen Waffe etwas dünn. Ansonsten ist viel geboten, u. a. verschiedene Radiosender, USB-Sticks mit Musikstücken drauf, lizensierte Songs.

Multiplayer:
Das Spiel lässt sich – wie schon im Vorgänger – kooperativ durchspielen. Das ist eine sehr gute Tendenz der Reihe, die unbedingt fortgesetzt werden sollte. Gemeinsam als Rebellen durch die Lande zu ziehen, macht mehr Spaß.

Fazit:
»Far Cry 6« ist ein gelungenes Open-World-Spiel, das weniger durch die Story als durch die geschickte Verzahnung und überwältigende Anzahl an Gameplay-Mechaniken überzeugt.
Im Vergleich zum Vorgänger ist es sogar ein Stück besser, da wenig gelungene Storykonzepte weggelassen wurden. Allerdings sollte man sich seinen eigenen Weg durch die Open-World bahnen wollen, denn dann hat man am meisten vom neuen »Far Cry«.

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Eure Meinung:

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PC-Game:

Far Cry 6
Entwickler: Ubisoft
Veröffentlichung: 7. Oktober 2021
USK: 18

ASIN: B08CP3ZD8J

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 14.11.2021, zuletzt aktualisiert: 14.11.2021 09:45