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Far Cry 5

Rezension von Cronn

 

Schon von weitem erkenne ich, dass auf dem Anwesen des durchgeknallten Nerds etwas nicht stimmt. Es stromern dort die verschiedensten Typen herum – und alle tragen automatische Maschinenpistolen, Shotguns und Sturmgewehre.

Ich nähere mich von oben, sitze in einem Hubschrauber, den ich mir von dem Nerd ausgeliehen habe. Nun werde ich mal ein wenig Chaos verbreiten!

Mit einem breiten Grinsen gehe ich in den Sinkflug über. Die Typen haben mich bemerkt, also ziehen sie ihre Waffen und gehen in Deckung.

Ich lasse den Hubschrauber mitten in die explosiven Benzinfässer krachen, springe vorher ab und gleite per Fallschirm in die nebenstehende Scheune. Gerade rechtzeitig, denn nun explodieren die Fässer und der Hubschrauber in einem grellen Feuerball.

Die Typen werden umhergeschleudert wie Gliederpuppen. Ich ziele mit meinem Sturmgewehr auf diejenigen, die noch wie verwirrte Hühner umherirren und lasse einen nach dem anderen mit einer exakten Salve zu Boden gehen.

Dann springe ich hinunter und übergebe dem Nerd die Alien-Artefakte, die ich auf der verlassen Bradbury-Farm inmitten des Kornkreises gefunden habe.

Aber das ist erst der Anfang vom Ende des religiösen Fanatiker-Clans …

 

Far Cry 5 ist der neueste Teil der erfolgreichen Shooter-Serie, die in Coburg beim Studio Crytek begann und dann vom Publisher Ubisoft weitergeführt wurde.

Entwickelt wurde »Far Cry 5« größtenteils bei Ubisoft Montreal, dem Erfolgsstudio, das schon für andere Hits wie beispielsweise Splinter Cell-Teile oder Beiträge zum Assassins Creed-Franchise erfolgreiche Meriten verbuchen konnte.

Doch wie gelungen ist die neueste Folge der Far Cry-Serie? Das soll die nachfolgende Rezension aufzeigen. Doch zunächst zur Hintergrundstory.

 

Hintergrund:

Während man in Far Cry 3 eine Inselgruppe befreite und in Far Cry 4 im Himalaya-Gebiet unterwegs war und in Far Cry Primal einen Abstecher in die Steinzeit machte, ist man beim neuesten Ableger »Far Cry 5« in den USA unterwegs, genauer gesagt im fiktiven »Hope County«.

Dort hat Joseph Seed mit seinen Geschwistern einen religiösen Terrorstaat errichtet und die Aufgabe des Spielers besteht anfangs darin, als Teil einer Polizeitruppe Joseph Seed festzunehmen. Dass dies gründlich schiefgeht, versteht sich von selbst. Von da an ist man zunächst auf sich allein gestellt und geht daran, dem Seed-Clan das Handwerk zu legen.

Die Story ist ordentlich, könnte aber viel mehr aus dem Thema machen. Es bleibt bei einem oberflächlichen Kommentar zu religiösem Fanatismus, der mehr als Schablone dient, als dass er Tiefgründigkeit besitzt. »Far Cry 5« ist mehr Ego-Shooter als Storyshooter, was verständlich, aber dennoch schade ist. Hier wäre mehr drin gewesen.

Wie schaut es denn mit dem Gameplay selbst aus?

 

Gameplay:

Gleich zu Beginn wird es selbstironisch: Einmal muss man auf einen Sendemast klettern, was vom NPC mit einem sarkastischen Spruch quittiert wird, dass dies das erst und letzte Mal sein soll. Damit wird klar: Nun hat man das Türmeklettern gestrichen, um die Map aufzudecken. Stattdessen findet man Landkarten. Vielen hat das Türmeklettern nicht gefallen, wobei ich sagen muss, dass ich es als eine schöne Abwechslung gefunden habe.

Ansonsten ist man wie gewohnt in einer Open-World-Sandbox unterwegs, diesmal ohne Minimap. Zu den Hauptmissionen gibt es sehr viele Nebenquests, die sich auch gestaffelt aufbauen, ähnlich wie beim neuen »Assassins Creed«. Aber die Nebenquests erreichen nie die Storyqualität von Assassins Creed: Origins, verbleiben dann doch beim üblichen Besorge-Dies-und-Jenes oder Befreie-diese-Station.

 

Der Aufbau der Sandbox ist ähnlich wie bei den Vorgängern. Überall gibt es Stationen der Feinde, die man auf verschiedenste Weisen ausschalten kann: Lautlos per Pfeil und Bogen oder auf Rambo-Art mit Raketenwerfer und Sturmgewehr. Nebenbei kann man die Gegend erkunden, durch Jagen Felle und somit Ausrüstung craften und seinen Charakter aufleveln. Das alles macht Spaß, auch dank des gelungenen Treffer-Feedbacks beim Schießen, und man kann sich auch Unterstützung durch Söldner oder Tiere holen. Dieser Aspekt ist recht ordentlich recycelt beim »Far Cry«-Franchise, erinnert an die Söldner von Far Cry 2 oder die Tiere von »Far Cry Primal«.

 

Leider trifft man auf den Straßen zu viele Gegner, gefühlt nach jeder Minute kommt ein Transport vorbei. Das sorgt für Hektik.

 

Sehr schön: Man kann einen Kumpel im Koop einladen und gemeinsam die Storymissionen spielen. Der Erfolg hinsichtlich der Kampagne wird allerdings nur beim Host gespeichert.

Mit »Far Cry Arcade« ist ein großer Baukasten an Bord, der sich noch in Zukunft beweisen muss. Hier können Maps erstellt, geteilt werden. Hier können Multiplayer-Matches gestartet werden. Das klingt alles sehr spannend und wird noch in Zukunft viel Spaß bringen.

 

Grafik und Sound:

Die Dunia 2-Engine sorgt für das sehr gute grafische Aussehen von »Far Cry 5« und auch der Soundaspekt ist hervorragend gelungen. Selbst die deutsche Synchro geht voll in Ordnung.

 

Fazit:

»Far Cry 5« ist ein Spiel, das ordentlich Spaß macht. Dabei hat man aber vergessen, handfeste Neuerungen in das Spiel einzubauen. Das, was geleistet wurde, reicht nicht aus, um »Far Cry 5« zu einer Revolution des Franchise zu machen, wie das bei »Assassins Creed« der Fall war. Unterm Strich bleibt ein »Far Cry 5« aber dennoch ein Spiel, das Shooterfans mit Lust zum kreativen Chaos sicherlich Spaß bereiten wird.

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PC-Game:

Far Cry 5

Ubisoft Montreal, 27. März 2018

USK: 18

 

ASIN: B071776CG3

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 03.04.2018, zuletzt aktualisiert: 14.09.2018 09:12