Tom Clancy's Splinter Cell Blacklist (PC, USK 18)
 
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Tom Clancy's Splinter Cell Blacklist

Rezension von Cronn

 

Langsam klettere ich die Leiter hinab, bemühe mich dabei kein Geräusch zu machen. Ich komme in der Kanalisation des Chicagoer Stadions an. Über mir verklingt die Weihnachtsmusik des Weihnachtsmarktes. Ich bin allein mit meinen Gedanken und Gefühlen.

Das Licht meines Nachtsichtgerätes leuchtet grün. Das Dreiauge hat mir schon so manchen guten Dienst in der Vergangenheit erwiesen. Sicherlich wird es auch heute wieder nützlich sein. Ich habe es in seiner Funktion aufgerüstet und kann nun Feinde entdecken, die hinter Wänden verborgen sind.

Als ich mich umsehe, erkenne ich zwei Laufgänge, die parallel zur Abwasserkanal-Straße verlaufen. Zwei Feinde patrouillieren dort. Über den Laufgängen erstrecken sich Rohre. Diese werde ich nutzen, um heimlich an die Gegner heranpirschen zu können.

Ich springe nach oben und hangele mich an den Rohren entlang, indem ich mit den Beinen die Rohre umklammere und mit den Armen entlangrutsche. Ich warte ab, bis der eine sich abwendet, um mich dann um den zweiten kümmern zu können.

Ich springe herab, trete dem Typen von hinten in die Kniekehle, so dass er rücklings umknickt. Dann halte ich ihm den Mund und Nase zu, auf dass er keine Geräusche mehr macht und die anderen alarmieren könnte. Als er ohnmächtig wird, lasse ich los - denn töten möchte ich niemanden ohne zwingenden Grund.

Der Kerl geht zu Boden und ich nehme ihn auf die Schultern, da ich nicht möchte, dass er von seinen Kameraden entdeckt wird, ehe ich meine Mission abgeschlossen habe. Daher verstecke ich ihn in einer dunklen Ecke. Nun ist sein Kollege an der Reihe. Ich muss mich beeilen, da weiter hinten die Geiseln auf ihre Befreiung warten …

 

Rezension:

Tom Clancy's Splinter Cell Blacklist ist Ende August erschienen. Damit hat Ubisoft den lang erwarteten neuen Teil aus der beliebten Splinter-Cell-Reihe auf den Markt gebracht.

Ubisoft hat das Game intern entwickelt und positioniert. Auf der letzten E3 wurden Szenen aus »Blacklist« gezeigt, die bei langjährigen Fans des Franchises große Bestürzung ob der Action-Ausrichtung hervorgerufen haben. Ob sich diese Befürchtungen im Endprodukt wiederfinden lassen?

 

Hintergrund:

Der Fourth-Echelon-Agent Sam Fisher wird auf einem Stützpunkt der US-Armee zum Zeugen eines terroristischen Anschlags. Die Attentäter sind allesamt Angehörige der sogenannten »Engineers«, einer Truppe von Terroristen, die Amerika ins Chaos stürzen wollen. Sie haben eine Blacklist mit Zielen erstellt, die nach und nach mittels Terror-Attacken zerstört werden sollen. Doch leider ist die Dechiffrierung der Blacklist zunächst nicht möglich und so fahndet Sam Fisher und seine Kollegen an Bord des Einsatzflugzeugs in trüben Gewässern.

Aber nach und nach wird Sam Fisher vom Jäger zum Gejagten. Doch schließlich dreht er den Spieß wieder um...

Die Story von »Tom Clancy's Splinter Cell Blacklist« ist sicherlich nicht besonders originell, aber sie wird auf spannende und dramaturgisch gelungene Weise präsentiert. Daher ist man stets daran interessiert, wie es weitergeht.

 

Gameplay:

Es darf Entwarnung gegeben werden: Im Vergleich zu den auf der letzten E3 gezeigten Szenen ist »Tom Clancy's Splinter Cell Blacklist« kein »Call of Duty mit Nachtsichtgerät« geworden. Die Actionbetonung wurde im fertigen Spiel zurückgefahren und zwar auf ein Level, das es dem Spieler selbst überlassen ist, wie er vorgeht. Auf diese Weise entsteht eine größtmögliche Freiheit.

 

»Tom Clancy's Splinter Cell Blacklist« lässt sich auf drei unterschiedliche Typen spielen - "Ghost" ist der klassische Spieltyp, in dem man lautlos agiert und Feinde bewusstlos schlägt, sie versteckt und ohne bemerkt zu werden vorgeht. Als "Panther" lauert man ihnen auf und tötet sie unbemerkt. Und als »Assault« pfeift man auf die lautlose Vorgehensweise und greift direkt die Feinde an.

Sehr gelungen ist dabei, dass man sich nicht auf eine Vorgehensweise festlegen muss. Im Gegenteil – man kann mal so, mal anders im selben Level agieren. Am Ende wird vom Spiel die Spielweise des Gamers analysiert und in die drei Typen einklassifiziert. An Bord des Flugzeugs rüstet man mit dem erhaltenen Geld Sam Fisher nach seiner bevorzugten Spielweise aus, macht ihn leiser oder gepanzerter, etc. pp.

 

Auch in den Levels selbst wird Offenheit propagiert. Stets gibt es viele Wege zum Ziel, die man sich selbst suchen darf. Das Erkunden wird auch mit Sonderboni belohnt.

Der Schwierigkeitsgrad zieht dabei behutsam an und man wird immer wieder durch neue Gegnertypen herausgefordert, seine Herangehensweise anzupassen. Im Dunkel verharren, Laufwege der Feinde erkunden und im richtigen Moment zuschlagen – das sind die klassischen Spannungselemente eines Splinter-Cell-Spiels und verfehlen auch hier bei »Tom Clancy's Splinter Cell Blacklist« ihre Wirkung nicht.

Doch selbstverständlich darf man auch neue Wege gehen und eher actionbetont die Situationen meistern. Allerdings belohnt »Tom Clancy's Splinter Cell Blacklist« den Actionweg nicht so stark wie den klassischen Weg, da der Actionweg etwas einfacher zu bewerkstelligen ist.

 

Grafik und Sound:

Das neue Abenteuer von Sam Fisher ist in grafischer Hinsicht nicht im Vergleich zum letzten Spiel aufgewertet. Man kann von Stagnation auf einem recht guten Level sprechen. Die Texturen sind hoch aufgelöst, die Animationen sauber und flüssig. Aber es fehlt dem Design etwas an Detailgrad, um auf höchstem Niveau in der Oberliga der Grafikmeisterschaft mitspielen zu können.

Der Sound ist allerdings ohne Makel. Stets sind Feinde sauber im Raum zu orten und auch die Musikuntermalung ist passend. Die deutsche Synchronisierung ist sauber, die Akteure machen ihren Job sehr gut, bemühen sich um passende Betonungen und leben ihre Charaktere mit der Stimme aus. Prima!

 

Multiplayer:

»Tom Clancy's Splinter Cell Blacklist« bietet klassisches Solo-Spiel ebenso an wie eine Multiplayer-Erfahrung. Der beliebte Söldner-Agenten-Modus mit dem asymmetrischen Gameplay ist wieder mit von der Partie, aber auch ein Koop-Teil mit speziellen Missionen wird geboten. Damit ist auch im Multiplayer-Bereich das Spielen von »Tom Clancy's Splinter Cell Blacklist« eine abwechslungsreiche Erfahrung. Schön ist zudem, dass man auch als Solist die Koop-Spielinhalte spielen darf, dann zusammen mit der Computer-KI.

 

Fazit:

»Tom Clancy's Splinter Cell Blacklist« ist ein sehr gutes Spiel geworden. Die große Freiheit der Herangehensweise macht den Wiederspielwert hoch und unterstützt Spieler, die sich nicht im Vornherein auf eine Spielweise festlegen lassen wollen.

Die Story motiviert, wenngleich Überraschungen hinsichtlich der narrativen Herangehensweise ausbleiben. Auf spielerischer Seite gefällt auch, dass man Sam Fisher je nach Belieben aufrüsten darf und auch mit einem Freund kooperativ, beziehungsweise auch kompetitiv im Söldner-Modus, spielen kann.

Das macht »Tom Clancy's Splinter Cell Blacklist« zu einem Überraschungshit, den man getrost jedem Fan der Reihe empfehlen kann und der auch Neu-Agenten begeistern wird.

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PC-Game:

Tom Clancy's Splinter Cell Blacklist

Ubisoft, 22. August 2013

Plattform: Windows 7 / Vista

USK: 18

 

ASIN B0088MEJTK

 

Erhältlich bei: Amazon

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240422143402c9edeaa1
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Erstellt: 28.09.2013, zuletzt aktualisiert: 14.04.2024 08:35, 13273