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Feenlicht von Jenny-Mai Nuyen

Reihe: Die Sturmjäger von Aradon

Rezension von Christel Scheja

 

Normalerweise sind junge Autoren wie Eintagsfliegen – sie haben, wenn sie nicht gerade Zyklen schreiben, ein bis zwei Erfolge und verschwinden dann wieder in der Versenkung. Nur wenigen ist es gegeben, sich länger zu halten, weil sie es schaffen sich mit jedem buch zu verbessern und zu reifen.

Jenny Mai –Nuyen ist eines dieser Talente, die sich mit Fleiß und immer neuen Ideen eine gewisse Fan-Gemeinde geschaffen hat, weil sie nicht nur ihren ersten Erfolg „Nijura – Das Erbe der Elfenkrone“ wiederholt, sondern sich an immer neue Themen und Werke wagt. „Feenlicht“ ist der Auftakt ihrer ersten Trilogie mit dem Titel „Die Sturmjäger von Aradon“.

 

Seit Menschengedenken benutzt man im „Lebenden Land“ die Magie, um sich das Leben zu erleichtern, das ohne sie nicht gerade einfach wäre trägt der Kontinent doch nicht ohne Grund diesen Namen, Da wogen Sanddünen heftig hin und her, Klippen verschlingen Lebewesen und so fort. Die Menschen sind es daher gewohnt, sich auf die Zauberkunst verlassen. Sie wollen die schwebenden Schiffe und andere Errungenschaften der Schutz vor den Unwägbarkeiten der Natur und Bequemlichkeit bieten nicht mehr missen und haben Angst vor dem Tag, an dem das nicht mehr so sein könnte.

Der Stoff, der die Aufrechterhaltung der Magie garantiert ist „Lirium“, das schwer zu finden und gefährlich zu handhaben ist. Diejenigen, die es aufspüren sind die sogenannten „Sturmjäger“, während die Magier es verarbeiten und umformen, damit auch der Rest der Menschen die Amulette und Zauber benutzen können.

Allerdings scheint die Essenz der Magie immer mehr zu schwinden, als sei sie langsam aufgebraucht. Deshalb ist ein Mädchen wie Hel, das durch einen Unfall in ihrer frühen Kindheit durch eines ihrer Augen „Lirium“ wahrnehmen kann ein großer Schatz für die „Sturmjäger“. So wächst sie auf dem schwebenden Schiff „Schwalbe“, das von der erfahrenen Gharra geführt wird, auf.

Eines Tages stürzt das Schiff jedoch aus unbekannten Gründen über der Wüste ab. Allein Hel überlebt dank der Hilfe eines geheimnisvollen jungen Fremden namens Mercurin, der sie in die Zwergenstadt Har’punaptra mitnimmt. Auch wenn sie einiges miteinander erleben, öffnet er sich ihr jedoch nie. Dafür entwickelt Hel Gefühle für den geheimnisvollen Jüngling, die ihr aber nicht bewusst werden, bis er sie verlässt.

Weil sie nicht weiß, was sie sonst tun soll, schließt sie sich der Mannschaft des jungen Sturmjägers Nova an, ohne zu ahnen, dass sie in Aradon eine neue Mission erwartet. Zusammen mit Nova, der zwergischen Attentäterin Harlem, dem weisen Magier Olowain und anderen soll sie dabei helfen nach vier Dämonen zu suchen, die das Land unsicher machen und dann auch noch heraus finden, wer „Mutter Meer“ ist, die angeblich das von der Magie ausgeschlossene Folk der Isen für einen Aufstand um sich schart.

 

Wieder überrascht Jenny Mai-Nuyen mit einem fremdartigen Szenario, das einerseits ungewöhnlich und exotisch, dann aber doch in sich stimmig zu sein scheint. Sie orientiert sich zwar an antiken und vorderasiatischen Zivilisationen, benutzt allerdings nur Versatzstücke, mit denen sie eine ganz eigentümliche Atmosphäre erschafft.

Darüber vergisst sie auch die Figuren nicht. Hel und Co sind sehr eigenwillige Figuren, die sich nicht mehr in einen bestimmten Archetypus pressen lassen. Sie entwickeln sich im Verlaufe des Romans, man lernt nach und nach immer neue Facetten ihres Wesens kennen und ist gespannt, wohin ihre innere Reise geht, während die äußere spannend und abwechslungsreich immer neue Haken schlägt.

Man merkt schon, dass sie den roten Faden verfolgt, nur hin und wieder kommt sie etwas ins Stocken und zieht einzelne Episoden zu sehr in die Länge. Aber das fällt nach dem Mittelteil nicht mehr ins Gewicht, da sie dann die Spannung immer mehr erhöht und erste Verbindungen miteinander knüpft.

Ob es Zufall ist, dass sich für den Auftrag neun Gefährten zusammen finden, die auch noch von einem weisen Magier angeführt werden und auf ihrer Reise auch einmal für mehrere Tagen von Zwergen geschaffene Kavernen durchqueren, sei dahin gestellt – das sind aber auch die einzigen Dinge, die wirklich an Epen wie dem Herrn der Ringe erinnern.

Als besonderen Bonus gibt es diesmal Zeichnungen der Autorin, die ihre Helden darstellen und einen interessanten Blick auf ihre eigene Phantasie werfen.

Man darf jedenfalls gespannt sein, wie sich die Geschichte noch weiter entwickeln wird, denn der erste Band wirft sehr viele Fragen auf, die noch nicht beantwortet werden.

 

„Feenlicht“ ist der ebenso exotische wie spannende Auftakt der „Sturmjäger von Aradon“, die wieder einmal zeigen, wie einfallsreich die junge Autorin ist, ohne dabei die Elemente zu vergessen, die ihre Romane für die Leser so fesselnd machen – lebendige Beschreibungen und sympathische Charaktere.

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Feenlicht

Reihe: Die Sturmjäger von Aradon, Bd. 1

Autorin: Jenny Mai-Nuyen

gebunden, 475 Seiten

cbt, erschienen September 2009

Titelbild von Benita Winckler, Karte und Innenillustrationen von Jenny Mai-Nuyen

ISBN-10: 3570160335

ISBN-13: 978-3570160336

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 28.12.2009, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06