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Feuer von Wolfgang Hohlbein

Rezension von Stefan Sasse

 

Will, der Held der Geschichte ist ein durchschnittlicher Kleinkrimineller, der sich durch das Leben schlägt indem er Autos klaut.

Nachdem er einige Jahre lang im Gefängnis saß, führt ihn sein Weg direkt zu Georg, einem Gangsterboss, der seinen Sitz in Köln hat und ihm immer wieder Aufträge zukommen lässt, die ihn über Wasser halten.

Mit einem geklauten Auto, dass er bei Georg abliefern soll passiert es schließlich, direkt vor der abgebrannten Ruine einer Jugendstilvilla läuft ihm ein Kind vor den Wagen. Erschrocken läuft er dem davonrennenden Kind in das Haus nach.

Nachdem sich das Katz und Maus Spiel nach einigen Seiten wieder nach draußen verlegt, macht Will Bekanntschaft mit einem Schläger und einer verschleierten Frau. Der Schläger tut seine Arbeit, woraufhin die unbekannte Frau Will mit einer hohen Summe für seine Verletzungen entschädigt. Sie lassen ihn laufen, wenn er nichts von dem verrät, was geschehen ist, zur Vorsicht nimmt ihm der Schläger seinen Personalausweis ab.

Am nächsten Tag steht die Polizei vor seiner Tür. Leider hat man in einem ausgebrannten Autowrack die Leiche des Schlägers und in einer seiner Taschen Wills Personalsausweiß gefunden. Als wäre das noch nicht genug, spaziert, nachdem die Polizei verschwunden ist, das Mädchen vom Vorabend in die Wohnung und behauptet, dass sie sich die Nacht über auf dem Balkon versteckt habe. Mit einigen Lügen und Erpressungsversuchen gelingt es ihr Will in die Ecke zu drängen und ihm das Versprechen abzuwringen, sie zu verstecken, ohne sie an die Polizei zu verraten.

Wenig später steht jedoch genau die erneut vor seiner Tür um das Mädchen abzuholen. Hier wird die Sache skurril, erneut taucht eine junge, sehr hübsche Frau auf, schaltet die beiden Polizisten und Will mit Kampfsporttechniken und dem Einsatz eines Elektroschockers aus, entschuldigt sich für alles und wirft sich das Mädchen, nachdem sie das Kind ebenfalls mit dem Werkzeug betäubt hat über die Schulter und rät allen das Haus so schnell wie möglich zu verlassen.

Danach hören die drei sie nur noch durch das Haus rennen und „Feuer“ rufen. Kurz danach bricht die Hölle los. Kochende Lava steigt unter dem Haus hervor, alles fängt Feuer und Will schafft es irgendwie sich zu retten, doch die beiden Polizisten sterben und seine Wohnung mit seiner umfassenden Drachensammlung brennt aus. Daraufhin gilt er als tot und schlüpft bei Georg unter, der ihn zuerst zuvorkommen behandelt, dann jedoch einsperrt. Will versteht die Welt nicht mehr, alles wird immer undurchsichtiger. Er ergreift die Chance zur Flucht, als sie sich bietet, benutzt bei der Gelegenheit Georgs Jaguar als Fluchtfahrzeug und macht sich auf die Suche nach dem Mädchen, dass ihm nicht mehr aus dem Kopf geht.

Er beginnt bei der ausgebrannten Villa zu suchen und entdeckt dort ein Gefängnis, dass offensichtlich als Kinderzimmer gedient hatte.

Immer wieder wird er von seltsamen Visionen aus früheren Leben heimgesucht, die unzusammenhängend und fremd aus vergangenen Zeiten stammend, zusätzlich für Verwirrung sorgen.

Als er schließlich mit viel Glück erneut auf ihre Spur kommt und in das Haus einbricht, in dem er sie vermutet macht er eine erschreckende Entdeckung und erfährt ein großes Geheimnis, als das Mädchen dann auch noch von Georg entführt wird eskaliert die Situation...

 

Anfangs ist die Geschichte spannend und man möchte wissen, was hinter den geheimnisvollen Fremden steckt, was das Mädchen mit Will zu tun hat und vor allem, welchen Beitrag dieser zu der ganzen Sache geleistet hat. Jedoch kippt das ganze bald. Die Geschichte fängt an sich hinzuziehen, die ständigen Monologe, für die Hohlbeins Figuren bekannt sind, fangen an zu nerven, nachdem sie sich wirklich ständig wiederholen. Mit Feuer hat das ganze nur oberflächlich zu, oder hintergrundgeschichtlich zu tun. Erwartet man bei diesem Titel, das tatsächlich die Welt anfängt zu brennen und die Menschen nicht mehr dagegen ankommen, brennt nur immer wieder einmal ein Haus oder ein Auto.

Es ist ein ganz netter Roman, den man lesen kann, wenn man gerade einmal nichts anderes zu tun hat. Zu seinen besten Büchern gehört dieses jedoch auf keinen Fall!

Der erste Teil des Buches liest sich flüssig und spannend, der Zweite zieht sich jedoch extrem in die Länge, obwohl es gelegentlich zu überraschenden Wendungen kommt, die man als geübter Hohlbein Leser jedoch erahnen kann.

Die Aufmachung des Buches ist schlicht, das Titelbild, ebenso wie bei Flut einfach gehalten, jedoch effektiv. Die Farbe ist passend rot. Insgesamt umfasst das Buch über 800 Seiten, also ein durchschnittlicher Hohlbein Roman, jedoch ist die Schriftgröße maximiert, sodass es mehr erscheint als es in Wirklichkeit ist.

Alles in allem ist es ein durchschnittlicher Roman den man für wenig Geld erhalten kann, er ist seine 8,95 € im Taschenbuchformat wert.

 

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Feuer

Autor: Wolfgang Hohlbein

broschiert - 720 Seiten

Droemer/Knaur (Januar 2006)

ISBN: 3426632578

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 03.07.2006, zuletzt aktualisiert: 11.05.2021 21:25