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Fiona – Als ich tot war von Harry Bingham

Reihe: Fiona Griffiths Band 3

 

Rezension von Christel Scheja

 

Und weiter geht es mit dem dritten Teil von Fiona Griffiths, der ungewöhnlichen Ermittlerin aus Wales, die in Cardiff immer wieder ihre Kollegen und Vorgesetzten überrascht. „Als ich tot war“, der dritte Band der Reihe ist wohl erstmals bei Rowohlt erschienen und wird nun zusammen mit den ersten beiden Bänden als Taschenbuch neu aufgelegt.


Fiona arbeitet eigentlich im Dezernat für Schwerverbrechen, aber ihre Kollegen schieben sie, weil sie ihnen zu unheimlich und vielleicht auch ein bisschen zu gut ist, auf die unwichtiger scheinenden Fälle ab, bei denen viel Papierkram abfällt, so wie ein Betrugsfll in einem Möbelhaus. Allerdings bleiben die Leichen nicht lange aus, schon bald werden zwei Menschen – auf grausame Art ermordet – gefunden die mit dem Fall zusammenhängen.

Ganz offensichtlich sind diese Verbrechern ins Gehege gekommen oder lästig geworden, die sehr, sehr viel Geld machen.

Und genau das lässt Fiona nicht ruhen, sie nutzt die Spezialausbildung, die sie erst vor ein paar Wochen beendet hat und lässt sich für eine andere Art der Aufklärung einspannen. Als Undercover-Polizistin wird sie zu Fiona Grey, einer arbeitslosen Buchhalterin, die sich mit Putzen aufrecht erhält und kommt so in Berührung mit den Leuten, die immer wieder gestrauchelte Existenzen suchen, die sie für ihre Zwecke brauchen können.

Schon bald steckt sie mittendrin und macht gemeinsame Sache mit ein paar zwielichtigen Typen, die in einer groß angelegten Aktion daran arbeiten, Millionen in ihre Kassen spülen zu lassen. Doch das hat auch seinen Preis.


Wer glaubt, dass eine psychisch so instabile und unberechenbare Persönlichkeit wie Fiona als Undercover-Cop fehl am Platz ist, der irrt, denn der Autor schafft es überzeugend zu begründen, wie ideal sie dafür ist, denn sie schafft es nicht nur, ihre neue Rolle zu verinnerlichen sondern auch Spaß daran zu haben – vielleicht zu viel Spaß. Aber durch ihre verdeckte Arbeit kommt sie in Berührung mit Leuten, bei denen sie sich einfach nur wohl fühlen kann.

Auch schafft sie es, so in ihre Rolle einzutauchen, dass niemand ihr auf die Schliche kommt, wenngleich sie dabei auch merkt, dass die Grenzen zwischen ihrem wahren ich und der erfundenen Persönlichkeit verschwimmen.

Das scheint sehr gut recherchiert zu sein, denn ihr Verhalten wirkt authentisch geschildert, genau so wie das Leben und die Arbeit eines Undervover-Polizisten.

Fiona, die es eh mit Recht und Unrecht nicht so genau nahm, lernt zusammen mit dem Leser so auch neue Facetten ihrer Persönlichkeit kennen und erweitert ihren Horizont, und das sind Dinge, die sie im Gegensatz zu den beiden ersten Büchern etwas reifen und sich gelungen weiter entwickeln lassen.

Heraus kommt ein erneut atmosphärisch dichter und zudem auch noch sehr spannender Krimi, der zudem auch noch viele Anleihen aus dem Thriller nimmt und deshalb um einiges rasanter seinen Lauf nimmt, als die beiden ersten Bücher, in denen es doch noch etwas ruhiger vor sich ging


„Als ich tot war“ ist der bisher beste Band der „Fiona Griffiths“- Reihe von Harry Bingham denn die Geschichte stimmt einfach von vorne bis hinten – ist abwechslungsreich, überraschend und dramatisch und ermöglicht es der Hauptfigur trotz ihrer psychischen Erkrankung neue Grenzen und Facetten ihres Ich zu entdecken und dadurch zu reifen, was durch die sorgfältige Recherche besonders überzeugend wirkt.

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Eure Meinung:

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Buch:

Fiona – Als ich tot war

Original: The Strange Death of Fiona Griffiths, 2014

Reihe: Fiona Griffiths Band 3

Autor: Harry Bingham

Taschenbuch, 511 Seiten

rororo, Juni 2018

Übersetzung: Andrea O‘Brian

 

ISBN-10: 3499290367

ISBN-13: 978-3499290367

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle Edition:B0713XBWS8

 

Erhältlich bei: Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 01.07.2018, zuletzt aktualisiert: 11.05.2021 21:25