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Flüsternde Schatten von Peter Schwindt

Reihe: Libri Mortis Trilogie Bd. 1

Rezension von Carina Schöning

 

Rezension:

„Flüsternde Schatten“ ist der erste Teil der Mystery-Trilogie „Libri Mortis“, in der der deutschen Autor Peter Schwindt die Geschichte von der jungen Rosalie Claireveaux und ihren gefährlichen Abstieg in den düsteren Katakomben unterhalb von Paris erzählt. Der Roman ist ursprünglich als Hardcover im Loewe Verlag erschienen, nun liegt aber auch die preisgünstige Taschenbuch-Ausgabe aus dem Heyne Verlag vor, wobei beide Ausgaben inhaltlich gleich sind.

 

Normalerweise hasst die junge Französin Rosalie ihren Geburtstag. Vor genau 16 Jahren ist ihre Mutter Marguerite bei ihrer Geburt ins Wachkoma gefallen und wird seitdem in einem renommierten Krankenhaus künstlich beatmet und ernährt. Für ihre Großmutter Fleur ist dies kein Zustand. Schon seit längerer Zeit streitet sie sich daher regelmäßig mit ihrem ungeliebten Schwiegersohn Maurice, Rosalies Vater um das Ausschalten der Geräte. Bei jedem gemeinsamen Besuch ist Rosalie von dem zänkischen Verhalten von Fleur und Maurice genervt. Dieses Mal ist es aber besonders schlimm. Die Großmutter ist selbst an Leukämie erkrankt und will vor ihrem Tod das Leiden ihrer ehemals hübschen Tochter schnell und schmerzlos beenden. Dafür will sie notfalls zusammen mit ihrem Anwalt kämpfen.

Währenddessen muss sich Rosalie mit den normalen Problemen und Tücken des Alltags herumschlagen. Die chaotische Teenagerin steckt mitten in der Pubertät und schafft es weder pünktlich die Schule zu besuchen, noch lernt sie ausreichend für ihre Noten. Entsprechend schlecht fallen dieses aus und erstmals ist auch Rosalies Versetzung gefährdet. Zudem passieren seit ihrem Geburtstag immer wieder seltsame Dinge, die der rebellischen Einzelgängerin Angst und Bange machen. In ihrem Badezimmer hört Rosalie plötzlich fremde Stimmen und auf dem Schulhof des Montaigne sieht sie einen unbekannten Mann, der sich später als der verschollen geglaubte Hausmeister herausstellt. Bei ihrer Mutter hat es komischerweise genauso angefangen. Ab Marguerites 16. Geburtstag haben ihre manisch-depressiven Anfälle und Wahnvorstellungen begonnen. Anscheinend hat Rosalie doch mehr von ihrer Mutter geerbt als vermutet. Zusammen mit ihrem afrikanischen Freund Ambrose stellt sie Nachforschungen an. Die fremden Stimmen führen die beiden geradewegs in die tiefe Unterwelt der berühmt-berüchtigten Stadt der Liebe. Dort in den düsteren Katakomben und verzweigten Tunnelsystemen entdecken sie das mysteriöse Geheimnis des ehemaligen Hausmeisters.

 

Der im Siegerland lebende Autor Peter Schwindt hat schon bei seinen anderen Jugendroman-Reihe wie „Justin Time“ oder „Gwydion“ geschickt historische Themen mit einer spannenden Handlung verwoben, die nicht nur die jüngere Zielgruppe anspricht, sondern auch für manchen erwachsenen Fantasy-Leser interessant ist. „Flüsternde Schatten“ bildet hier keine Ausnahme. Mit einem guten Gespür für die Figuren erzählt der vielseitige Autor von Rosalie und den seltsamen Geschehnissen um sie herum. Besonders das ungewöhnliche Setting fällt dabei sofort ins Auge. Sehr genau und detailliert werden hier die einzelnen Abschnitte unterhalb der Stadt beschrieben, so dass man sich als Leser gut davon ein Bild machen kann. Auch die Figuren überzeugen und sind gut gezeichnet. Besonders die pubertäre Teenagerin Rosalie bietet mit ihren typischen Eigenarten und Schrullen viel Identifikationspotenzial für Gleichaltrige und lockert mit ihrem Humor immer wieder die Handlung auf. Fast schon ihr Gegenteil ist Ambrose, der wesentlich ernster, disziplinierter und erwachsener ist. Er kämpft aktiv gegen die Vorurteile seiner Abstammung und der deprimierende Lebenssituation in den ärmeren Vororten von Paris. Im Laufe der Handlung stoßen beide auf so manche unheimliche Überraschung. Der Roman ist insgesamt flüssig geschrieben und überrascht positiv mit einer dichten Atmosphäre und leichtem Grusel. Negativ daran ist eigentlich nur der Schluss, denn dieser fällt sehr offen aus und viele Fragen bleiben hier noch unbeantwortet. Ungeduldige Leser können dann zu den beiden Fortsetzungen der „Libri Mortis“ Trilogie „Schlaflose Stimmen“ und „Lauernde Stille“ im Hardcover greifen, auf die Taschenbuch-Ausgabe dagegen muss man leider noch ein wenig warten.

 

Insgesamt ist „Flüsternde Schatten“ ein spannender Mystery Roman für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren. Der Auftakt der Trilogie überzeugt mit sympathischen Figuren und einem betont düsterem Setting.

 

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Roman:

Flüsternde Schatten

Reihe: Libri Mortis Trilogie Bd. 1

Autor: Peter Schwindt

Heyne Verlag (2009)

Deutsche Originalausgabe 2006 Loewe Verlag

Umschlaggestaltung Nele Schütz Design, München

Altersempfehlung ab 14 Jahren

Taschenbuch, 396 Seiten

ISBN 978-3-453-53337-0

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 22.01.2010, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59