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Frostfeuer von Kai Meyer

Rezension von Christoph Weidler

 

Weit im Norden, wo die Nacht endet liegt unter Nebeln das Reich der Schneekönigin. Die junge Magierin Tamsin Spellwell wagt mit ihrem Vater, was sich bisher keiner getraut hat - sie stiehlt einen Splitter aus dem Eisherzen der Schneekönigin um die tyrannische Herrschaft der Schneekönigin über ihr Reich zu brechen. Tamsin Spellwell gelingt zwar dieser gefährliche Diebstahl und sie kann vor der Wut der Schneekönigin flüchten, doch sie zahlt einen hohen Preis dafür: Den Tod ihres geliebten Vaters.

Der Weg ihrer Flucht führt die Magierin Tamsin nach Sankt Petersburg, eine Stadt die der eisige Winter fest in seinen Klauen hält, und wie sie dort bei einer Begegnung mit Väterchen Frost erfährt, erst der Anfang eines grausam tödlichen Winters bedeutet. Denn ohne den Splitter ist das Herz der Schneekönigin nicht vollständig und sie verliert ihre Macht, der Effekt den sich Tamsin bei ihren Diebstahl auch erhofft hat. Doch sie hat dabei nicht bedacht, dass die Schneekönigin ohne ihre vollständige Macht den Winter, das Eis und die Kälte nicht mehr kontrollieren kann und diese Elemente nun die Welt in eine neue Eiszeit zu bringen drohen. Ein Zwiespalt für die Magierin Tamsin, denn das war nicht so von ihr gedacht, aber auf ihre Rache für den Tod ihres Vaters möchte sie auch nicht verzichten.

 

In dem altehrwürdigen Grandhotel Auora in Sankt Petersburg lebt und arbeitet das Mädchen Maus. Seit ihrer Geburt ist Maus in dem Hotel und hat dieses noch nie in ihrem Leben verlassen. Als Schuhmädchen tristet sie dort ihr trübes und eintöniges Dasein und wird von den anderen Angestellten, da sie mehr wie ein Junge als ein Mädchen aussieht, auch gerne als Mädchenjunge beschimpft, gehänselt und verachtet. Einzig der Tänzer Kukuschka hat immer ein freundliches Wort und offenes Ohr für Maus und die Freundschaft zu ihm läßt Maus so manche schweren Tage leichter ertragen.

Als eines Tages ein ungewöhnlicher Gast zusammen mit einen kleinen rehäugigen Jungen in dem Hotel einkehrt ändert sich Maus bisheriges Leben. Die Schneekönigin ist der Magierin Tamsin Spellwell nach Sankt Petersburg gefolgt und in dem Grandhotel Auora abgestiegen. Ein Umstand, welcher der Tamsin nicht verborgen bleibt und so tritt sie mit Maus in Kontakt in der sie die perfekte Hilfe für ihre Pläne findet. Schnell baut sich eine Freundschaft zwischen den Beiden auf. Gemeinsam versuchen sie den Plänen der Schneekönigin auf die Schliche zu kommen und sie in eine Falle zu locken. Doch es läuft nicht alles so wie geplant und schon bald findet sich Maus in einen magischen Kampf zwischen den beiden Kontrahenten wieder.

 

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Frostfeuer ist ein märchenhaftes, spannendes und fesselndes Werk mit Anlehnung an H.C. Andersens "Schneekönigin" und spielt im Russland des 19. Jahrhundert zur Zeit der Zaren. Obwohl fast die gesamte Handlung sich rein nur in dem Hotel Auora abspielt, gelingt es Kai Meyer, trotz des eingeschränkten Handlungsortes, das für den Leser kein Moment Langeweile aufkommt. Im Gegenteil, durch die äußerst gelungene Darstellung der Protagonistin Maus, welche man einfach nur liebgewinnen muß und mit ihr mit fiebert, in Verbindung mit der sehr guten und runden Handlung und den märchenhaften Einflüssen aus Andersens "Die Schneekönigin" oder "Väterchen Frost" bietet uns Kai Meyer hier ein Werk welches man erst wieder weglegt wenn man die letzte Seite "verschlungen" hat. Sehr gelungen ist auch die Darstellung des Wandels der Protagonistin Maus von einen verängstigten Mädchen, für den ihr persönliches Universum in dem Hotel Auora besteht, zu einen mutigen und selbstbewußteren Menschen. Diese verschiedenen Stufen und Fassetten der dazu nötigen Entwicklung weiß Kai Meyer gekonnt und überzeugend auszuspielen.

Frostfeuer bietet alles mit was man als Leser von einen guten phantastischen Jugendbuch verlangen kann: Magie, Freundschaft, Verrat, Spannung, Action und ein Feuerwerk an Überraschungen. Bis zur letzten Seite ist man als Leser im Zweifel wer denn nun die wirklich Böse ist, die herrscherische und eiskalte Schneekönigin oder die freundliche, ewig gut gelaunte Magierin Tamsin Spellwell, welche mit allen Mitteln ihre Rache umsetzen möchte. Laßt euch überraschen!

Auf alle Fälle bleibt als Schlußsatz gesagt, den begehrten internationalen Literaturpreis: den CORINE 2005 hat Kai Meyer mit diesem Werk auf alle Fälle verdient. Neben einigen anderen wenigen absoluten Highlights der phantastischen Jugendliteratur ist Frostfeuer eines der besten Werke des bisherigen Jahres 2005.

 

Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 3 von 3.

FantasyFan01
Sonntag, 09. August 2009 19:24 Uhr
Unterhaltend, aber nicht unbedingt eins der besten Werke von Kai Meyer.

Petra
Samstag, 04. Februar 2006 12:20 Uhr
Das Buch ist spannend únd lustig. Ich finde das man das mal gelesen haben muss

Kornelia
Freitag, 02. Dezember 2005 15:23 Uhr
Einfach tolles Buch - musste es in einem Rutsch lesen!!!

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Buch:

Frostfeuer

Autor: Kai Meyer

Illustration: Joachim Knappe

Gebundene Ausgabe

304 Seiten

ISBN: 3-7855-5441-9

Verlag: Loewe Verlag

erschienen Juni 2005

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 29.07.2005, zuletzt aktualisiert: 20.09.2019 15:49