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Godzilla

Regisseur Gareth Edwards entwickelt eine Vision menschlicher Tapferkeit und Friedenssehnsucht im Angesicht titanischer Naturgewalten, denen nur der monumentale Godzilla entgegentreten kann, weil die Menschheit ihnen schutzlos ausgeliefert ist.

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Armin, 25.08.2016, 14:57:
Sechzig Jahre hat das Monster »Godzilla« inzwischen schon auf dem Buckel. Die japanische Filmindustrie hat ihm in dieser Zeit unzählige Streifen gewidmet, früher im Deutschen oft sinnfrei übersetzt (statt »Godzilla« tauchten gerne Frankenstein oder King Kong im Titel auf). Aktuellere Filme wie »Godzilla gegen Destoroyah« (1995) oder »Godzilla vs. Megaguirus« (2001) waren hierzulande nicht mehr im Kino, sondern meist sofort auf DVD zu sehen. Hollywood versucht jetzt zum zweiten Mal, dem Phänomen »Godzilla« gerecht zu werden. Wo Roland Emmerichs Version von 1998 aus heutiger Sicht vor allem unfreiwillig komisch wirkt – und sich im bislang letzten Film der japanischen Macher (»Godzilla: Final Wars«, 2004) auch noch kräftig verspotten lassen musste –, will nun also Gareth Edwards (»Monsters«) an den Urfilm von 1954 anknüpfen.

Die Katastrophe in einem japanischen Kernkraftwerk beschäftigt den Wissenschaftler Joe Brody (Bryan Cranston) auch 15 Jahre später noch. Gemeinsam mit seinem Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson), Bombenspezialist der US-Armee, stellt er verblüfft fest, dass es im betroffenen Gebiet keine Spur mehr von radioaktiver Verstrahlung gibt. Die Erklärung liefert der etwas mysteriös daherkommende Ichiro Serizawa (Ken Watanabe): Ein gigantisches Urzeitmonster, das man gefangen hält und »Muto« getauft hat, labt sich an der Strahlung. Es bricht dann auch gleich aus und macht sich auf den Weg nach Nevada, wo das passende Weibchen wartet. Das Militär bekämpft beide zwar mit allen Mitteln, erweist sich aber als hilflos. Verhindern will die Zusammenkunft der Ungeheuer ausgerechnet Godzilla, der sich aus irgendwelchen Gründen zum Wächter der Erde aufgeschwungen hat.

Edwards‘ Film hat im Kern ein ganz ähnliches Problem wie sein Hollywood-Vorgänger: Sämtliche menschlichen Figuren bleiben vollkommen uninteressant – und das trotz Star-Besetzung: Am ehesten sorgt noch Bryan Cranston (»Argo«) als verzweifelter Wissenschaftler für halbwegs interessante Momente. Aaron Taylor-Johnsons (»Kick-Ass«) Soldat bleibt unglaubwürdig, auch Ken Watanabe (»Inception«) vermag überhaupt nicht zu überzeugen. Sie alle verblassen im Schatten der Monster, die den Film eindeutig dominieren. Doch obwohl die Viecher wirklich riesig sind, bleibt auch hier das echte Prickeln aus. Die beiden »Mutos« sind lächerlich schlecht animiert, jeder B-Horror-Streifen fährt liebevoll gestaltetere Ungetüme auf. Godzilla selbst ist da immerhin schon eher ein Hingucker. Inhaltlich hat der Film leider nicht viel mehr als Zerstörungsorgien zu bieten, der Ansatz, die Fukushima-Katastrophe mit leicht erhobenem Zeigefinger mahnend einzubinden, will auch nicht so recht fruchten. Und so schwankt »Godzilla« zwischen durchaus eindrucksvollen Bildern, wenn etwa San Francisco zerlegt wird, und jeder Menge Langeweile, wenn die Monster dann wieder ein Ruhepäuschen einlegen.

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Godzilla

Jahr: 2014

Regie: Gareth Edwards

Fantasy

 

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Erstellt: 25.08.2016, zuletzt aktualisiert: 25.03.2018 18:55