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Götter des Grauens herausgegeben von Roman Sander

Reihe: H. P. Lovecrafts Schriften des Grauens Band 2

 

Rezension von Cronn

 

Seit vielen Jahren erfreut sich der Kult rund um den amerikanischen Schriftsteller Howard Philips Lovecraft großen Zuspruchs. Es existiert eine Vielzahl an Nachahmern, die seine Stories in Bezug auf Setting und Atmosphäre weiterschreiben wollen. Dies gelingt oftmals gut, manchmal sogar sehr gut. Leider gibt es aber auch Beispiele dafür, wie solche Epigonen-Projekte scheitern.

Nun hat sich der renommierte Blitz-Verlag aufgemacht, eine Reihe von Büchern herauszugeben, welche den Titel tragen H. P. Lovecrafts Schriften des Grauens. Der Band Götter des Grauens ist der zweite Band der Reihe und stellt verschiedene Stories internationaler und nationaler Autoren vor. Wie gelungen die Anthologie ist, das soll die nachfolgende Rezension zeigen.

 

Inhalt und Kritik:

Der Reigen der Stories wird mit Das Auge des Fisches eröffnet. David A. Riley beginnt zunächst vielversprechend mit einer Prämisse, wie sie auch Lovecraft verwendet hat: dem Fund eines bizarren archäologischen Relikts. Der atmosphärisch langsame Aufbau wird aber mehr und mehr überstürzt zu einem actionlastigen Hollywood-Reißer umgeworfen, der überhastet daherkommt.

 

Tepes von Hans Dieter Römer verwendet das Dracula-Motiv und verbindet es lose mit dem Cthulhu-Mythos. Leider verbleibt die Story dabei kaum mehr als ein Aufriss.

 

Mitternachtsruinen verspricht mehr zu sein als dies. Die Story von Jack Eden lässt sich mehr Zeit und erschafft auch eine interessante Kulisse mit der finsteren Insel. Dennoch endet auch sie für den Leser eher unbefriedigend, da zu wenig erklärend.

 

Dahingegen bringt Eingesperrt von David A. Riley eine sehr realistische Situation zunächst: In einem englischen Pub sind mehrere Freunde von einem Dunkel in ihrer Freiheit beraubt. Die Story verspricht einen dunklen britischen Humor zu versprühen, doch es verbleibt bei den Ansätzen. Auch die Auflösung erscheint keineswegs erhellend und so dümpelt die Story vor sich hin, ohne spannend zu sein.

 

Der Priester des Dagon bezieht sich vom Titel her explizit auf eine Lovecraft-Story. Der Autor Gary Lovisi kann damit recht gut überzeugen, denn die Geschichte bietet grausige Szenen und genügend Bezüge zum Mythos.

 

Staub zu Staub ist kurz und knackig. Wilum Hopfrog Pugmire schildert darin das Ritual einer Wiedererweckung, die anders endet, als erhofft. Gelungen, dank des angedeuteten Endes.

 

Nacht über Arkham ist von Jörg Kleudgen und routiniert erzählt. Der Stil ist zwar eloquent wie vom Autor gewohnt, aber dennoch wirkt die Story eher wie eine Fingerübung denn als eine durchkomponierte Erzählung.

 

Kfag’n Thoru von Hans Dieter Römer hat den schwierigsten Titel und bietet einen eng an die Erzählweise von Lovecraft gebundenen Ton. Die Geschichte rund um einen Mulatten mag zwar nicht im Lovecraft-Geist verfasst worden sein (Lovecraft würde als Rassist niemals einen Mulatten derart viel Eloquenz zusprechen), aber gerade das macht sie reizvoll. Auch die Geschichte selbst ist originell und kann gefallen.

 

Fazit:

»Götter des Grauens« ist eine Sammlung, die man als Lovecraft-Fan nicht unbedingt gelesen haben muss. Es gibt durchaus einige Lichtblicke, aber auch viel Schatten. Darum kann die Anthologie nur denjenigen empfohlen werden, die Hardcore-Sammler von Lovecraft-Pastiches sind.

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Eure Meinung:

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Buch:

Götter des Grauens

Reihe: H. P. Lovecrafts Schriften des Grauens Band 2

Herausgeber: Roman Sander

Blitz-Verlag, 2017

Taschenbuch, Seiten: 198

Übersetzer: Frank Roßnagel

Cover und Illustrationen: Mark Freier

 

Erhältlich nur direkt beim Blitz-Verlag

Inhalt:

  • Das Auge des Fisches – David A. Riley
  • Tepes – Hans Dieter Römer
  • Mitternachtsruinen – Jacke Eden
  • Eingesperrt – David A. Riley
  • Der Prister des Dagon – Gary Lovisi
  • Staub zu Staub – Wilum Hopfrog Pugmire
  • Nacht über Arkham – Jörg Kleudgen
  • Kfag'n Thoru – Hans Dieter Römer

Weitere Infos:


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Erstellt: 04.09.2018, zuletzt aktualisiert: 27.11.2018 17:28