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Götterschwert von Frédéric Neuwald

Rezension von Carsten Kuhr

 

Was macht man, wenn man aussieht wie ein Wikinger und einen berühmten Vater hat, der weltweit anerkannter Indien-Experte ist – man sucht sich einen geruhsamen Job als Archäologe im Louvre und geniesst das Leben. Doch dann entdeckt Morgan Lafet im Nachlass eines Kollegen ein dreitausend Jahre altes Schwert. Nicht Besonderes sagen sie? Nun, das würde stimmen, wenn der grosse Zahnstocher nicht aus einer Titanlegierung bestehen würde. Zusammen mit seinem etwas tollpatischem Mitarbeiter Hans und einer Ägyptischen Archäologin macht sich Morgan auf, das Mysterium zu ergründen. Verfolgt von skrupellosen Killern, Sekten und im Auftrag eines scheinbar allwissenden Auftraggebers suchen unsere drei im Bleihagel nach dem grab Alexanders, und dem Rest der Rüstung, die einst Caligula und davor vielleicht sogar dem sagenhaften Achilles gehört hat ...

 

Phantastisch angehauchte Thriller sind zur Zeit, Dan Brown sein Lob und Dank en vogue. Dabei ist leider nicht alles Gold was glänzt, und so machte ich mich mit ein wenig Skepsis an die Lektüre des Debutromans von Frédéric Neuwald.

Alles fing ein wenig geruhsam, fast behäbig an. Wir lernen unsere Protagonisten kennen, erfahren von einem Verbrechen, und werden mit einem geschichtlichen Rätsel konfrontiert. Dann aber geht im wahrsten Sinne des Wortes die Post ab. Der aus der Filmbranche stammende Autor brennt ein Feuerwerk voller rasanter Action und Rätsel ab, die es in sich haben. Temporeich führt er uns in seiner Jagd nach dem Rüstung einmal rund ums Mittelmeer, fesselt uns mit seinen ungewöhnlich kantig und sympathisch gezeichnete Protagonisten. Die Handlung jagt von einem Highlight zum nächsten, nicht immer ganz glaubwürdig, aber voller Drive und atemloser Spannung.

 

Am Ende des Romans, und das ist auch schon das einzige negative, das ich über das Buch sagen kann bleiben zu viele Fragen offen. Wie gelangt eine Titan Legierung ins Jahr 3000 vor Christus, wer ist der scheinbar über unerschöpfliche Mittel verfügende Helios, und warum benötigt dieser, der immer wieder die Lösung archäologischer Rätsel aus dem Handgelenk schüttelt überhaupt die Hilfe unserer Abenteurer – die Auflösung bleibt der bereits für März 2007 angekündigten Fortsetzung »Göttergrab« vorbehalten. Hoffen wir, dass es dem Autor dort gelingt mit ebenso leichter Hand zu unterhalten.

 

Eure Meinung:

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Götterschwert

Autor: Frédéric Neuwald

Broschiert - 363 Seiten - Droemer/Knaur

Erscheinungsdatum: Dezember 2005

ISBN: 3426632039

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 11.06.2006, zuletzt aktualisiert: 03.04.2021 13:26