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Gott will es! von Thomas Pfanner

Rezension von Ramona Schroller

 

Klappentext:

In einem Beichtstuhl des Kölner Domes werden ein Immobilien-Manager und sein Beichtvater erschossen. Daniel Joya und Katja Preuß ermitteln und sehen sich dabei von politischen Interessen unter Druck gesetzt.

 

Was zuerst wie ein spektakulärer, aber rasch zu lösender Fall von Rache aussieht, entpuppt sich als Sammelsurium krimineller Machenschaften: Der Manager verwaltete einen Immobilien-Fonds, der seine Anleger betrügt, und wollte gerade aussteigen, als ihn die Kugel traf. Der Mörder lichtet inzwischen weiter die Reihen der Beteiligten.

 

Die Spuren führen zu einem Kardinal, dessen Chancen bei der anstehenden Papstwahl stündlich steigen. Und zu einem Mann, der mit diesem Kardinal noch eine Rechnung zu begleichen hat.

 

Rasante, actiongeladene Mischung aus Detektivgeschichte, Verschwörungsthriller und Kirchenkritik von „Krimimann" Thomas Pfanner mit einer Prise Erotik und sehr viel schwarzem Humor.

 

Inhalt:

An einem heißen Tag in Köln: Ein, mit Mantel und Hut vermummter Mann betritt den Dom und begibt sich zu den Beichtstühlen. Eine halbe Stunde später werden dort ein Immobilien-Manager und sein Beichtvater erschossen aufgefunden, der Fremde ist verschwunden.

 

Ein Stück von Köln entfernt trifft die Privatermittlerin Katja Preuß ihren neuen Klienten, einen Mann, der eine alte Focke-Wulf wieder aufbaut. Er erzählt ihr von einem rätselhaften Fond, der sich im Besitz der katholischen Kirche befindet und offenbar in betrügerischer Absicht geführt wird. Katja nimmt sich des Falles an.

 

Kurz darauf aber wird ihr Leben bedroht: Zwei fremde Männer in einem schwarzen Golf beschatten sie erst, greifen sie dann in mörderischer Absicht an. Ihr Glück ist nur, dass ihr ehemaliger Kollege, der Kommissar Daniel Joya, sie auf das Mörderpärchen aufmerksam gemacht hat und selbst eingreift.

 

Bald darauf stellt sich heraus, dass die Privatdetektivin und er Polizist an ein und dem gleichen Fall arbeiten, denn der ermordete Immobilien-Manager im Kölner Dom war derjenige, auf dessen Namen die Fondgesellschaft lief.

 

Ohne sich dagegen wehren zu können, werden Joya und Preuß immer weiter in einen Strudel hineingezogen, der sich offensichtlich um die katholische Kirche windet. Je mehr sie ermitteln, desto düsterer die Geheimnisse, die kurz unter der Oberfläche liegen. Und je mehr sie ermitteln, desto klarer wird, dass sie in tödlicher Gefahr schweben ...

 

Rezension:

Im Moment haben Verschwörungsthriller ja Hochkonjunktur, kein Wunder also, daß sich jetzt sogar Kleinverlage finden, die auf den Hype aufspringen wollen. Wobei, ob im Falle des Eldur-Verlages wirklich diese Idee zu Grunde lag?

 

Nun, was Pfanner da abliefert, ist auf jeden Fall ein handfester Krimi aus deutschen Landen, mit typisch deutschem Denken und dem typischen Flair dieses Genres. Pfanner scheint zwar hier und da etwas dick aufzutragen, es hält sich aber noch im Rahmen des möglichen, was er in seinem Werk aufzubieten hat. Wobei ... Die Prise Erotik habe ich im ganzen Buch tatsächlich vergeblich gesucht, es sei denn, der Auftritt im Swinger-Club sollte diese Prise darstellen. Dann allerdings ist das ganze mehr als durchgefallen beim weiblichen Publikum. Unter Erotik verstehe ich denn doch etwas anderes als den bloßen Akt, gleich wie viele Partner an diesem teilhaben.

 

Pfanner baut seinen Krimi auf einer rätselhaften Szene auf und lässt sein Publikum quasi mit ermitteln. Schnell scheint es so, als würde das eigentliche Verbrechen hinter dem Fonds zurückbleiben, doch es scheint nur so. Immer wieder kehrt der Autor zum Anfangsverbrechen zurück, bietet dem Leser aber keine wirkliche Lösung, bis er den Mörder vorstellt.

 

Die Verschwörungstheorie um den Kardinal erscheint mir ein wenig konstruiert. Ein purer Machtmensch, der nichts anderes um sich herum gelten lässt als unterwürfige Lakaien - es mag solche Menschen geben, die Frage ist, ob ihre Umwelt es tatsächlich immer zulässt, dass sie so hoch in der Hierarchie aufsteigen können.

 

Die Sache mit den Waisenhäusern, die der Autor vor den Augen seiner Leser aufbreitet, erscheint mir hier allerdings tatsächlich konstruiert zu sein. In den letzten Jahren ist zwar viel zu diesem Thema bekannt geworden, aber ein solches Bordell/Arbeitshaus ist mir nicht bekannt. Schade, denn dadurch verliert der Roman viel von seiner Glaubwürdigkeit in meinen Augen.

 

Alles in allem ein gut und rasch zu lesendes Buch, das durchaus spannend sein kann und es auch ist. Vielleicht hätte hier und da noch ein wenig an der Wortwahl gefeilt werden sollen, ansonsten aber interessant.

 

Eure Meinung:

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Buch:

Gott will es!

Autor: Thomas Pfanner

Broschiert - 238 Seiten - Eldur

Erscheinungsdatum: Februar 2006

ISBN: 3937419152

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 28.05.2006, zuletzt aktualisiert: 03.04.2021 13:26