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Grabesstimmen von Charlaine Harris

Rezension von Christel Scheja

 

Durch die Serie um die gedankenlesende Kellnerin Sookie Stackhouse, die in Kontakt mit Vampiren kommt, wurde Charlaine Harris auch in Deutschland bekannt. Mit ihrem neuen Buch „Grabesstimmen“ bleibt sie zwar den Toten nahe, geht das Thema aber etwas anders als bisher von ihr behandelt an.

 

Seit sie vom Blitz getroffen wurde, besitzt die junge Harper Conelly eine ungewöhnliche Gabe: Sie kann die Anwesenheit von Toten spüren, den Nachhall ihres Ablebens und manchmal sogar deren Seelen, wenn sie noch nicht losgelassen haben. So kann sie unter Umständen Mordopfer finden und die Art ihres Todes lange vor den Forensikern heraus finden.

Zusammen mit ihrem Stiefbruder Tolliver hat sie daraus ein Geschäft gemacht. Sie ziehen ohne festen Wohnort durch das Land, um ihre Dienste anzubieten oder Aufträge zu erfüllen, die sie über einen befreundeten Anwalt erhalten. Deshalb begeben sie sich nun auch in das verschlafene Kleinstädchen Sarne in Arkansas. Eine Mutter hat sie gebeten, die Freundin ihres toten Jungen aufzuspüren, um von ihm den Verdacht zu nehmen, dass er sie grausam ermordet habe.

Obwohl Harper schon bei ihrer Ankunft merkt, dass sie nicht wohl gelitten ist, führt sie die Aufgabe gewissenhaft durch. Tatsächlich findet sie die Überreste des Mädchens und eine Bestätigung, dass sie ermordet wurde - wie ihr Freund.

Eigentlich kann sie damit gehen, doch die Abenteuer fangen erst an. Kurz vor der Abreise wird Tolliver unter einem fadenscheinigen Grund verhaftet und sie selbst gerät in Lebensgefahr. Als dann auch noch die Mutter des Mädchens stirbt ist eines klar: Jemand will nicht, das die Wahrheit ans Licht kommt und alle Mitwisser auslöschen, ehe sie noch etwas verraten können.

 

„Grabesstimmen“ ist ein eher ruhiger Roman, dessen phantastische Elemente eher hinter der Krimi-Handlung zurücktreten. Denn anders als ein Medium kann Harper nur bedingt Kontakt mit den Toten aufnehmen, die Kommunikation ist eher einseitig. Der Roman lebt eher durch ihren Umgang mit der Gabe und den Milieuschilderungen. Denn wie immer zeigt sich, das hinter der Fassade bürgerlichen Lebens mehr steckt, und die wahren Bösewichter nicht die Wurzellosen wie Harper und Tolliver sind, sondern die ehrenwerten, alteingesessenen Bewohner der Stadt selbst.

Am Ende kommt ein interessanter Teppich aus Intrigen und Lügen als Licht, der die ganze Tragödie in einem anderen Licht erscheinen lässt. Durch ein paar überraschende Actionszenen und Wendungen kommt Spannung auf. Auch der Inhalt ist nicht unnötig in die Länge gezogen und auf das wesentliche reduziert, so dass keine Langeweile aufkommt.

 

Damit bietet „Grabsstimmen“ kurzweilige Unterhaltung mit einem Thema, das noch nicht ganz so intensiv von anderen Autoren bearbeitet wurde, und mit Sicherheit noch Platz für viele weitere Ideen bietet. Auf weitere Romane um Harper Conelly darf man also gespannt sein.

 

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Grabesstimmen

Autorin: Charlaine Harris

Broschiert, 287 Seiten

dtv, erschienen Januar 2008

ISBN: 978-3-423-21051-5

Übersetzung aus dem Englischen von Christiane Burkhardt

Titelbild von Darren Winter

Erhältlich bei: Amazon

 

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Erstellt: 29.01.2008, zuletzt aktualisiert: 03.04.2021 13:26