Zurück zur Startseite


  Platzhalter

GRID alive von Reinhold Ziegler

Rezension von Diane Hegmann

 

Ljusja und Anabell sind seit sie denken können beste Freundinnen. Sie sind bisher durch dick und dünn gegangen, doch nun hat Anabell ein Problem, bei dem ihre Freundin sie nur wenig unterstützen kann: Einen Freund. Dieser ist 5 Jahre älter und hat hohe Ansprüche an Anabell und damit sie diesen gerecht werden kann, suchen sie und Ljusja den Überflieger Joker auf. Er soll ihr etwas über das Universitätsnetzwerk GRID erzählen, wovon ihr Freund Robert immer schwärmt. Joker ist in der ganzen Schule berühmt für sein unfehlbares Gedächtnis und daher denken sich die Mädchen, dass er eine gute Anlaufstelle sein könnte. Sie erfahren auch einiges über GRID, aber weitaus interessanter für die sportliche und bisher wenig gefühlsbelastete Ljusja ist Joker selbst- denn in den verliebt sie sich prompt.

Doch ihre Bemühungen Jokers Aufmerksamkeit zu erlangen sind anfangs nicht mit Erfolg gekrönt, denn er hat sich in den Kopf gesetzt eine künstliche Intelligenz in GRID einzuschleusen, damit er den Loebner-Preis in Gold gewinnen kann. Außerdem redet er nicht gerne über sich oder seine Familie und ist der allgemeinen Auffassung, dass er nur sich selbst trauen kann. Ein hartes Stück Arbeit, das sich Ljusja vorgenommen hat, aber sie bleibt standhaft, selbst wenn Jokers Hobby zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz wird: Denn GRID beginnt auf unheimliche Art und Weise ein Eigenleben zu entwickeln, das nicht nur Zugriff auf das grenzenlose Internet mit all seinem Wissen hat, sondern auch einen Charakter bildet, der zunehmend unangenehm wird.

Schon bald wird aus dem Spiel bitterer Ernst.

 

 

Reinhold Zieglers Jugendroman „GRID alive“ wird zu Recht im Klappentext mit »Thrillerspannung mit Gefühl« angepriesen. Ihm gelingt es einen Roman zu schreiben, der mit seinem brisanten Thema Künstliche Intelligenz nicht nur für junge Leser ansprechend ist: Eine Ladung Spannung mit einem nicht ganz vorhersehbaren Ende macht dieses Buch auch für junge Erwachsene empfehlenswert.

Was wie ein Science Fiction Thriller klingt, kann in Zukunft vielleicht schon Realität werden, wie Reinhold Ziegler in seinem Nachwort selbst einbringt. In „GRID alive“ wird Fiktion mit realistischen Anteilen vermengt und gestaltet die Geschichte zu einer Verarbeitung aktueller Themen- allerdings nicht ohne den Schwerpunkt auf die Hauptfiguren zu verlieren.

Diese sind nämlich trotz aller Problematik nicht außer Acht gelassen, denn durch einen häufigen Perspektivwechsel wird die Geschichte persönlich und interessanter gestaltet. Im Mittelpunkt stehen die Halbrussin Ljusja und ihr Ehrgeiz, Jokers Herz zu gewinnen. Dieser gibt sich allerdings wegen seines familiären Hintergrunds eher distanziert und lange Zeit muss Ljusja bangen, ob er überhaupt irgendetwas für sie empfindet. Die Tatsache, dass Joker einen IQ von 120 besitzt und Ljusja wegen ihrer schlechten Englischnote schon einmal sitzen geblieben ist, erleichtert die ganze Angelegenheit nicht gerade. Doch im Laufe der Zeit wird ersichtlich, dass Intelligenz nicht nur etwas mit Gedächtnisleistung zu tun hat. Davon besitzt Joker zwar die volle Bandbreite, allerdings führen mangelnde Lebenserfahrungen dazu, dass er „so dumm wie ein Stück Seife“ sein kann, und er erkennt, dass Freundschaften mehr Schätze in sich verbergen, als bloßer Zeitvertreib.

Der Autor bewegt sich entlang der Liebesbeziehung und schafft es, dass Thema GRID immer so einzufädeln, dass es unvorhersehbar in das Leben der Jugendlichen einbricht und es bald schon in Gefahr bringt. So wird die Spannung bis zum Ende beibehalten. Die Figuren besitzen eine schöne Mischung als Transparenz und Farbigkeit, sodass man sich gut mit identifizieren kann, ohne dass ihre Entscheidungen vorhersehbar werden.

Der Schreibstil ist verständlich und dem jugendlichen Publikum angepasst, dabei allerdings nicht zu einfach gehalten, sodass man als Leser außerhalb der Altersempfehlung auch seinen Spaß am Lesen hat. Besonders gut gelungen sind die Beschreibungen der Figuren, die oft zum Schmunzeln sind, aber meist genau den Nagel auf den Kopf treffen.

 

Die äußere Gestaltung von „GRID alive“ ist ansprechend und passt vollkommen zum Thema. Genau dieses Bild hat man vor Augen, wenn man sich den „Computerfreak“ Joker, der nächtelang vor den Bildschirmen hockt, vorstellt.

 

Fazit

Ein sehr gelungenes Jugendbuch, das aktuelle Themen verarbeitet und von Anfang an spannend ist. Auch für junge Erwachsene sehr empfehlenswert!

 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

MEDIUM: Jugendbuch

GRID alive

Autor: Reinhold Ziegler

Gebundene Ausgabe: 272 Seiten

Verlag: Ueberreuter (Juli 2010)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3800055708

ISBN-13: 978-3800055708

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 16.07.2010, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59