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Gute Nacht, sagt der Mond von Dagmar Henze

Rezension von Björn Backes

 

Junge Eltern, die sich langsam Gedanken über eine geeignete Einschlaflektüre für ihre Kleinsten machen, stehen heute vor einem riesigen Berg an möglichen Optionen, da selbst die Gute-Nacht-Geschichten mittlerweile derart zahlreich sind und die Qualitätsunterschiede heuer auch nicht mehr so groß ist, als dass man sich hier auf den ersten Blick und Eindruck entscheiden könnte. Einerseits gibt es schlicht und einfach gute Texte, andererseits überzeugen manche Exemplare auch wieder mit ihren liebevollen Zeichnungen und ihren putzigen Illustrationen. Die letzte Spezies ist diejenige, die mit ausgefallenen Konzepten und außergewöhnlichen, teils interaktiven Elementen aufwartet. Besondere Stanzungen, Klappfenster und dergleichen sind immer gerne gesehen und häufig auch ein entscheidender Investitionsgrund. Die optimale Konstellation ist schließlich ein guter Mix aus allen drei Teilen – und dabei wären wir bei „Gute Nacht, sagt der Mond“ aus der Ars Edition.

 

Auf 16 Seiten wird hier die Geschichte von Paul erzählt, einem kleinen Jungen, der beim Einschlafen vom Sandmännchen heimgesucht wird und anschließend eine abenteuerliche Reise zum Mond startet, auf der er nicht nur die direkte Umgebung in der Nachtruhe erkundet, sondern auch allerhand eigenartige Phantasie-Erscheinungen, die man auf dem Weg in den Sternenhimmel trifft. Auf seinem Bett startet er in den Abendhimmel, biegt in die Mondstraße ein, taucht in die Himmelwelt ein und landet schließlich in den Sternen, wo er sogar den Traumzug des Sandmännchens sieht.

Mia Reinke hat innerhalb der teils träumerischen, teils auch recht humorvollen Story eine ganze Menge innovative Ideen eingebracht, die sich mit den vielen Phantasien um das Sandmännchen und dessen Traumwelt decken. Zwar mag mancher Gedanke entfernt mit der vermeintlichen Vorlage „Peterchens Mondfahrt“ verwandt sein, doch da die Reise nicht ganz so weit führt und Paul mit zunehmendem Mond wieder zurück in sein Zimmer gebracht wird, fällt dies kaum ins Gewicht. Es sind einzelne Parallelen, aber sicherlich keine abgekupferten Ideen!

 

Zeichnerisch wiederum hat sich Dagmar Henze, zuständig für die Illustrationen, recht dezent ausgedrückt. Die Bilder sind sehr überschaubar und nicht mit Inhalten überfrachtet, so dass man bzw. der Zuhörer seine Gedanken und Ideen spielen lassen kann. Genügend Anstöße werden in den dezent gehaltenen Skizzen dennoch geboten, so dass man auch hier ein sehr positives Resümee ziehen muss – nicht zuletzt wegen der sehr liebevollen Darstellung der beiden Hauptfiguren.

 

Der vielleicht wichtigste Aspekt ist die neuartige Treppenstanzung, mit deren Hilfe es gelingt, den Mond von Seite zu Seite zunehmen zu lassen. Je weiter man blättert, desto größer wird der nächtliche Himmelskörper und spiegelt somit die einzelnen Phasen wieder, die Paul während seines Abenteuers durchlebt. Diese nette Idee macht auch optisch einiges her und ist schließlich ähnlich aufregend wie das Abenteuer als solches. Problematisch ist am Anfang nur, dass sich die Seiten noch nicht so gut umschlagen lassen, weil die Stanzung wirklich sehr eng an den Seiten anliegt. Aber diese Kleinigkeit ist nach einigen Durchgängen schnell bewältigt und soll den wirklich sehr guten Gesamteindruck in keinster Weise beeinflussen.

 

 

Fazit:

„Gute Nacht, sagt der Mond“ ist ein wirklich bezauberndes Vorlesebuch mit einer richtig schönen Gute-Nacht-Geschichte, sympathischen Zeichnungen und vielen netten Ideen. Jungen Eltern sei dieses Bilderbuch wirklich wärmstens empfohlen.

 

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Gute Nacht, sagt der Mond

Autor: Dagmar Henze

Gebundene Ausgabe: 16 Seiten

Verlag: Ars Edition; Auflage: 1 (14. Juli 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3760728472

ISBN-13: 978-3760728476

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.01.2009, zuletzt aktualisiert: 18.01.2015 20:50