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Harpyienblut von Daniela Ohms

Rezension von Christel Scheja

 

Die 1978 geborene Autorin Daniela Ohms wuchs auf einem Bauernhof in Nordrhein-Westfalen auf, lebt aber heute mit ihrer Familie in Berlin. Sie arbeitet als Autorin und Lektorin in einer Literaturagentur. Auch wenn ihr Herz der Fantasy gehört, so hat sie doch auch schon Krimis verfasst.

 

Lucie hat schon lange ein Geheimnis, dass sie mit niemandem geteilt hat, außer ihrer vor einigen Jahren verstorbenen Mutter. Denn ihr Oberkörper ist nicht von Brandnarben entstellt, wie sie jedem weismacht, sondern die Binden verbergen die Flügel, die mit immer größerer Macht nach außen drängen.

Das junge Mädchen weiß, dass sie kein richtiger Mensch ist, kann aber auch nicht sagen, was eigentlich in ihr steckt. Ihre leibliche Mutter muss eine Art Vogel gewesen sein – und gute Gründe gehabt haben, Lucies Existenz zu verbergen.

Je mehr das junge Mädchen versucht, ihre wahre Natur zu verbergen, mit desto größerer Gewalt drängt sie hervor. Mit siebzehn spürt sie immer deutlicher, dass sie es bald nicht mehr kontrollieren kann, sich zu verwandeln?

Das bringt sie aber auch in Konflikt mit ihren Adoptiveltern, die glauben müssen, dass sie Drogen nimmt oder schlimmeres. So bleibt dem jungen Mädchen bald nichts anderes, sich ihrer besten Freundin anzuvertrauen und Hilfe bei einem russischen Medizinstudenten zu suchen, der sie besser versteht als sie denkt. Sergej ist durch seine Kindheit mit ihresgleichen vertraut und wird zu einem wichtigen Wegbegleiter auf dem Pfad, den sie nun beschreiten muss.

Doch die Liebe hat für Lucie noch weitere Überraschungen bereit, denn da ist auch noch ein geheimnisvoller junger Mann, der sie immer wieder beobachtet...

 

Mit Harpyienblut legt Daniela Ohms ein beachtenswertes Debüt im Bereich der „Urban Fantasy“ hin. Man merkt, dass sie Schreiberfahrung hat und eine Geschichte geschickt aufzubauen weiß. Gerade die erste Hälfte des Buches ist sehr spannend gemacht, da der Leser gemeinsam mit Lucie darauf fiebert, mehr über die Natur ihres wahren Wesens herauszufinden und zu verstehen, was in und um sie herum vorgeht. Die griechische Mythologie wird ungewöhnlich einfallsreich interpretiert und macht Lust auf mehr.

Allerdings schwindet die Begeisterung gegen Ende des Buches.

Gerade erfahrene Leser werden enttäuscht sein, dass die Autorin in diesem Teil der Geschichte gezielt auf die Erfüllung der Romanze hinarbeitet und nicht auf eine glaubwürdige und spannende Auflösung der geschaffenen Probleme. Es gibt zwar einen Showdown mit der Bedrohung, die seit dem Anfang wie ein Schatten über Lucie und Co liegt, aber die Gefahr wird eher nebenbei beseitigt, während die Liebe und Romantik in den Mittelpunkt gerückt werden.

Die Figuren sind immerhin sauber ausgearbeitet. Gerade Lucie, ihre Freundin Emmy und Sergej besitzen Ecken und Kanten, die sie menschlich machen. Jean bleibt dem Leser eher fremd, zumal die Autorin sich über seine Vergangenheit und sein Schicksal nur kryptisch äußert. Alles in allem ist der Roman aber solide verfasst und flüssig zu lesen, so dass keine Langeweile aufkommt.

 

„Harpyienblut“ bietet die Umsetzung interessante Ideen in einem anfangs spannende Roman, der leider zum Ende hin wieder viel zu viel Potential durch die Romanze verschenkt. Allerdings werden dadurch gerade junge Leserinnen zwischen 13 und 18 ihren Spaß mit dieser Mischung aus Liebesgeschichte und Fantasy haben.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Harpyienblut

Autorin: Daniela Ohms

gebunden, 432 Seiten

Schwarzkopf & Schwarzkopf, März 2012

ISBN-10: 3862651371

 

ISBN-13: 978-3862651375

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 14.06.2012, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59