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Heimkehr eines Astronauten herausgegeben von René Moreau und Michael Vogt

Cozmic – Die phantastische Comic-Anthologie Vol. 1

 

Rezension von Christel Scheja

 

Die deutsche Comic-Szene hat es nicht leicht bei der Konkurrenz aus den klassischen Comic-Ländern in Übersee und Westeuropa. Nur wenige Künstler schaffen es mit ihren eigenen Werken bei den großen Verlagen Fuß zu fassen, der Rest kann nur auf einer eher semiprofessionellen Ebene arbeiten. Um diesem Umstand etwas abzuhelfen. Hat der Atlantis-Verlag nun eine Albenserie ins Leben gerufen, die verschiedenste Autoren und Künstler mit ihren Geschichten präsentieren will: Cozmic – Die phantastische Comic-Anthologie. Herausgeber ist René Moreau vom Exodus-Magazin und der Comic-Künstler Michael Vogt.

 

Herzstück und Highlight der Sammlung ist auch gleich die Titelgeschichte Heimkehr eines Astronauten, die einiges an Jahren vor der Mark Brandis-Comicserie spielt. Auch hier greift Michael Vogt auf eine Kurgeschichte von Nicolai von Michalewski, die die ungewöhnliche Vorgeschichte eines wichtigen Charakters bietet und weitere Spekulationsmöglichkeiten für diesen Kosmos.

 

Eher kurz und ziemlich surreal kommt Le Passage daher, die tief in den »Inner Space« eintaucht.

 

Bitterböse greift Blutmond aktuelle Entwicklungen auf und erzählt eine böse Geschichte über die neuen Bewohner des Mondes, die in einer Frachtschiffkapitänin, die man nicht wirklich in alles eingeweiht hat, ihren Meister finden und noch ein wenig mehr.

 

Engel schürt ebenfalls Hoffnungen, bietet aber auch nur eine zynische Lösung für sehr irdische Probleme.

 

Projekt God und Kosmische Labyrinthe sind auf Fortsetzungen ausgerichtet, so dass in diesen ersten Teilen noch nicht ganz so viel verraten wird, nur dass die Menschheit zwar die Sterne erobert hat, aber immer noch neugierig bis unfähig den kosmischen Geheimnissen gegenüber stehen, weil sie immer noch nicht so recht aus ihrer Haut können.

 

Dies sind nur einige Geschichten aus der Sammlung, deren Geschichten meistens zwischen vier und zwölf Seiten lang sind. Neben stimmungsvollen Vignetten, die allein durch die Bilder und wenig Text zum Nachdenken anregen wollen, gibt es spannende Abenteuer klassischer Art wie Planet der verlorenen Seelen und »Heimkehr eines Astronauten«.

 

Die Zeichenstile sind genau so unterschiedlich wie die Inhalte, so dass vermutlich jeder Comic-Fan seine Highlights finden kann. Denn sicherlich sind die kryptischen Geschichten, gerade wenn sie eher kurz daher kommen nicht Jedermanns Sache, ebenso wenig wie der derbe Humor, der in der ein oder anderen Geschichte für Stimmung sorgt. Underground ist aber nichts davon, denn die Geschichten halten sich in Punkto Sex und Gewalt ziemlich zurück, setzen mehr auf atmosphärisches Abenteuer – teils im Retro-Stil, teils angelehnt an die Frankobelgier, die auch nicht immer nur geradlinige Geschichten erzählen. Auf jeden Fall lohnt sich ein Blick in diese erste Sammlung, wenn man auch einmal neue deutsche SF in Comic-Form genießen möchte – und es bleibt spannend, ob das Experiment fortgesetzt wird. Mit dem angesetzten Preis liegt die Sammlung sogar in den Spannen, die auch die meisten anderen Comic-Kleinverlage erheben.

 

Als besonderer Bonus ist auch noch ein längeres Essay von Uwe Anton beigefügt, der sich mit dem Zyklen und Welten von Leo beschäftigt, die mittlerweile auf Deutsch erschienen sind und klassische Abenteuer mit Biss erzählen, die zum Nachdenken anregen, zumal das Offensichtliche nicht immer des Rätsels Lösung ist.

 

Fazit:

»Cozmic – Die phantastische Comic-Anthologie« bietet einen spannenden Auftakt, denn gerade die Titelgeschichte »Heimkehr eines Astronauten« ist ein Schmankerl für alle Mark Brandis Fans und nicht das einzige Abenteuer, das auch eine solide Grundlage für spannende SF-Unterhaltung in Wort und Bild bietet. Man sollte gerade als Comic-Fan den deutschen Talenten ruhig einmal eine Chance geben und in den Band hinein schnuppern.

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Eure Meinung:

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Buch:

Heimkehr eines Astronauten

Reihe: Cozmic – Die phantastische Comic-Anthologie Vol. 1

Herausgeber: René Moreau und Michael Vogt

Atlantis-Verlag, September 2019

Hardcover, 95 Seiten

 

ISBN-10: 3864026660

ISBN-13: 978-3864026669

 

Erhältlich bei: Amazon

Inhalt:

  • Heimkehr eines Astronauten – Nikolai von Michalewskky / Michael vogt
  • Le Passage – Ingo »Krimalin« Lohse
  • Space Surfer – Albert Hulm
  • Star Raiders odf Doom – Jürgen »Geier« Speh
  • Walking on the Moon – Albert Hulm
  • Blutmont 3000 – Bela Sobottke
  • Engel – Frank Freund
  • Projekt God Teil 1 – Maximilian Meier
  • Kosmische Labyrinthe Teil 1: Die Höhle der Angstverlorenenen – Meike Schultchen
  • Planet der verlorenenen Seelen – Jan Hoffmann
  • Snow Trip – Albert Hulm
  • Polyp – Frauke Berger
  • »Léos Welten« – Uwe Anton
  • Die Abenteuer des Raumschiffs EXODUS: Das Hambach-Menetekel – Arnold Spree / Thorsten Wieser

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Erstellt: 31.10.2019, zuletzt aktualisiert: 10.12.2019 18:49