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Held wider Willen von Sylke Brandt

Rettungskreuzer Ikarus Band 30

Rezension von Christel Scheja

 

Im 30. Band der Serie „Rettungskreuzer Ikarus“ verlässt Sylke Brandt den aktuellen Handlungsschauplatz und wendet sich zunächst scheinbar unbedeutenden Ereignissen auf dem Planeten Schluttnick zu, auf dem Profit und Erfolg alles sind, und selbst die Phantasie diesen hohen Zielen untergeordnet werden. Wer etwas anders ist, als die Gesellschaft von ihm erwartet, steht schnell außen vor und wird niemals bedeutend oder wichtig werden - es sei denn...

 

Kentnock ist ein eher unbedeutender Wartungstechniker, der seine Arbeitszeit am Rande der Fertigungsanlage seiner Firma absitzt und nur dann und wann eingreifen muss, wenn die vollautomatisierte Maschinerie Abweichungen anzeigt.

Eines Tages nun lässt sich die Störung nicht so einfach beseitigen und er muss sich selbst zur Maschine begeben, um nach dem Rechten zu sehen. Dort erlebt er eine Überraschung, denn die „Schlutterware“ (nützliche Gimmicks, jedoch ohne Bedienungsanleitung) produzierende Maschine stößt einen höchst ungewöhnlichen Gegenstand aus - eine Kugel, die weder Sinn noch Zweck zu haben scheint. Weil er sonst nicht weiß, was er damit anfangen soll, nimmt er den Gegenstand mit nach Hause, um ihn dort genauer zu untersuchen und vielleicht zum Laufen zu bringen.

Kentnock ahnt jedoch nicht, dass sein Tun nicht ganz unbemerkt bleibt: Ruklei, ihres Zeichens Nastronomieexpertin-Zweiten-Ranges stellt fest, das die sich plötzlich ereignenden und unerklärlichen, geologischen und energetischen Katastrophen auf Schluttnick Prime keinen natürlichen Ursprung haben, sondern von etwas ausgelöst wurden, dass sich auf dem Planeten befindet. Die selbstbewußte Schönheit beschließt der Sache auf eigene Faust nachzugehen und trifft schon bald auf den unbedeutenden jungen Techniker, der die Wahrheit ihr gegenüber nicht verbergen kann...

In einer ganz anderen Ecke der Galaxis entwickelt sich hinter den Kulissen eine Tragödie, denn längst ist die Kirche von Sankt Salusa von den Outsidern unterwandert und Verrat hat sich in ihren Reihen breit gemacht...

 

Auch wenn das Thema dieses Bandes zunächst nicht viel mit dem eigentlichen Storybogen zu tun hat, so schlägt Sylke Brandt doch einen geschickten Bogen zu den großen Geschehnissen. Besonders vergnüglich zu lesen sind die Szenen auf Schluttnick, die mit satirischer Distanz die Andersartigkeit der nur auf Erfolg und Profit ausgerichteten Gesellschaft der Schluttnicks beschreibt und kommentiert. Und dabei spart sie nicht mit kleinen aber feinen Anspielungen auf die Ferengi aus dem Star Trek Universum.

Aber wieder ist es ein Außenseiter, der schließlich zum „Held wider Willen“ wird und vom Underdog, der bisher immer auf der Verliererstraße gewandert ist, zum heimlichen Retter wird, der am Ende auch noch das schöne Mädchen bekommt, weil er den Verteidigern der Freiheit ein wichtiges Artefakt überlässt, dass den Sieg vielleicht entscheidend beeinflussen kann.

Die Entwicklungen in der galaktischen Kirche wirken in dem Roman hingegen eher wie ein Fremdkörper. Sie sind weder mit der anderen Handlung verknüpft, noch werden sie zu einem befriedigenden Ende geführt. Zwar mögen sie zukünftige Ereignisse vorbereiten, in „Held wider Willen“ wirken sie eher störend.

 

Das lässt den ansonsten unterhaltsamen Roman und durch seine frechen Seitenhiebe auf Gesellschaft und Kultur einer Rasse, die uns gar nicht einmal so unähnlich ist. überaus amüsanten Roman dann doch etwas unausgegoren wirken, so dass er insgesamt nicht so überzeugen kann wie die Vorgänger-Bände von Irene Salzmann. Schade eigentlich, denn die dominierende Handlung von „Held wider Willen“ hätte es eigentlich verdient.

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Titel: Held wider Willen

Autor: Sylke Brandt

Rettungskreuzer Ikarus Band 30

Atlantis Verlag, erschienen April 2007

A5 Paperback, ca. 110 Seiten

Titelbild: Klaus G. Schimanski, Innenillustration von Sylke Brandt

ISBN 978-3-936742-88-8

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 01.06.2007, zuletzt aktualisiert: 04.11.2019 16:41