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Herr der Plagen von Alan Dean Foster

Rezension von Markus Mäurer

 

Rezension:

Bei Ausgrabungen in Nordperu stößt der junge Archäologe Cody Westcott auf Überreste einer alten indianischen Tempelanlage und auf seine zukünftige Frau Kelly, die ebenfalls Archäologin ist. Unter den Fundstücken befindet sich neben einem seltsam deformierten Schädel, auch eine Steinplatte mit Aufzeichnungen eines alten »Zaubertranks«.

 

Wieder zurück in Amerika, frisch verheiratet und mit einer neuen Dozentenstelle, braut Cody mit Hilfe eines Chemikers den Trank zusammen, der angeblich die Wahrnehmung erweitern soll. Voller Neugierde trinkt Cody den Trank selbst und muss zunächst feststellen, dass er bis auf den widerlichen Geschmack keine Auswirkungen hat. Enttäuscht begibt sich Cody auf den Heimweg, doch noch auf dem Campusgelände überschlagen sich die Ereignisse. Er bricht mit Magenschmerzen zusammen und stellt fest, dass er plötzlich abscheuliche, tentakelbestückte Wesen sehen kann, die sich in natürlichen Materialen aufhalten. Und er bemerkt, dass diese Monster wissen, dass er sie sehen kann. Kurz darauf explodiert das Chemielabor samt Chemiker und Trank. Cody ist überzeugt, die Tentakelwesen sind dafür verantwortlich.

 

Im Laufe der nächsten Tage findet Cody heraus, dass es sich bei den Tentakelmonstern um, für die meisten Menschen unsichtbare, Parasiten handelt, die sich aber von Menschen ernähren.

Allerdings muss der Mensch den Kontakt herstellen, was jedoch nicht schwierig ist, da sich die Parasiten in fast jedem zweiten Baum, Strauch oder Stein aufhalten. Cody beginnt den Krieg gegen die Parasiten. Diese befallen bald darauf seine Frau und versetzen sie ins Koma. Verzweifelt begibt sich Cody auf die Suche nach Hilfe, die er dann von einem eigenartigen aber sympathischen Deutschen, Namens Oelefse, erhält. Dieser erklärt ihm, dass die Parasiten bereits seit Menschengedenken existieren und sich von menschlichem Leid ernähren. Sie sind nicht nur für unzählige Kriege, Seuchen, Krankheiten und Depressionen verantwortlich, sondern auch für das schlechte Fernsehprogramm

 

Mit seinem neuen deutschen Freund, der für die geheimnisvolle »Gesellschaft« arbeitet, begibt sich Cody auf einige ungewöhnliche Wege, um nicht nur seine Frau und das Fernsehen, sondern auch die ganze Welt zu retten.

 

Mit Herr der Plagen bleibt Alan Dean Foster dieses Mal zum größten Teil in unserer »normalen« Welt und liefert einen interessanten Erklärungsversuch für die Geschichte des menschlichen Leids. Als erfahrener Autor schreibt Foster gewohnt routiniert, schafft es allerdings nicht, einen richtigen Spannungsbogen zu erzeugen. Die erste Hälfte des Romans läuft nur sehr schleppend an. Dafür entschädigt aber die zweite Hälfte mit ihren einfallsreichen und skurrilen Ideen. Wobei das Ende, etwas schnell auf zwanzig Seiten abgespult wird.

Cody Westcott ist ein sympathischer Protagonist, dessen Handlungsweise jederzeit nachvollziehbar bleibt. Der Star des Romans ist allerdings der deutsche Physiker Oelefse, der trotzt seines hohen Alters, eine beeindruckende Dynamik an den Tag legt.

 

Fazit:

Alles in allem, ist »Herr der Plagen« eine interessante Variante des Die Körperfresser kommen-Themas, mit Parasiten, die ein wenig an die »großen Alten«, aus dem Lovecraft-Universum erinnern .Ein Roman, der seine mangelnde Spannung durch seine ausgefallenen Ideen wettmacht.

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Eure Meinung:

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Buch:

Herr der Plagen

Original: Interlopers, 2001

Autor: Alan Dean Foster

Taschenbuch, 398 Seiten

Bastei Lübbe, 1. Februar 2004

Übersetzer: Ruggero Leó

Titelbild: Arndt Drechsler

 

ISBN-10: 3404243234

ISBN-13: 978-3404243235

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 13.09.2019, zuletzt aktualisiert: 13.09.2019 14:49