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Himmel über Falludscha von Walter Dean Myers

Rezension von Cronn

 

Schon wieder nahezu sechs Jahre ist es her, seit im März 2003 die USA in den Irak einmarschiert sind und den Diktator Saddam Hussein gestürzt haben.

Der zweite Irak-Krieg ist bis heute spürbar. Noch immer sind die USA im Irak mit ihrem Militär präsent. Noch immer herrschen Bürgerkriegs-Zustände im Irak. Es bekämpfen sich dabei nicht nur ehemalige Anhänger Saddam Husseins, die Baath-Partei, sondern auch verschiedene religiöse und ethnische Gruppen, beispielsweise die Schiiten und die Sunniten. Zudem sind weitere Extremisten zugewandert, die sich teils dem Terror-Netzwerk al-Qaida angeschlossen haben.

In diesem Wirrwarr den Überblick zu behalten ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich.

Da war die Zeit vor dem Bürgerkrieg im Irak noch etwas einfacher zu durchschauen. Zumindest wirkte es für westliche Beobachter so.

Hier Saddam Hussein und der Irak, Vertreter des Reichs des Bösen – dort die USA, die Heilsbringer der Demokratie.

Beides ist eine unzulässige Verallgemeinerung und Ironisierung der geschichtlichen Zustände. Und dennoch zeigt es die Denkweise vieler auf.

Der amerikanische Autor Walter Dean Myers hat es sich nicht so einfach gemacht und ein Werk geschrieben, das sich differenziert mit dem zweiten Irak-Krieg auseinandersetzt. Es trägt den Titel „Himmel über Falludscha“ und ist im Boje-Verlag erschienen.

 

Inhalt:

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hat der junge Amerikaner Robin Perry sich freiwillig für den Einsatz im Irak gemeldet. Anders als die Kampftruppen soll seine Einheit für Civil Affairs vor allem das Vertrauen der Einheimischen gewinnen. Doch die Realität des Krieges sieht anders aus. Denn in einem Krieg, in dem Kampffahrzeuge als Krankenwagen getarnt werden und Orangenverkäufer selbstgebastelte Sprengsätze tragen, ist eine Unterscheidung zwischen Freund und Feind kaum noch möglich. Und doch bleiben Robin und seinen Kameraden oft nur Sekunden, um die Lage einzuschätzen - Sekunden, die über Leben und Tod entscheiden können.

Auch nach dem offiziellen Ende des Krieges verbleibt Robin, genannt „Birdy“, und seine Einheit im Irak. Sie versuchen Kontakt zur Bevölkerung herzustellen, was sich jedoch als nicht einfach herausstellt.

Bald schon gerät Birdy zwischen die Fronten und erkennt, dass auch die eigenen Militärs nicht immer mit offenen Karten spielen…

 

Kritik:

Walter Dean Myers hat ein Buch geschrieben, das sich flüssig liest und ohne Verherrlichung des Krieges auskommt. Schonungslos und drastisch beschreibt er die Greuel des Kampfes, das Grauen, den Schrecken über den Verlust der Kameraden und Freunde und die Unverständnis gegenüber dem eigenen Tun.

Der Autor macht es sich nicht leicht mit seinem Werk. Es gibt keine Schwarz-Weiß-Zeichnung, hier Böse dort Gut. Die Landschaft wird von Schraffuren beherrscht, so wie die Charaktere. Zwar sind die US-Soldaten überwiegend positiv besetzt, aber die Irakis werden keinesfalls verteufelt. Sehr gut schildert Walter Dean Myers die Angst in einem Krieg, in welchem die Frontlinie nicht klar verläuft, in welchem harmlos erscheinende Zivilisten jederzeit eine Kalaschnikow unter der Kleidung hervorholen und damit auf die Soldaten schießen können.

„Himmel über Falludscha“ ist eine lohnenswerte Lektüre für Leser jeglichen Alters, obgleich vermutlich für ältere Jugendliche geschrieben. Packend und tiefgründig.

 

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Himmel über Falludscha

Autor: Walter Dean Myers

Gebundene Ausgabe: 317 Seiten

Verlag: Boje; Auflage: DE. 1. Auflage (2. Februar 2009)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3414821966

ISBN-13: 978-3414821966

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.02.2009, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59