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Himmelsstürmer von Michael Schmidt

Reihe: Saramee - Stadt der Vertriebenen Bd.9

Rezension von Christel Scheja

 

„Die Stadt Saramee – ein Schmelztiegel von Abenteurern, Glücksrittern, Vertriebenen und verlorenen Existenzen auf der Suche nach Ruhm, Reichtum und einen Neuanfang in ihrem Leben.“

 

„Saramee“ kann ihre Verwandtschaft zu der bekannten Shared-World-Vorlage „Freistatt“ einfach nicht verleugnen. Beide Städte liegen in einer geographisch vom Hinterland isolierten Region und bieten den Ausgestoßenen der Völker rundherum Zuflucht. Sie sind ein Ort der Geheimnisse und des Verbrechens. Halsabschneider und Rebellen werden ebenso geduldet wie wirrköpfige Sektierer. Doch es gibt auch Unterschiede, die vor allem durch die Interessen und das Temperament der Autoren geschaffen werden.

 

Nach „Schattenspiele“ präsentiert Michael Schmidt mit „Himmelsstürmer“ seinen zweiten Roman aus Saramee. Wieder sind die beiden Schuhmacherlehrlinge Naarson Gaad und Ragun Helden wider Willen, die es mit den dunkelsten Schatten der Stadt zu tun bekommen.

 

Als ein Licht zwischen den Zwillingssternen Nat und Gret erscheint ist die Sekte der Himmelsstürmer in heller Aufregung, denn dieses Zeichen verheißt das baldige Erscheinen ihres Gottes.

Doch dann erschüttert eine grausame Mordserie die Stadt und lichtet ihre Reihen. Die Stadtwachen sind ratlos und wissen nicht, wo sie anfangen sollen zu suchen, während die Attentate weitere Opfer fordern. Nur zwei junge Handwerker haben eine Ahnung, welche Schatten hier ihr Unwesen treiben. Als sich dann auch noch ein Fremder namens Rune Flock zu ihnen gesellt, werden sie unaufhaltsam in den Strudel der Ereignisse gezogen.

 

Eines muss man Michael Schmidt zu Gute halten: Er weiß die schmutzig-düstere und derbe Seite Saramees herauszuarbeiten. Weder seine Helden noch seine Bösewichter sind schlanke durchtrainierte Schönlinge. Er bevorzugt lieber Typen wie man sie an jeder Ecke findet, die ein bisschen beleibter sind oder die man in gewissen Berufen gar nicht erst vermutet. Seine Figuren sind derb und grob, relativ einfach gestrickt und auch in ihrer Verschlagenheit problemlos zu durchschauen.

Das kann man leider auch zu der Handlung von Himmelsstürmer sagen: Die Abfolge der Ereignisse ist zwar in sich stimmig, wirkt aber dennoch etwas zusammengestückelt und unfertig. Die Motivation der Figuren wird leider nicht sauber genug herausgearbeitet, um glaubwürdig zu wirken, und damit Spannung zu erzeugen.

Die actionreichen Szenen alleine können den Handlungsbogen nicht reibungslos genug voran treiben, so dass es mehrwach Brüche gibt. Leider bleiben auch die Charaktere sehr oberflächlich und auf wenige Wesenszüge reduziert, so dass man als Leser nur schwer eine Bindung zu ihnen aufbauen kann.

 

„Himmelsstürmer“ ist damit inhaltlich und dramaturgisch einer der schwächeren Bände der Reihe, besitzt aber dennoch einen gewissen Reiz, weil es dem Autoren immer wieder gelingt, das schmutzige und düstere Saramee vor den Augen des Lesers erscheinen zu lassen und damit zumindest in der Atmosphäre des Romans zu punkten.

 

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Titel: Himmelsstürmer

Reihe: Saramee - Stadt der Vertriebenen, Bd. 9

Autor: Michael Schmidt

Atlantis Verlag, erschienen August 2006

72 Seiten, broschiert

Titelbild: Chris Schlicht

ISBN 3-936742-71-5

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 08.08.2006, zuletzt aktualisiert: 08.09.2019 14:34