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Höllensturz von Edward Lee

Reihe: Inferno Bd. 2

Rezension von Carsten Kuhr

 

Das Licht des Morgen, mancherorts auch Scheitan, Teufel, Satan oder Luzifer genannt hat einen wahrlich perfiden Plan ersonnen. Was könnte dem ihn verstossenden Gott mehr verletzen, als dass das Werk seines wiederauferstandenen Sohnes auf Erden sabotiert werden würde? Um seinen Plan durchzuführen aber benötigt er die ultimative Energiequelle - das Blut eines Aetherkindes.

 

In seiner gigantischen Metropole der verdammten Seelen zieht der Fürst der Finsternis an den Fäden. Doch selbst mit seinen Machtmitteln sind Kinder des Aethers nicht leicht zu finden. Jungfräulich müssen sie sein, und ihr Zwilling muss von eigener Hand gestorben sein. Mit Cassie Heydon hat er seine Erfahrungen bereits gemacht. Leidvolle Erfahrungen, hat Cassie doch bewiesen, dass sie zurückschlagen kann. Dennoch setzt er seine Schergen auf Cassie an. Doch diese hat mittlerweile Unterstützung erhalten - ein Engel steht ihr zur Seite. Und auch Plan B erweist sich als nicht so erfolgreich wie gedacht. Zwar gelingt es Luzifer den hyperintelligenten Walter, ebenfalls wie Cassie ein Aetherkind nach Mephistopolis zu locken, doch ein sprechender Kopf weist dem Looser den Weg zu erfolgreichem Widerstand gegen den Fürst der Lügen ...

 

 

Edward Lees Zweiteiler um die etwas andere Hölle hat ihn in den USA zum Meister der Gothic Fantasy erhoben. Nun, der erste Band - Inferno, Heyne - war ganz nett, wies insbesondere in der doch recht ungewöhnlichen Darstellung der Hölle als Handlungsort ungewöhnliches Potential auf. Vorliegender zweiter Band hat mich überrascht. Nicht unbedingt eine direkte Fortsetzung ist es geworden, eher ein eigenständiger Roman, in dem einzelne Personen aus dem ersten Werk auftauchen. Neue Protagonisten werden eingeführt, neue Zusammenhänge dargestellt. Das Buch ist wesentlich dunkler, brutaler und packender als der erste Band. Mit fast schon schockierender Deutlichkeit beschreibt der Autor durchaus glaubhaft und passend die Zustände in der Hölle, doch nicht nur dort. An Beispielen zeigt er die Verkommenheit der Menschen, die immer nur ihren Zielen seinen es Geld, Macht oder Sex hinterherjagen, die dabei egoistisch und egozentrisch auf Andere, auf Schwächere keine Rücksicht nehmen. Insbesondere die Darstellung des einsamen, von allen gehänselten und ausgenutzten Walter vermochte es mich zu packen. Man muss förmlich Mitleid mit diesem armen, um ein wenig Wärme und Zuneigung buhlenden einsamen Wesen haben.

 

Einige überraschende Wendungen, ein in sich stimmiges, aber nicht vorhersehbares Finale und der straff durchgezogene Handlungsbogen machen diesen Roman zu einer Empfehlung.

 

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Höllensturz

Reihe: Inferno

Autor: Edward Lee

Heyne, erschienen Dezember 2006

382 Seiten, broschiert

Übersetzung von Astrid Finke

Titelbild von Dirk Schulz

ISBN 3-453-53231-7

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 02.12.2006, zuletzt aktualisiert: 02.11.2017 18:47