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House of Whispers 1

Rezension von Christel Scheja

 

Das Sandman-Universum ist nicht mehr länger nur die Spielwiese von Neil Gaiman. Er erlaubt nun auch vier verschiedenen Künstlergruppen, die Geschichte einiger Reiche und Figuren seiner Welt weiter zu spinnen oder endlich auszubauen, was auch beim House of Whispers zutrifft. Hier dreht sich alles um die Welt in den Sümpfen des Südens, in denen die Anwender und Gestalten des Voodoo zu Hause sind.

 

Bisher lebte Erzulie, die Schutzherrin der Liebe und der schönen Dinge in New Orleans, aber dann begeht sie einen schwerwiegenden Fehler, erlaubt sie doch vier jungen Frauen – und dann noch unter ihrer Aufsicht – ein magisches Buch aufzuschlagen.

Bevor sie sich versieht wird ihr Hausboot mitsamt Insassen ins Traumland geschleudert. Schon bald zeigt sich, dass ausgerechnet die direkten Nachbarn eine Gefahr sondergleichen sind. Denn das Geschwisterpaar Cain und Abel könnte mordlustiger nicht sein. Doch Erzulie lässt sich nicht unterkriegen, muss sie doch schnellstmöglich nach New Orleans zurück, denn dort werden immer mehr Menschen von Plagen heimgesucht.

 

Anders als etwa in The Dreaming bewegt sich die Geschichte diesmal zwischen dem Traumreich und der Wachwelt hin und her. Die Geschichte springt von Szene zu Szene hin und her, bringt die Leser dazu am Ball zu bleiben, denn nicht selten endet das Geschehen mit einem momentanen Cliffhanger.

Dazu kommen all die liebgewonnen Klischees, die man mit einer bestimmten Szene des schwülen Südens zusammenbringt, die Lebensfreude der Menschen verbindet sich mit dem Zauber des Voodoo, Magie verbindet sich mit Leidenschaft, Licht und Dunkel sind manchmal nicht voneinander zu unterscheiden, da beides immer wieder ineinander zu fließen versteht.

Die Künstler geben sich sehr viel Mühe, vertraute Elemente und Klischees einzubringen, damit die Welt des Voodoo für ihre Welt leichter nachzuvollziehen ist, aber sie wagen es auch immer wieder, neue Aspekte einzubringen.

Dazu kommt eine spannende Handlung, denn das mörderische Brüderpaar hat seinen Spaß daran, die Bewohner des Hausbootes zu terrorisieren. Dabei wechseln munter die Rollen – wer gut und wer böse ist, das ist nicht immer leicht zu erkennen, und Erzulie ist keine einfache Gegnerin und schon gar kein Opfer.

Gleichzeitig sorgen die Entwicklungen in der Wachwelt für einen roten Faden, der vermutlich auch noch in den nächsten Bänden aufgegriffen wird.

Alles in allem fasziniert die Serie vor allem durch ihren exotischen Hintergrund und die vielen kleinen aber feinen Andeutungen. Die Zeichnungen sind guter Durchschnitt, die Geschichte wird flüssig erzählt, so dass keine Langeweile aufkommt.

 

Fazit:

Das »House of Whispers« bietet dem Leser den Einblick in eine exotische Welt, die hierzulande nur wenig bekannt ist und gleichzeitig eine klassische Abenteuergeschichte mit Twists, die für genug Spannung sorgen, um neugierig auf die weiteren Bände zu machen, zumal auch nicht alle Fragen bis zum Schluss beantwortet werden.

 

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Eure Meinung:

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Comic:

House of Whispers 1

Original: House of Whispers # 1-6

Autoren: Nalo Hopkinson und Dan Waters

ZeichnerInnen: Dominike Stanton und Ana Murillo

Farben: John Rauch

Übersetzung: Gerlinde Althoff

Vollfarbiges Softcover, 148 Seiten

Panini Verlag, 12/2019

 

ISBN-10: 3741615331

ISBN-13: 978-3741615337

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 26.12.2019, zuletzt aktualisiert: 22.09.2020 20:09