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Hüter des Unheils von Melissa de la Cruz

Reihe: The Immortals, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Durch die Romane von Stephenie Meyer stehen Vampire und Werwölfe hoch im Kurs und so haben die Verlage keine Probleme damit, weitere Geschichten aus der Welt der Dunkelheit zu veröffentlichen. Manchmal sind auch interessante Perlen darunter, so wie die bei Ravensburger erscheinende Trilogie „The Immortals“.

Alles dreht sich dort um die „Blue Bloods“, die schon lange unter den Menschen leben und nicht aufzufallen versuchen. Dafür haben sie sich einem strengen Kodex unterworfen. Dazu gehört es, niemals einen Sterblichen zu töten und nur das Blut zu nehmen, dass ihnen freiwillig gegeben wird. Sie können wie die Menschen altern und ihren Körper aufgeben. Allerdings sind die von ihnen gezeugten Kinder nur leere Hüllen, die mit der Essenz der „Verstorbenen“ beseelt werden können. Da sie eigentlich gefallene Engel sind, macht ihnen das Tageslicht nur wenig aus und sie können auch Knoblauch zu sich nehmen oder Kreuze halten.

 

Das macht aus den Vampiren, die seit Jahrhunderten in New York leben eine untereinander verschworene und in sich geschlossene Gemeinschaft. Der jungen Skyler ist das lange nicht bewusst, denn sie führt auf der exklusiven Duchesne Highschool eher das Dasein einer Außenseiterin, weil sie sich weder für Mode noch Jungen sonderlich interessiert. Doch als eine Mitschülerin überraschend umgebracht wird, erfährt das junge Mädchen wie auch ihre engste Freundin Bliss, was sie wirklich sind: Vampire.

Von da an verläuft ihr Leben in anderen Bahnen. Vor allem Skyler findet schnell heraus, dass es neben den „Blue Bloods“ auch noch die „Silver Bloods“ gibt, die ihrer Natur freien Lauf lassen, Menschen ermorden und sich deren Blut einfach nehmen. Da die Gemeinschaft der Vampire sie geächtet hat, sind sie deren gefährlichste Feinde.

In den letzten Jahrhunderten haben die Vampire in New York die „Silver Bloods“ nicht fürchten müssen, vor denen sie eigentlich aus der Alten Welt geflohen sind. Doch nun scheint ein neuer Kampf unausweichlich zu sein.

Skyler kommt dabei eine besondere Rolle zu, denn sie ist keine reinblütige „Blue Blood“, da ihre Mutter weitere Regeln der Vampire gebrochen hat, indem sie sich in einen Menschen verliebte und mit ihm ein Kind zeugte. Vermutlich ist sie auch deshalb immer noch im Koma gefangen. Das Mädchen ist einzigartig, die erste neue Seele unter den Vampiren und vermutlich sogar mächtiger als die erfahrensten von ihnen.

Doch noch ist es nicht so weit, dass sie in die Fußstapfen ihrer Familie und den überraschenden Tod ihrer Großmutter rächen kann. Skyler hat immer noch mit Nebenwirkungen ihrer Verwandlung in eine „Blue Blood“ zu kämpfen, da das Erwachen ihres vampirischen Erbes nicht ganz problemlos abläuft. In der Schule macht ihr die alte Erzfeindin Mimi zu schaffen, die nicht zulassen will, das Skyler ihr den Bruder wegnimmt – und nicht zuletzt taucht der geheimnisvolle Kingsley Martin auf, der wie sie ein charismatischer Außenseiter zu sein scheint.

 

Auch wenn es zunächst so klingt, so sollte man nicht dem Glauben verfallen, es hier mit einer der typischen Schülerromanzen zu tun zu haben, in denen Liebesprobleme und Rivalitäten unter den Schülerinnen im Vordergrund stehen. Tatsächlich gibt auch hier Melissa de la Cruz den Geheimnissen um die Vampire und den Gefahren, die ihnen durch Verrat und die heimtückischen Machenschaften der „Silver Bloods“ drohen, den Vorzug. Zudem erfährt man mehr über die Geschichte und Gesellschaft der Vampire, Details, die den Hintergrund noch plastischer machen und zugleich auf die große Konfrontation hin arbeiten.

Natürlich ist auch dieser Band nicht ganz ohne Klischees. Mimi darf auch weiterhin die rechthaberische Zicke sein und mit ihrer Eifersucht großes Unheil anrichten, weil sie Skyler ausbooten will und Kingsley Martin wirkt für den erfahrenen Leser zu glatt, um wirklich glaubhaft zu sein, aber diese Kleinigkeiten sind leicht zu verzeihen, da die Autorin eine interessante Variante des Vampir-Themas präsentiert, das altbekannte Versatzstücke ganz neu zusammen stellt und vom Leser ein wenig Denkarbeit und Phantasie verlangt, da sie nicht alles bis ins letzte Detail vorkaut.

Heraus kommt ein flott geschriebener Roman ohne Längen, in dem vor allem die Geheimnisse der „Blue Bloods und die sich daraus ergebenden Abenteuer eine Rolle spielen und nicht unbedingt die typischen Schul- und Liebesgeschichten, auch wenn die Helden Teenager sind.

 

Damit ist auch „Hüter des Unheils“, der zweite Band der Trilogie „The Immortals“, spannendes Lesvergnügen für alle, die nicht immer nur in erster Linie von großen Gefühlen lesen, sondern auch die Abenteuer einer eigenwilligen und sehr selbstbewussten Heldin schätzen. Das hebt die Reihe deutlich unter vielen anderen Geschichten für Jugendliche und um die Wesen der Dunkelheit hervor.

 

Eure Meinung:


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Buch:

Hüter des Unheils

Reihe: The Immortals Bd. 2

Autorin: Melissa de la Cruz

Klappbroschur , 344 Seiten

Ravensburger, Mai 2009

Übersetzerin Miriam Margraf

Titelbild: Eva Bender und Eliza Lazo de Valdez

 

ISBN-10: 3473582867

ISBN-13: 978-3473582860

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 16.06.2009, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06