Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Ich fürchte mich nicht von Tahereh Mafi

Rezension von Christel Scheja

 

Auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt, so wurde die heute 24jährige Tahereh Mafi doch in Connecticut, USA, geboren und lebte heute in Orange County. Nach dem Collegeabschluss studierte sie unter anderem ein Jahr in Spanien und spricht mittlerweile acht Sprachen. Nebenher begann sie zu schreiben und veröffentlichte ihre Geschichte in einem Blog. Nun ist „Ich fürchte mich nicht“ auch als Buch erschienen.

 

Juliette ist 17 Jahre alt. Allerdings hat sie die letzten 264 Tage niemanden zu sehen bekommen, weil sie diese Zeit in Isolationshaft verbrachte. Das Mädchen schreibt ihre Gedanken auf, um nicht wahnsinnig zu werden, aber sie hat auch viel Zeit über alles nachzudenken. Und sie fragt sich mittlerweile auch, warum sie überhaupt noch lebt – denn sie hat eine tödliche Gabe: Sie kann durch Berührung töten, was sie zuletzt schmerzhaft bei einem Kind feststellen musste, dem sie nur aufhelfen wollte, weil die Mutter nicht dazu bereit war.

Überhaupt lebt sie in einer Welt, die langsam aber sicher dem Untergang zusteuert, denn die Natur ist vergiftet, Nahrungsmittel knapp, und zentrale Regierungsgewalt nicht mehr vorhanden. Diktatoren haben die Macht in überschaubaren Bezirken übernommen, doch viel weiß sie nicht darüber.

Alles ändert sich, als sie einen Zellengenossen namens Adam bekommt. Doch dieser erweist sich nicht als Gefährte, sondern als Spion, denn als sie kurze Zeit später aus ihrem Gefängnis geholt wird, entpuppt er sich als Soldat des jungen aber despotischen Warren, der seine ganz eigenen Pläne für Juliette hat. Schon bald setzt er sie darüber in Kenntnis und macht deutlich, dass er sie und ihre Gabe nicht fürchtet.

Nun ist es an dem jungen Mädchen zu erkennen, was sie wirklich will und zu handeln. Dabei ist Adam eine nicht unerhebliche Entscheidungshilfe.

 

Auf den ersten Blick wirkt „Ich fürchte mich nicht“ wie eine der aktuellen romantisch angehauchten Dystopien für junge Leserinnen: Ein Mädchen bekommt die harte Wirklichkeit in einer sterbenden Welt zu spüren und soll zum Werkzeug eines skrupellosen Machtmenschen werden, findet aber durch die Liebe einen Weg zurück zur Menschlichkeit.

Tatsächlich ist Juliette ein gebrochener Charakter, der in seinem jungen Leben einiges durchgemacht hat und daher nicht mehr viel von anderen Menschen erwartet, dann aber eiskalt von ihren Gefühlen erwischt wird. Durch ihre Gabe – die etwas an die von „Rogue“ aus den „X-Man“-Filmen erinnert, ist sie aber auch eine Art Superheldin, die nach und nach Verantwortung für ihr Handeln zeigen muss.

Angenehm überraschend ist bei dem Ganzen die Erzählweise strikt aus der Sicht von Juliette. So bekommt man das Geschehen nur gefiltert mit, aber auch viel von ihrem Innenleben – und das schafft eine sehr enge Bindung auf den ersten Seiten.

Bis etwa in die Hälfte des Buches schafft es die Autorin die komplexe Atmosphäre zu halten, dann aber beginnt die Geschichte zu verflachen. Das liegt daran, dass die recht einfache Flucht aus Warrens Festung im krassen Gegensatz zu seinen Sicherungsmaßnahmen am Anfang steht und die Autorin zu sehr auf ein Happy End zuarbeitet. Das mag sicherlich vielen Lesern gefallen nimmt der Geschichte aber etwas an Kraft und weichen die Kernaussagen deutlich auf.

 

Alles in allen erweist sich „Ich fürchte mich nicht“ als nette Variante zum Thema „Romantische Dystopie“, kann aber nach dem starken Anfang nicht mit einem ebenso gelungenen Abschluss punkte, da die Autorin die Liebe und die Gefühle der Heldin zu Adam all zu deutlich in den Mittelpunkt stellt und damit die Geschichte gängige Beziehungsklischees reduziert.

 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:

botMessage_toctoc_comments_9210
Platzhalter

Buch:

Ich fürchte mich nicht

Autorin: Tahereh Mafi

gebunden, 320 Seiten

Goldmann, Juli 2012

Übersetzerin: Mara Henke

 

ISBN-10: 3442313015

ISBN-13: 978-3442313013

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B008A0RLTA

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:

Empfehlen:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 28.08.2012, zuletzt aktualisiert: 20.07.2019 10:39