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Ich wär' so gerne Zoodirektor von James Krüss

Rezension von Björn Backes

 

Inhalt:

Einmal Zoodirektor sein… Den Tieren ein würdigeres Zuhause schaffen, den Wölfen Platz schaffen, die Pinguine mit Eis versorgen und gemeine Besucher des Geländes verweisen – all das wäre dann möglich. Doch überhaupt soll es den Tieren besser gehen. Sie sollen ein Paradies auf Erden finden und einen Lebensraum erhalten, der ihrer würdig ist. Doch dies ist alles nur ein Traum; geträumt von einem kleinen Jungen, der wohl den besten Zoodirektor der Welt abgeben würde und hier offenbart, wie er den riesigen Tierpark Schritt für Schritt optimieren würde. Aber es ist eben alles nur ein Traum…

 

 

Rezension:

Tja, so wie in den schönsten Träumen dieses kleinen Jungen sieht sie wohl aus, die Vorstellung vom perfekten Tiergarten. Jedes Tier hätte genügend Freiraum, die Speisen wären ansprechender, die Besucher müssten sich an bestimmte Verhaltensregeln halten, und letzten Endes würde eine Harmonie herrschen, die in der Realität jedoch leider utopisch bleiben wird. Aber gerade Bilderbücher sollen schließlich zum träumen anregen und die Phantasie wecken, die in diesem Fall schon regelrecht paradiesisch anmutet. Doch gerade dieser Optimismus zeichnet dieses Buch schließlich aus.

Es sind nämlich weniger die sub-optimalen Reime oder die recht gewöhnlichen Texte, die hier Eindruck machen. Auch sind die Zeichnungen eher zweckmäßig und größtenteils bescheiden. Und auch ist die Struktur der Geschichte nun nicht sonderlich innovativ oder auffällig, dass sie „Ich wär’ so gerne Zoodirektor“ zu etwas Besonderem machen würde. Nein, diese feine friedliche, fast schon besinnliche Atmosphäre, die die Traumgedanken des Protagonisten hervorrufen, ist das bestimmende Element eines äußerlich recht unauffälligen, inhaltlich jedoch überraschend stimmungsvollen Buches.

 

Schade ist dennoch, dass die Skizzen und Illustrationen betont kunstfertig ausgefallen sind. Zwar schimmert auch hier eine Art Märchenatmosphäre durch, jedoch verschwimmen so manche Details im groben Pinselstrich des Buches. Vor dem Hintergrund, dass das Originalwerk bereits 1969 veröffentlicht wurde, nimmt man diesen Aspekt aber natürlich gerne in Kauf. Stilistisch ist das Werk nämlich auch in diese Epoche der Jugend- und Märchenliteratur einzuordnen.

 

Dass die Geschichte ohne großartig spektakuläre Inhalte auch nach vier Dekaden noch weitere Auflagen erfährt, spricht letztendlich für sich. Aber solange es in diesem Bereich Platz zum Träumen und Schwärmen gibt, solange wird es auch solch einzigartige Bilderbücher wie „Ich wär’ so gerne Zoodirektor“ geben!

 

 

Fazit:

„Ich wär’ so gerne Zoodirektor“ ist ein Klassiker auf dem europäischen Bilderbuch-Markt und hat auch nach 39 Jahren nichts von seiner positiven, friedlichen Ausstrahlung eingebüßt. Selbst wenn so manch religiöse Parallele einige Skepsis hervorrufen sollte, muss die Tatsache, dass jener Klassiker-Status vollends berechtigt ist, ausreichen, um auch heute noch die kleinsten Zuhörer mit dieser feinen, phantastischen Geschichte zu locken.

 

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Ich wär so gerne Zoodirektor

Autor: James Krüss

Gebundene Ausgabe: 28 Seiten

Verlag: Boje Verlag; Auflage: Unveränd. Aufl. (August 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3414821869

ISBN-13: 978-3414821867

ab 4 Jahre

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 23.09.2008, zuletzt aktualisiert: 09.01.2015 17:02