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Igor Mortis von André Ziegenmeyer

Das Grauen von Leipzig - Kurzgeschichten

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Das Grauen hat einen neuen Namen: Leipzig! Für viele ist es nicht mehr als eine gemütliche Universitätsstadt in Mitteldeutschland. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Unter der quirligen Oberfläche wartet ein grauenvoller Abgrund. Ein Abgrund voll satanischer Trommelhäschen, liebeskranker Wasserspeier und kannibalischer Imbissbuden. Erfahren Sie die Wahrheit – und Ihr Blick auf diese Stadt wird nie mehr derselbe sein…

 

Rezension:

Die dreimaldrei Kurzgeschichten von André Ziegenmeyer präsentiert periplaneta in einem kleinen quadratischen Format, dessen Cover wohl nicht ohne Absicht an den kleinen Mäusetod aus Terry Pratchetts Scheibenwelt erinnert.

Witzige Phantastik gehört zu den wohl schwierigsten Teilgebieten und gerade unter deutschen Autoren ist sie nicht gerade oft anzutreffen. Das liegt natürlich auch daran, dass Humor immer Geschmackssache ist. Sicher ist es da von Vorteil, wenn man wie André Ziegenmeyer seine Werke vor Publikum testet. Das direkte Feedback hat schon mancher Geschichte zu einem schnellen Tod oder zu genialer Verbesserung verholfen.

 

In Igor Mortis geht es um skurrile Begebenheiten, die sich so oder so ähnlich durchaus zugetragen haben könnten, zumal sie alle irgendwas mit Leipzig zu tun haben. Sei es eine konsumkritische Parabel auf das Goldene Handwerk, erzieherische Friedhofsgnome, die Vorfahren der RAF, verliebte Wasserspeier oder Probleme reicher Pinkel - stets bewegt sich der Autor auf einer feinen Straße des gepflegten Humors. Mit sorgfältig gedrechselten Sätzen baut er Stimmungen auf und verpasst seinen Protagonisten ein illustres Eigenleben.

Dabei ist nicht jede Geschichte auf eine Pointe hin geschrieben, meist bleibt eine kleine Nachdenklichkeit zurück, wenn auch die Moral gut im stilsicheren Scherz verborgen ist.

Garniert hat der Autor seine Hommage an Leipzig mit Schwarz/Weiß-Fotos, die das Geschehen sanft kommentieren ohne tatsächlich Illustration zu sein. Durchaus möglich, dass hier touristische Synergien provoziert wurden.

 

Einzig der doch recht hohe Preis ist als Manko anzumerken. Eine Kurzgeschichtensammlung eines noch unbekannten Autors für 10,50 € ist schon ein hohes Risiko, aber vielleicht verkaufen sich die Büchlein ja durch die Lesungen.

 

Fazit:

Ein vergnügliches Bändchen mit lustigen Geschichten rund um das phantastische Leipzig. Von schräg bis nachdenklich reicht dabei das Bouquet der gebotenen Blumen des Bösen. Wen der Preis nicht abschreckt, erhält Kurzweil für eine kurze Weile.

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Eure Meinung:

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Buch:

Igor Mortis

Das Grauen von Leipzig - Kurzgeschichten

Autor und Fotograph: André Ziegenmeyer

Cover: Oliver Brandt

periplaneta Edition Drachenfliege, 2009

Taschenbuch, 146 Seiten

 

ISBN-10: 3940767212

ISBN-13: 978-3940767219

 

Erhältlich bei: Amazon

Inhalt:

  • Des Teufels Teddybär
  • Philomenus Schauderfinger
  • Die rosenmauernd-alchimistischen Freikreuzler
  • Operation Engelskuss
  • Die Legende vom Kürbiskönig
  • Kunstrasenkomödianten
  • Egon der Geschichtentroll
  • Die Verzwirbelung der Welt
  • Die Staubprinzessin

weitere Infos:


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Erstellt: 23.07.2009, zuletzt aktualisiert: 19.06.2018 21:52