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Im nächsten Leben wird alles besser von Hans Rath

Rezension von Ralf Steinberg

 

Rezension:

Nach einem Streit mit seiner Frau kurz vor ihrer gemeinsamen Silberhochzeit wacht der Buchhändler Arnold Kahl 25 Jahre in der Zukunft auf. Sein künstlicher Assistent Gustav hilft dem inzwischen 78-jährigen, sich in der stark veränderten Welt zurecht zu finden. So lebt Arnold jetzt in einer Residenz für Leute im besten Alter, wie man das Wort Altersheim euphemistisch umschreibt. Künstliche Intelligenz hat in weiten Teilen die Steuerung des öffentlichen Lebens übernommen, Service-Roboter wie Gustav erledigen die anfallenden Arbeiten in allen wesentlichen Bereichen.

Bald erkennt Arnold, dass er in den vergangenen Jahren nicht nur seine Ehe, und ein paar weitere Beziehungen, in den Sand setzte, seine Lebensuhr ist auch fast abgelaufen. Denn die Kosten für seine Amnesie-Behandlung zwingen ihn dazu, sich entweder in die virtuelle Welt Times-Beach transferieren zu lassen, was sein physisches Ende bedeuten würde, oder schnellstens Geld für die Behandlung aufzutreiben. Zusammen mit Gustav, dessen Funktionsdauer ebenfalls schon die gewöhnliche Zeit überschritten hat, macht er sich auf, die Spuren seiner Vergangenheit aufzudecken …

 

Hans Rath schreibt normalerweise keine Science-Fiction und so baut er in Im nächsten Leben wird alles besser für seine Stammleserschaft eine Menge Brücken, um in die Zukunft des Jahres 2045 einzusteigen. Die ersten beiden Teile des Romans beinhalten darum auch etliche Kapitel, in denen KI, virtuelle Welten, Roboter und einiges mehr erklärt werden. Dies geschieht jeweils über handlungsrelevante Szenen, also ganz ohne langatmige Infodumps. Rath bleibt bei den üblichen Ideen des Genres, bedient sich ihrer aber sicher und elegant.

 

Unterbrochen wird die Zukunftsbeschreibung durch Sprünge in die Vergangenheit, meist das Startjahr 2020, um aufzuzeigen, was bisher in Arnolds Leben geschah. Von seiner Familie und der Ehe mit Kathrin bis hin zu seinen Kumpels. Fragt man sich zunächst noch, wozu man sich mit diesem Durchschnittsleben befassen soll, wird bald klar, dass dies wohl der eigentliche Kern des Romans ist.

 

Im dritten Teil gelingt es Rath dann zwar, eine spannende SF-Geschichte zu erzählen, aber leider kommen dann noch zwei weitere Teile in denen die befürchtete Wendeschleife befahren wird.

Unabhängig vom Ende, das je nach Geschmack überflüssig oder glücklichmachend ist, bietet »Im nächsten Leben wird alles besser« eine kleine Buddy-Komödie zwischen einer KI in einem fast ausrangierten Androidenkörper und einem alten Mann, der die Scherben seines Lebens betrachtet.

Hart gelingen viele witzige Momente in der Zukunft und als Kontrast dazu dienen die traurigen Szenen der Biedermeier-Gegenwart. In Summe ist das durchaus unterhaltsam.

 

Fazit:

»Im nächsten Leben wird alles besser« von Hans Rath ist eine Gesellschaftskomödie, die aufzeigt, welche Probleme die Zukunft mit sich bringen könnte, wenn man nicht rechtzeitig die richtigen Entscheidungen in der Gegenwart trifft. Durchaus amüsant in den SF-Teilen, kann der Roman jedoch nicht durchgängig überzeugen.

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Eure Meinung:

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Buch:

Im nächsten Leben wird alles besser

Autor: Hans Rath

Taschenbuch, 284 Seiten

Ullstein, 3. August 2020

Cover: Karin Hildebrand Lau und Vladimir Sviracevic

 

ISBN-10: 3864931193

ISBN-13: 978-3864931192

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B07ZTNVNNV

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 14.09.2020, zuletzt aktualisiert: 14.09.2020 12:34