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Interview mit Dan Burri von der Redaktion Windgeflüster

Redaktion Windgeflüster:

Redakteur Karl-Georg Müller

 

Die Windgeflüster ist das Hausmagazin der Gilde der Fantasy-Rollenspieler e.V. (GFR), eines gemeinnützigen Vereins, der sich dem Ziel verschrieben hat, Jugendförderung auf unkonventionelle Art und Weise zu betreiben - indem er die Jugendlichen an das Rollenspiel heranführt.

(Quelle: Pressemappe Magazin Windgeflüster)

 

Seit 17 Jahren begleitet das Magazin Windgeflüster erfolgreich die Rollenspiel- und Fantasyszene im deutschsprachigen Raum und weiß seine Fans mit thematisch angelegten und inhaltlich informativen und sehr guten professionellen Ausgaben zu begeistern. Somit ein schon längst überfälliger Grund auch einmal die Redaktion des Magazin Windgeflüster über die Hintergründe zu befragen und somit stand uns Dan Burri Rede und Antwort.

Interview mit Dan Burri:

Karl-Georg Müller: Die Windgeflüster ist nicht nur ein Magazin mit Tradition, sondern auch mit einer bewegten Geschichte. Könnt ihr die wichtigen Höhen und Tiefen aus eurer Sicht seit der 1. Ausgabe im Jahre 1987 schildern?

 

Dan Burri: Ja, im 2002 feierte die Gilde und mit ihr die Windgeflüster ihr 15 Jahre Jubiläum, was doch für ein Rollenspielverein und Fan -Magazin ein wirklich beachtliches Alter darstellt.

Wie alles begann – also wir schrieben das Jahr 1987, in dem sich ein Haufen von unbescholten Recken noch mit schwerer Schreibmaschine und Leimstift an das Abenteuer Fanzines machten, was damals noch wirklich einem glich, hatte man doch von Layoutprogrammen noch höchstens entfernt gehört und es wurde alles per Handmaid zusammengestiefelt – da haben wir es heute erheblich leichter..

In der Zwischenzeit entwickelt sich die Windgeflüster mit Tiefs und Hochs und etwa 3 beinahen kompletten Redaktionswechseln und hat auch die Entwicklung des Verein mitgetragen.

Doch hier auf alle die Details einzugehen würde diesen Rahmen wohl vollends zu sprengen vermögen – aber für alle die es interessiert haben wir aus der Jubiläums-Windgeflüster den Artikel „Die alte Dame unter den Fanzines – Ein kleiner Rückblick auf 50 Windgeflüster“ entnommen und euch auf dem Limbos zu Verfügung gestellt.

 

 

Karl-Georg Müller: Seit wann ist das neue Team für die Windgeflüster zuständig? Und wer genau verbirgt sich „hinter“ dem Team?

 

Dan Burri: Seit die Windgeflüster 47 „Vampire“ die auf die Messe`01 erschien.

Das neue Team von damals bestand aus den beiden Olivers – Bayer unseren leitenden Redakteur und Nothers sowie meiner Wenigkeit Dan Burri – ja und mittlerweile hat sich die Redaktion um weiter Personen verstärkt – um Janette Wette, Irene Franke, Sonja Weiller, Sven Hartmeier und Martina Berghäuser - um hier nur einige zu Nennen.

Im Gesamten sind wir etwa ein Team von 30 Recken und Reckinnen, wovon Acht der Kernredaktion angehören

 

 

Karl-Georg Müller: Als Herausgeber des Magazins fungiert die Gilde der Rollenspieler e. V. Inwieweit habt ihr als Redaktion Freiheiten, die Windgeflüster nach euren Vorstellungen zu gestalten, oder gibt es genaue Vorgaben, die ihr umsetzen müsst?

 

Dan Burri: In Inhaltlichen sowie Gestalterische Fragen ist freie Hand geben, nur auf das ein wenig leidige Thema Finanzen legt der Verein seine wahrende Hand, wobei natürlich gerade hier der Verein für das Magazin einen Glücksfall darstellt, denn wo sonst können Rollenspieler ein Printmagazin von solcher Auflage produzieren, ohne sich stets in finanzieller Not zu befinden.

Es ist jedoch so, dass der Wunsch des Vereinsmitglied sein Gehör findet, wenn er denn gerne einen Artikel schreiben möchte oder thematische Vorschläge hat.

Denn wir sind ein Magazin vom Verein, für den Verein – jedenfalls in erster Linie.

 

 

Karl-Georg Müller: Welche Ausgaben sind bisher unter eurer Federführung entstanden und wo lagen die jeweiligen Schwerpunkte?

 

Dan Burri: Unter unserer Federführung sind bis jetzt acht ordentliche Ausgaben der Windgeflüster entstanden, wovon chronologisch Geordnet die Themen so aussahen: „Vampire“, „Herr der Ringe“, „Geheimnisse“, „Jubiläumsausgabe“, „Fahrplan durch die Galaxie“, „Seefahrt und Piraten“ und „Horror - Auf Cthulhus Spuren“ und jetzt aktuell „DRACHEN“.

Aber auch einen Abenteuerband in Zusammenarbeit mit dem Dreieich Con ist entstanden, eine Linie, die wir auch hoffentlich weiterverfolgen dürfen, in absehbarerer Zukunft.

 

 

Karl-Georg Müller: Die aktuelle Ausgabe 54 steht unter dem Motto Drachen. Womit dürfen die Leser rechnen – und wann erscheint das heiß ersehnte Heft?

 

Dan Burri: Wir haben versucht ein für den Leser eine interessante Zusammenstellung des schier unerschöpflichen Thema Drachen zu gestalten.

Erscheinen wird es auf der Spiel` 04, die vom 21. Oktober 2004 bis 24. Oktober 2004

stattfindet.

Dort müsst Ihr nur die Halle 6 und den Stand der GFR e. V. mit der Standnummer 6-08 anpeilen. Dort liegt sie - für nur einige blinkende Geldstücke - vor Euch.

 

Ja, natürlich kann man sie auch bei uns auf unserer Seite www.Windgefluester.de ordern.

 

 

Karl-Georg Müller: Das äußere Erscheinungsbild der Windgeflüster hat sich im Laufe der Jahre sehr zum Positiven hin verändert. Wie viel Aufwand steckt in einem Heft, wie sieht der Arbeitsablauf aus? Und wann dürfen wir wieder mit einem Coverbild von Chris Achilleos oder einer anderen Größe rechnen?

 

Dan Burri: Danke - Ja, es steckt doch eine beträchtliche Menge an Planung, Recherche und sonstigen Arbeiten dahinter und nicht zu vergessen das zeitaufwendige Layout – das geht manchmal beinahe vergessen.

Mit den Covers ist es so eine Sache; da wir aus verschieden Gründen zur Zeit auf farbige im allgemein Verzichten und auch dem Nachwuchsillustratoren ein Möglichkeit bieten wollen, wird es wohl in absehbar Zeit leider eng mit Covers der großen Namen – aber keine Angst, wir werden zu gegebenen Anlass sicherlich wieder mit einem triumphalen Bild aufwarten können - vielleicht ja auch von einer Neuentdeckung.

Das Drachenheft wird von der äußeren Erscheinung vielleicht technisch bedingt hinter den letzten Ausgaben etwas zurückfallen, doch mit der Nummer 55 überholen wir die letzten Ausgaben wieder.

 

 

Karl-Georg Müller: Wie schaut es mit eurem Mitarbeiterstamm aus – gibt es feste Mitarbeiter neben der Redaktion, die Beiträge verfassen? Habt ihr „Nachwuchssorgen“, flattert euch das Material unaufgefordert durchs Fenster in die Redaktionsstube – oder müsst ihr um jeden Beitrag ringen?

 

Dan Burri: „Nachwuchssorgen“- ja, leider haben wir auch diese. Jedoch nicht unbedingt bei den Autoren, auch nicht mal so sehr bei den Illustratoren. Eher bei den ganz handwerklichen Dingen. Vor allem suchen wir einen motivierten und begabten neuen Layouter für unser Heft.

 

Es ist so dass die meisten mehr als nur Dank und vielleicht ein Prise Anerkennung haben möchten, aber da dies nicht möglich ist, bleibt da nur der Idealismus und vielleicht auch die Chance mal in den Kreis der professionellen Schreiberlinge und Zeichner zu gehören, denn die Windgeflüster ist wohl eine der „Kaderschmieden“ des Fandom.

 

 

Karl-Georg Müller: Ihr stellt die Ausgaben in jüngster Zeit unter Oberthemen wie „Seefahrt & Piraten“, „Geheimnisse“ und demnächst „Drachen.“ Auf welche Themenausgaben dürfen wir uns danach freuen? Und welcher Erscheinungsrhythmus schwebt euch vor?

 

Dan Burri: Als nächstes nach unserer jetzigen Ausgabe zum Thema „Drachen“ wird sich ein Heft dem Thema „Roboter“ annehmen, weitere Themen der Zukunft sind „Lichtgestalten“, „Zwerge“ und „Städte“.

Ja, mit den Rhythmen hapert ein wenig, da wir ja das ganze Magazin in unserer Freizeit machen – aber wir geben uns Mühe zweimal bis dreimal im Jahr zu erscheinen

Und ist es zurzeit auch so, das sich einige unserer tragenden RedakteurInnen sich in der Abschlussphase ihrer Ausbildung befinden.

 

 

Karl-Georg Müller: Gibt es feste Rubriken in jeder Ausgabe, auf die nicht verzichtet wird?

 

Dan Burri: Ja, bis zur Drachen Ausgabe hatten wir ein Rubrik über Fabeltiere – die wir hier aus wohl naheliegenden Gründen aussetzen werden. Wir berichten über Kinofilme und Produktionen im Independent-Bereich, fast immer auch über freie Rollenspiele, haben eine feste Rubrik mit Conterminen und Conberichten sowie einen großen Rezensionsbereich. Letztendlich findet sich auch immer mindestens ein Abenteuer und eine Kurzgeschichte im Heft.

Der Heimleuchter auf unserer letzten Seite ist zu einer liebgewonnen Marotte geworden und ist nicht mehr wegzudenken, sie bringt doch immer wieder etwas auf den PUNKT.

Auch wen es manchmal nur der Schlusspunkt ist.

 

 

Karl-Georg Müller: Wie hoch ist die Auflage der Windgeflüster? Habt ihr einen festen Abonnentenkreis, oder werden viele Ausgaben über Ladengeschäfte an den Leser gebracht? Wisst ihr, wie sich euer Leserstamm zusammensetzt? Habt ihr Leser im Ausland – interessant ist ja vielleicht die Frage, wo euer am weitesten entfernter Leser lebt?

 

Dan Burri: Die Auflage der Windgeflüster variiert stark, doch bewegt sie sich im tiefsten immer so um die sechshundert herum.

Aber es gab auch schon Auflagen, die die Dreitausend zu sprengen vermochten.

Ja, wir haben einen festen Abonnentenkreis, der sich außerhalb des Vereines bewegt.

Unser Leserschaft befindet sich im ganzen deutsprachigen Raum und auch einiges Hinaus – unser am weitesten entferntester Leser befindet sich meines Wissens in Amerika.

 

 

Karl-Georg Müller: 2003 gab es ein Heft „Rezensionen Special 2003“? Können wir in diesem Jahr wieder mit einer solchen Spezialausgabe rechnen – womit sich gleich die Frage verbindet, ob eure Erwartungen in dieses Sonderheft erfüllt wurden?

 

 

Dan Burri: Die Erwartungen wurden insofern erfüllt, dass die Leser das Heft angenommen haben und wir auch auf die Online-PDF-Version (die im übrigen noch immer erhältlich ist) positiven Feedback erhielten, jedoch würden wir bei erneuter Auflage eines „Rezensionen Special“ die Auflage der Printversion erhöhen und versuchen es zeitlich näher nach der Spielemesse herauszubringen.

Die Motivation für das Heft war, die ganzen Neuerscheinungen der Messe nicht bis zur nächsten regulären Ausgabe liegen zu lassen, sondern sie möglichst aktuell dem Leser zu vermitteln. Je nach Material und Erscheinungsterminen der regulären Hefte werden wir sicher wieder einmal ein „Rezensionen Special“ dazwischenschieben. Ob es bereits 2004 eines geben wird, wissen wir noch nicht.

 

 

Karl-Georg Müller: Wie seht ihr die Zukunftschancen eines Printmagazins wie die Wingeflüster, das sich einer zunehmenden Online-Konkurrenz erwehren muss, die beispielsweise mit Rezensionen schneller reagieren können? Wo liegen also eure Stärken, womit könnt ihr Leser „gewinnen?“

 

Dan Burri: Man muss sehen das wir in erster Linie ein Vereinsmagazin sind und zwar das der Gilde der Fantasyrollenspieler e. V., oder kurz eben GFR e.V. und es der Wunsch der Mitglieder ist, uns in gedruckter Form zu erhalten, ja einige genau nur wegen der Windgeflüster überhaupt Mitglied des Vereines sind, was ja für uns spricht.

 

Sicherlich ist es der Fall, dass wir unser Mitbewerber bemerken, das ist auch gut so, es braucht ja eine gewisse Reibung. Doch denken wir, dass die wir als Printmagazin Windgeflüster auch noch in absehbarer Zeit primär schön altmodisch auf Papier gedruckt rauskommen werden. Menschen lesen gerne abseits des Bildschirms, warum gäbe es sonst Computer- oder gar Internetmagazine im Zeitschriftenhandel.

 

Die Rezensionen, die du ansprichst haben wirklich ein Aktualitätsproblem, das sind wir uns auch bewusst und so sind wir zur Zeit an der Erarbeitung eines Konzeptes, dass unsere Internetpräsenz stärker gewichten wird und uns die Möglichkeit geben wird die Rezis zeitnäher an unsere Leser zu bringen – aber dazu später mehr auf unserer Homepage.

 

Auch sind zur Zeit längerfristige strategische Korporationen in Konzeption.

So wird es mit dem SF-Radio auf der nächsten FeenCon eine Live Berichterstattung geben.

Und wir hoffen dass wir unsere Korporation mit diversen Partnern noch intensivieren dürfen und vielleicht auch die „Gräben“ innerhalb der Rollenspielszenen und ganz allgemein in der Fantsyszene überbrücken können– denn gemeinschaftlich sind wir Groß.

Das sind Visionen, aber wir bleiben dran..

 

 

Karl-Georg Müller: Ihr beobachtet den Rollenspielmarkt sicherlich mit einem wachen Auge. Wie beurteilt ihr die Entwicklungen der letzten Jahre, seitdem die Windgeflüster unter eurer Federführung erscheint: DSA mit neuer Edition, D&D zu Feder & Schwert, MIDGARD endlich komplett, World of Darkness vor dem Umbruch, neue Rollenspiele wie Degenesis und so weiter – bewertet ihr dies als Anzeichen einer Gesundung des Rollenspielbereichs, der in den vergangenen Jahren mit sinkendem Zuspruch zu kämpfen hatte?

 

Dan Burri: Es hat in gewissen Massen ein Differenzierung stattgefunden.

Eine Differierung hinsichtlich, dass früher die heutigen Führer des Marktes Produkte in den Markt stellen konnten die heute niemand anrühren würde, nicht mal wenn man es ihnen schenken würde.

Aber das auch die semiprofessionelle Szene, wie zum Beispiel die freien Rollenspiel die so gut unterstütz werden von dem Projekt Odyssee – zum Beispiel hier Aera und Mondagor - wissen den professionellen Ansprüche zu genügen.

 

Mir fällt dazu nur folgendes ein:

Unser liebstes Steckenpferd, das Rollenspiel, ist Erwachsen geworden. Es ist professioneller und anspruchsvoller geworden und erfüllt auch zum Teil gehobene Ansprüche.

 

 

Karl-Georg Müller: Was spielt die Windgeflüster-Redaktion? Gibt es bevorzugte Rollenspiele – oder eine richtig tief sitzende Ablehnung, die ihr endlich einmal loswerden wollt?

 

Dan Burri: Ablehnung? Vielleicht gibt es Sympathien und deren Antipoden – doch denken wir dass wir diese für unsere objektive Berichterstattung nicht als primäres Kriterium taxieren dürfen.

Allerdings wird in den Reihen der Redaktion DSA stark gepflegt. Das entspricht aber sicher auch einem guten Spiegel der Rollenspielszene.

 

 

Karl-Georg Müller: Weshalb würdet ihr euch eine Ausgabe der Windgeflüster kaufen?

 

Dan Burri: Weil es ein informatives und unabhängiges Magazin innerhalb der deutschsprachigen Fantasy und RPG Szene ist.

Doch sehet besser selbst: Windgefluester.de

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Erstellt: 29.04.2005, zuletzt aktualisiert: 22.02.2015 05:52