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Interview mit Jan Christoph Steines (Redakteur, Autor & Lektor)

Redakteur: Matthias Deigner

 

_Jan Christoph Steines ist Mitglied der Cthulhu-Redaktion. Er gehört zu den Veteranen des Cthulhu-Rollenspiels und war auch in Zeiten aktiv, als das Rollenspiel in Deutschland keinen Verlag hatte. Er hat schon viel in Magazinen veröffentlicht, sowie auch mehrere offizielle Abenteuer, etwa in "Berlin" und in "Um Ulm herum". Er ist seit 2002 zudem als Lektor tätig und hat die Redaktion der Deutschland-Box übernommen.

 

 

Fantasyguide: Welche Aufgabe hast du in der Cthulhu-Redaktion, und wer steckt hinter Jan Christoph Steines?

 

Jan Christoph Steines: Eine klare, ausdrückliche Aufgabenteilung in der Redaktion gibt es nicht, abgesehen davon, dass Frank als Chefredakteur letztendlich alles koordiniert. Mit der Zeit hat sich natürlich etwas herauskristallisiert, wo die Redaktionsmitglieder Stärken und Schwächen haben. Z.B. macht Frank sehr viel häufiger als ich selbst Rollenspiel, kennt also die "Spielerseite" besser, während Marcus in einem Rollenspielladen jobbt, so dass die beiden mehr als ich die konzeptionelle Seite vertreten. In einigen Bereichen bin ich für die konkrete Umsetzung verantwortlich, vor allem für "Deutschland – Blutige Kriege und Goldene Jahre" – so der Titel der Deutschlandbox. Die soll im Oktober erscheinen, und ich bin ziemlich zuversichtlich, dass das klappt. :-)

 

Wer hinter meinem Namen steckt? Okay, hier meine Kurzbiografie:

 

Geboren 1971 in Mülheim/Ruhr, Jura-Studium in Heidelberg, Referendariat in Dresden, Promotion in Dresden, seit Ende 2002 Rechtsanwalt in Freiburg/Breisgau.

 

 

Fantasyguide: Wann hast du mit dem Rollenspiel begonnen, was spielst du heute so?

 

Jan Christoph Steines: Wie die meisten habe ich mit DSA angefangen (1986), natürlich mit dem legendären "Silvanas Befreiung". Jeden Samstag haben wir in der Anfangszeit zusammengehockt, um nach und nach alle offiziellen DSA-Abenteuer durchzuspielen. 1988 sind wir dann komplett auf MERS, Midgard und CTHULHU umgestiegen; zum einen fanden wir Aventurien als Welt damals ziemlich langweilig, zum anderen wollten wir natürlich als "Erwachsene" nicht mehr dasselbe spielen wie als "Kinder". Durch meine zahlreichen Umzüge kam ich dann wenig zum Spielen, weil mir oft die Spielergruppe fehlte. Schlimm war das in Dresden, wo man diese Spielform gar nicht kannte. In Freiburg habe ich mich jetzt an die Gruppe eines anderen Cthulhu-Mitarbeiters rangehängt, die sich mit CTHULHU, Midgard und Shadowrun beschäftigt. Das Beste: Ich merke, es macht immer noch Spaß. :-)

 

Hin und wieder treffe ich auch noch Leute aus meiner alten Gruppe aus Schulzeiten, mit denen ich dann meine Selbstgeschriebenen Abenteuer Probe spielen kann. Und seit mehr als zehn Jahren sind die vier Tage zwischen Weihnachten und Neujahr fest fürs Rollenspiel reserviert! Da hat man mal Zeit für längere Abenteuer (z.B. "Drachenland") oder kann einfach was Neues ausprobieren (ENGEL).

 

 

Fantasyguide: Was liest du so an Büchern, Cthuloide Literatur oder?

 

Jan Christoph Steines: Ich muss gestehen, ich lese nicht sehr häufig cthuloide Literatur (was für Phantastik allgemein gilt) und mag eigentlich auch Lovecraft nicht so. Für meinen Geschmack berichtet der immer etwas zu distanziert und nüchtern, um wirklich den Leser den Horror nachempfinden zu lassen, den seine Protagonisten eigentlich verspüren müssten. Es gibt mir auch zu selten interessante Spannungskurven. Allerdings habe ich Lovecraft bisher auch immer nur in den Suhrkamp-Übersetzungen und nie im Original gelesen. Ich habe schon mehrfach gehört, dass er da wesentlich besser sein soll.

 

Und auch die anderen geschilderten Probleme haben Cthulhu-Rollenspielabenteuer nicht, weshalb ich diese wiederum grundsätzlich sehr gerne lese (natürlich auch spiele): Es wird ein Handlungsrahmen vorgegeben, oft sogar nur ein Handlungsbaukasten, und Aufgabe des Spielleiters ist es, daraus eine Handlung mit Spannung zu machen. Als Leser von Rollenspiel-Abenteuern habe ich gegenüber Romanen den Vorteil, dass ich mir meine eigene Handlung, meine eigene Spannungskurve in meiner Vorstellung entwerfen kann und nicht auf die Festlegungen eines Romanautors angewiesen bin.

 

"Der leuchtende Trapezoeder" mochte ich wegen seiner dichten Atmosphäre allerdings sehr.

 

 

Fantasyguide: Wenn du keine Phantastik oder eher wenig Phantastik liest, welche Bücher stehen dann bei dir im Regal?

 

Jan Christoph Steines: Ganz verschieden: Da gibt es Krimis und Kafka, Philipp Roth und Philipp Pullman. Mein Lieblingsschriftsteller ist Brian Moore, ein (leider vor kurzem verstorbener) irischer Autor. Ein Freund von mir hat lange Zeit in einem Buchladen gejobbt und ständig die Literaturtipps an mich weitergegeben, die er selbst von seinen beiden Chefinnen bekommen hat. Darunter waren tolle Sachen!

 

 

Fantasyguide: Würde Lovecraft das Rollenspiel irritieren?

 

Jan Christoph Steines: Ich glaube, er würde es grundsätzlich mögen, auch wenn ich nicht genau beurteilen kann, ob sich das Cthulhu-Rollenspiel in seiner jetzigen Form mehr an Lovecraft orientiert oder an dem, was Derleth daraus gemacht hat (und ob Lovecraft damit einverstanden wäre). Lovecraft hat viele andere Autoren ermutigt, Geschichten zum Cthulhu-Mythos zu schreiben, und so weit ist ja auch das Rollenspiel nicht von einer literarischen Form entfernt. Er stände auch anderen Settings wie 1000 AD, Cthulhu WildWest und Gaslight aufgeschlossen gegenüber, da er den Cthulhu-Mythos nicht untrennbar mit Neu-England und den 1920ern verbunden sah. So hat er z.B. seinen Brieffreund und damals schon profilierten Conan-Autor R.E. Howard aufgefordert, den Cthulhu-Mythos auch im hyperboreischen Conan-Zeitalter einzuführen.

 

Ob Lovecraft allerdings selbst an Cthulhu-Runden teilnehmen würde, bezweifle ich hingegen: Er scheint ja eher der stille, zurückhaltende Typ gewesen zu sein, der im direkten Kontakt mit anderen Menschen nicht sonderlich gut klar kam und zwar ganz viele Brieffreunde, aber kaum persönliche Freunde hatte. Solche Leute kommen mit einer kommunikativen Spielform wie dem Rollenspiel nicht so zurecht, denke ich.

 

 

Fantasyguide: Welches sind deiner Meinung nach die wichtigsten Attribute die ein guter Spielleiter, und speziell ein Cthulhu-Spielleiter, mitbringen muss?

 

Jan Christoph Steines: Atmosphäre aufbauen, wissen, wann das Tempo anzuziehen ist und wann man es schleifen lassen sollte, die Fähigkeit (gerade bei einem oftmals detektivischen Spiel wie Cthulhu), die Spieler sanft in die richtige Richtung zu drängen, ohne dass sie es merken, Regelfestigkeit, ohne ein Regelfuchser zu sein, gewisses schauspielerisches Talent, sich nicht stundenlang mit einem Teil der Spieler beschäftigen, während der andere dumm rumsitzt - das sind jedenfalls die Attribute, die ich am Wichtigsten finde. Bei Cthulhu habe ich es außerdem zu schätzen gelernt, wenn der Spielleiter viel über die Welt, in der man spielt, Bescheid weiß. Damit meine ich nicht die cthuloiden Zusammenhänge, sondern Geschichte und Leben der 20er Jahre (bzw. der anderen Zeit, in der man gerade spielt).

 

Wer das nicht drauf hat, muss auf die Deutschlandbox warten. :-)

 

 

Fantasyguide: Die Deutschlandbox ist heiß ersehnt, was darfst du darüber erzählen, vielleicht etwas das nicht "sowieso" schon bekannt ist?

 

Jan Christoph Steines: Es gibt auf der Pegasus-Seite einen Werkstattbericht zur Deutschlandbox. Der Link: http://www.pegasus.de/cthulhu/ Weitere Werkstattberichte erscheinen in den nächsten Ausgaben der Magazine Nautilus und Mephisto.

 

Soweit zum Bekannten. Noch nicht bekannt ist (das steht nämlich nicht im Werkstattbericht), dass alle deutschen Regionen, sprich Freistaaten, kurz vorgestellt werden, wodurch der Spielleiter schon mal viele Anregungen für eigene Abenteuer erhalten wird. Auch nicht im Werkstattbericht steht, dass die mehr als drei Dutzend Autoren durchweg hochwertige Beiträge abgeliefert haben, wovon ich positiv überrascht bin, und ich nach zehn Monaten Vorbereitungszeit immer noch selbst Enthusiasmus verspüre, wovon ich noch positiver überrascht bin.

 

Alles sieht danach aus, als wenn die Box zehn Jahre nach den ersten Planungen bei Laurin tatsächlich im Herbst zur Spielwarenmesse in Essen erscheinen wird.

 

 

Fantasyguide: Mit Essen sprichst du etwas interessantes an, was plant ihr außer der Deutschlandbox noch zu diesem Termin? Wird es vielleicht etwas "interessantes" direkt am Stand geben?

 

Jan Christoph Steines: Jede Menge!!! Mindestens genauso wichtig wie die Deutschlandbox ist die Neuauflage des Regelwerks. Wie zu Laurin-Zeiten wird es wieder zwei Regelwerke geben, ein Spieler- und ein Spielleiterhandbuch. Diese Zweiteilung liegt nicht daran, dass Pegasus mehr Geld machen will, sondern daran, dass die Neuauflage neu konzipiert und extrem erweitert wurde. Und schon andere Systeme haben mit der Zweiteilung gute Erfahrungen gemacht - damit die Spieler nicht zu viel wissen. :-)

 

Und außerdem gibt es die "Cthuloide Welten" #5. Interessantes direkt am Stand? Natürlich, die Cthulhu-Redaktion, zumindest vertreten durch Frank Heller. Und wie in den letzten Jahren zahlreiche Spielrunden, angeboten von unserem emsigen Support-Team um Tom Weghofer.

 

 

Fantasyguide: Was würde dich reizen nach der Cthulhu Box als nächstes anzugehen, das einen ähnlich großen Rahmen hat, bzw. was gehst du an?

 

Jan Christoph Steines: In einem ähnlich großen Rahmen werde ich bestimmt nichts mehr machen, weil mir dazu einfach die Zeit fehlt. 2004 erscheint die "Horror im Orient-Express"-Kampagne, die einen ähnlichen Rahmen haben wird, aber die leitet (zum Glück) Frank Heller. Ab Oktober kümmere ich mich um den "London"-Band, den hauptsächlich Matthias Treder schreibt. Ansonsten möchte ich auch noch einige kleinere Projekte durchführen: Zum einen habe ich Nils Rehm für sein Fanzine "Trodox" ein "Engel"-Abenteuer versprochen, zum anderen träume ich schon seit langem von einer d20-Version eines Private Eye-Abenteuers von mir, das ich noch auf Halde liegen habe. Vielleicht als Book on Demand?

 

 

Fantasyguide: Also zu wenig Zeit für all die schönen Cthulhu Sachen? Was erwartet uns im London Band?

 

Jan Christoph Steines: Jedenfalls weniger Zeit. Es macht zu viel Spaß, um dafür zu wenig Zeit zu haben. Der London-Band ist insofern anders als die anderen Cthulhu-Publikationen, als er neben den 1920ern auch die 1890er, die klassische Gaslight-Epoche also, abdeckt. Die 1890er werden ja oft als Viktorianisches Zeitalter beschrieben, und wenn es einen Reiz hat, in dieser Epoche zu spielen, dann sicherlich im Empire von Königin Viktoria selbst! Aber die 1920er kommen natürlich nicht zu kurz. Es werden auch die Entwicklungen zwischen beiden Epochen dargestellt.

 

Es gibt zwei Abenteuer von Wolfgang Schiemichen und Jens Peter Kleinau, die in den 1890ern und 1920ern spielen. Und daneben bringen wir noch vieles andere: Stadtbeschreibung, soziale Klassen, okkultistische Vereinigungen, Kulte, einen Reiseführer entlang der Londoner Schauplätze realer und fiktiver Verbrechen, London von unten (Kanäle), der Hafen und seine Bewohner, Nebel, neue Charaktere und und und ...

 

Mit dem "London Guidebook" von Chaosium hat es außer der Themen- und Namensverwandtschaft ("London - Im Nebel der Themse") eigentlich nicht viel gemein. Das "London Guidebook" gilt nicht als Chaosiums beste Publikation, und deswegen ist es wohl auch besser, dass es sich nicht mal im Ansatz um eine pure Neuübersetzung handelt.

 

 

Fantasyguide: Du hast eine Vergangenheit, die in den "Goldenen Zeiten" des Fandoms begann, würdest du sagen, dass diese Zeit mit vielen Dutzend Rollenspiel-FanZines eine interessante Zeit war und was würdest du dir aus dieser Zeit für heute auch wünschen?

 

Jan Christoph Steines: Viele Aktive aus der alten Fanzine-Szene haben mit Rollenspiel heute nichts mehr am Hut, z.B. Thilo Bayer und Jörg Kleudgen, aber andere - vor allem Thomas Finn - sind ins Profi-Lager übergewechselt. Und darin sehe ich auch den Sinn von Fanzines (daneben, dass sie einfach Spaß bringen sollen): Erfahrungen zu machen und Schreiben zu lernen. Und zu lernen, sich für Rollenspiel zu engagieren, Termine einzuhalten, mit anderen zu kooperieren - was natürlich außerhalb des Rollenspiels auch immer wichtig ist. Aber nicht nur deswegen finde ich es schade, dass es kaum noch Fanzines gibt, wobei ich als alter Traditionalist aber immer Gefahr laufe, die ganzen Internet-Projekte zu vergessen, die letztlich denselben Zweck erfüllen. Übrigens ist auch die Cthuloide Welten als Magazin von Fans für Fans gedacht. Sie stößt auch auf ein breites Mitarbeiterinteresse von Leuten, die noch nie vorher etwas geschrieben haben. Von den Fanzines der guten alten Zeit unterscheidet sie aber natürlich zum einen die äußerliche Aufmachung, zum anderen aber auch die Tatsache, dass erfahrene Lektoren dafür Sorge tragen, dass inhaltlich gute Texte auch eine ansprechende Form bekommen.

 

Was ich übrigens an den "Goldenen Jahren" am meisten vermisse, ist die Zeit, die ich als Schüler und Student gehabt habe.

 

 

Fantasyguide: Hättest du auch ins Profi Lager gefunden ohne die Zeit der FanZines?

 

Jan Christoph Steines: Nein, sicherlich nicht. Es hat mich nie aktiv ins Profi-Lager gedrängt.

 

Jürgen Pirner, der heutige Herausgeber von "Nautilus" und "Kartefakt" war es, der 1990 auf einige Fanzine-Veröffentlichungen von mir aufmerksam geworden ist und mich fragte, ob ich nicht etwas für Laurin schreiben wolle (die damals ja die Cthulhu-Lizenz hatten). Ich habe dann "Jahrhundertsommer" verfasst, aber wegen der Pleite von Laurin ist es nicht erschienen. Zu Pegasus bin ich dann nur gekommen, weil mich "Jahrhundertsommer" soviel Zeit gekostet hatte und ich es noch wenigstens irgendwann veröffentlicht sehen wollte.

 

 

Fantasyguide: So ist es eher der pure Zufall gewesen, der dich ins Profi Lager gebracht hat? An sich interessant, was würdest du den Lesern als Tipp mitgeben, was muss man tun, um auch einmal im Profilager zu schreiben?

 

Jan Christoph Steines: Was ich als wichtigste Eigenschaft schätzen gelernt habe (okay, neben einem gewissen Talent natürlich) sind Zuverlässigkeit und Engagement. Dazu gehört: pünktlich abgeben bzw. frühzeitig Bescheid geben, dass man das nicht schafft (ist ja auch kein Beinbruch), die Bereitschaft, Verbesserungsvorschläge aufzunehmen und sich nicht wieder Wochen Zeit zu lassen, die umzusetzen, eMails innerhalb kurzer Zeit zu beantworten.

 

 

Fantasyguide: Wenn du schon die Internetprojekte ständig vergisst, welche Links kannst du uns trotzdem empfehlen? Wobei ich speziell an die Links rund um Cthulhu denke, aber auch andere.

 

Jan Christoph Steines: Die Gelegenheit für ein bisschen Schleichwerbung nehme ich gerne wahr. :-)

 

Natürlich

 

http://www.pegasus.de/cthulhu

http://www.cthuloide-welten.de

http://www.cthulhu-forum.de

 

Aber auch http://www.arkham-chronicle.de mag ich, auch wenn sich da in letzter Zeit nur sporadisch was tut.

 

Rollenspiel allgemein: http://www.x-zine.de, http://www.die-sns.de (Internetseite der Runequest-Gesellschaft; die haben auch viel zu Cthulhu), Private Eye: http://www.private-eye.at.tf, international: http://www.rpg.net.

Nicht zu vergessen auch der DRoSI (Deutscher Rollenspiel-Index).

 

 

Fantasyguide: Würdest du sagen, dass Cthulhu als Rollenspiel auch für Einsteiger ins Rollenspiel an sich gedacht/konzipiert ist? Und wenn nicht, was gibst du solchen Leuten mit auf den Weg, dass sie einen Einstieg auch mit Cthulhu hinbekommen?

 

Jan Christoph Steines: Cthulhu wendet sich auf jeden Fall auch an Einsteiger. Neben dem im Vergleich schlanken Regelsystem hat es gegenüber anderen Rollenspielen auch einen großen Vorteil: die Welt, in der Cthulhu spielt! Man muss den Neulingen nicht umständlich erst eine Fantasywelt erklären, sondern kann sich darauf verlassen, dass jeder seine Umgebung kennt. Und falls es doch eine der anderen Epochen sein soll, die bei Cthulhu als Schauplatz möglich sind (vor allem die 1920er) - die kennt jeder aus Film und Fernsehen. Natürlich sollte man Einsteiger nicht gleich mit dem vollen Schrecken des Mythos konfrontieren ("Das ist Cthulhu, das ist Nyarlathotep, das ist ein .38er - und jetzt kämpft mal schön!"), sondern sie mit Hilfe "klassischer" übernatürlicher Wesen wie Vampire, Werwölfe, etc. langsam an das Spiel in einer Horror-Welt gewöhnen. Und "Umsteiger" auch daran gewöhnen, dass man bei Cthulhu im Zweifelsfall lieber wegläuft, als wie bei D&D den offenen Schlagabtausch mit übernatürlichen Gegnern zu suchen.

 

Übrigens möchte ich in diesem Zusammenhang noch kurz darauf verweisen, dass es extra unsere "Cthulhu für Einsteiger"-Regeln gibt, die auf unserer Internet-Seite zum kostenlosen Download bereit stehen.

 

 

Fantasyguide: Wenn du die Wahl hättest, bei welchem anderen Rollenspiel würdest du gerne einmal mitschreiben?

 

Jan Christoph Steines: Auf jeden Fall "Engel". :-) Ich kenne kaum ein Rollenspiel mit einem so spannenden Hintergrund (Cthulhu mal beiseite gelassen ...). Daneben hat "Engel" als neues Rollenspiel vor allem einen Vorteil: Es gibt nicht so viele Publikationen und entsprechend muss man sich auch nicht so umfangreich einlesen, wenn man etwas dazu schreiben will. An DSA würde ich mich, selbst wenn es mich reizen würde, niemals herantrauen, weil ich seit Jahren lediglich sporadisch mal hin und wieder in einzelne Publikationen reingucke. Bei Cthulhu stellt das übrigens kaum ein Problem dar, weil die meisten Elemente des Schauplatzes ja auf historischen Fakten basieren, so dass die Gefahr, Erfindungen aus einer anderen Publikation zu übersehen, nicht sehr groß ist – jedenfalls keine Gefahr, die ein Lektor nicht ausbügeln könnte, ohne die halbe Publikation neu zu schreiben.

 

 

Fantasyguide: Vielen Dank für das sehr interessante Interview!

 

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Erstellt: 31.12.2005, zuletzt aktualisiert: 24.02.2015 22:00