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Interview mit der Autorin Linda Budinger

Redakteurin: Christel Scheja

 

Die 1968 geborene Linda Budinger, Autorin von "Der Geisterwolf" (1999 im Heyne Verlag erschienen) und "Goldener Wolf" (Januar 2006 bei FanPro erschienen), lebt in Leichlingen und arbeitet als freiberufliche Übersetzerin und Autorin von phantastischen Romanen.

Nach dem Abitur studierte sie einige Semester Ur- und Frühgeschichte, Völkerkunde und Germanistik, was sicherlich sehr zur Wahl der Themen ihrer Geschichten beigetragen hat.

Sie schreibt seit mehr als 20 Jahren und ließ sich schon früh von Mythen, Märchen und Legenden inspirieren, sie liest auch gerne Fantasy und ist noch heute aktive Rollenspielerin.

 

 

Fantasyguide: Linda, du bist den Lesern ja als Autorin von "Der Geisterwolf" und dem gerade erst erschienenen "Goldener Wolf" bekannt. Aber wer versteckt sich hinter dem Namen Linda Budinger? Möchtest du dich etwas ausführlicher vorstellen?

 

Linda Budinger: Über diese Frage habe ich jetzt am längsten nachgedacht, die Antwort habe ich mir bis zum Schluss aufgespart. Was verrät das nun über mich?

Wenn ich mich selbst anhand meines Bücherregales vorstellen wollte, dann stünde da Horror neben Space Opera, Fantasy neben Geschichtsbüchern, Tolkien neben A. C. Doyle und Vertreter der Schwarzen Romantik neben Vorzeitromanen.

Meine CD-Sammlung beinhaltet etwas Klassik, viele Soundtracks zu hauptsächlich phantastischen Filmen, 'Best of'- Sampler aus meiner Jugend (den wilden 80ern), Musik zu Romanzyklen und phantastischen Themen, Harfenmusik und Folk ... usw.

Wen dieses Sammelsurium jetzt noch nicht abgeschreckt hat, den mag es interessieren, dass ich mich als kreativer Mensch fühle, was sich im Hobbybereich neben dem Rollenspiel aufs Zeichnen und Basteln, der Aufgabe als Chefredakteurin eines (leider inzwischen eingestellten) Rollenspiel-Fanzines zeigt und bei der Arbeit durch das Gestalten mit Worten ausdrückt. Irgendetwas geistert mir immer im Kopf herum, sei es eine Melodie, die Idee zu einer Geschichte oder einem Bild.

Ich bin es aber oft auch zufrieden, einfach zu lesen, oder ins Kino zu gehen. Da man bei der freiberuflichen Arbeit mehr oder weniger freie Zeiteinteilung hat, erlaubt das einen gewissen Hang zu extravaganten Arbeits- und dementsprechend Freizeiten. Das kommt mir sehr gelegen.

 

Fantasyguide: Wie bist du auf die Idee gekommen, gerade Romane für DSA zu verfassen? Hast du selber auf Aventurien gespielt, oder gab es andere Anreize?

 

Linda Budinger: Es bot sich damals einfach an, da die DSA-Reihe auch Neulingen gegenüber offen war und ich eine passende Idee für die Welt hatte.

Natürlich habe ich auch selbst gespielt und vor 20 Jahren mit einigen Freunden sogar angefangen mit einem Vorläufer des heutigen DSA: der “Büchergarde“, für alle, die es noch kennen. Man spielt eine Art Buchwächter, welche die durcheinandergeratenen Geschichten in bekannten Romanen (z.B. Der Schatzinsel) wieder geraderücken sollten.

Durch den recht engen Rahmen der Vorlagen war das jedoch zu wenig echtes Rollenspiel für unseren Geschmack. Zum herkömmlichen DSA kamen wir kurz darauf. Wir verließen dann aber recht schnell die bestehende Abenteuerwelt Aventurien und die fertigen Module und spielten selbst ausgedachte Abenteuer. Schließlich wechselten wir dann auf ein komplett eigenes System. Kurioserweise entstanden die neuen Regeln, weil unser Spielleiter auf das Erscheinen der ersten Magie-Box wartete und seine Mußestunden beim Wehrdienst mit dem Schreiben eigener Regeln verbrachte. Und da sage mal einer, Rollenspiel sei nicht kreativ ;-)

Und obwohl ich mich in den letzten Jahren hauptsächlich mit Science-Fiction-Rollenspielen beschäftige, kenne ich immer noch DSA-Spieler und habe auch den Kontakt zur politischen Entwicklung der Spielwelt nie verloren.

 

Witzigerweise stammt die Idee zum “Goldenen Wolf“ noch von 1999, aus der Phase intensiver Beschäftigung mit den Nivesen und ihrer Kultur. Ich hatte damals ein erstes, lockeres Exposé als Gedankenstütze aufgeschrieben, aber es fehlte immer noch das gewisse Etwas, das mich zum Schreiben gedrängt hätte.

Nachdem ich mich dann die letzten Jahre verstärkt eigenen Projekten und meiner Karriere als Übersetzerin gewidmet habe, bekam ich vor einer Weile wieder Spaß an einem Wolfsroman. Es folgte eine gründliche Überarbeitung meines damaligen Anfangs, den ich dann mitsamt dem ergänzten Exposè an FanPro geschickt habe. Die Zusage kam dann auch sogleich mit einem gewünschten Abgabetermin, und dann ging alles recht fix über die Bühne.

 

Fantasyguide: Beide Romane spielen in den nördichen Breiten Aventuriens und haben ja vor allem die Kultur und Mythologie der Nivesen zum Thema. Was fasziniert dich an diesem Volk und seinen Schamanen? Gab es auch andere Quellen oder Interessen, die dich inspiriert haben, vielleicht sogar Beruf oder Studium?

 

Linda Budinger: Was mich ausgerechnet zu den Nivesen geführt hat, kann ich gar nicht genau sagen – ich hatte damals beim Geisterwolf eine passende Idee und es hat sich dann verselbstständigt :-)

Vielleicht hängt es mit meiner Studienwahl zusammen, aber sogenannte Naturvölker und deren religiöse Vorstellungen finde ich einfach interessanter als z.B. Städte, Hofgeplänkel oder Intrigen. Das ist einfach ein Bauchgefühl, für das ich keine nähere Erklärung habe. Vielleicht kommt es daher, dass ich in einer Kleinstadt aufgewachsen bin.

 

Einer der Gründe für die Wahl meiner Studienfächer bestand auf jeden Fall darin, mir Hintergrundwissen für das eigene Schreiben anzueignen. Als Archäologe hat man es mit den materiellen Hinterlassenschaften vergangener Kulturen zu tun, als Völkerkundler beschäftigt man sich mit lebenden und atmenden Menschen und ihren religiösen Vorstellungen, ihrer sozialen Organisation, ihren Strategien zu Nahrungserwerb und Überleben. Für einen Fantasyautor ist das eine äußerst günstige Kombination.

 

Fantasyguide: Sowohl "Der Geisterwolf" als auch in "Goldener Wolf" gehört die junge Schamanin Starna zu deinen Helden. Inwiefern besteht zwischen den beiden Romanen eine Verbindung?

 

Linda Budinger: Der “Goldene Wolf“ schließt inhaltlich und thematisch an den Geisterwolf an. Starna taucht in beiden Romanen als Figur auf. Es gibt noch andere Verbindungselemente und wiederkehrende Figuren, aber die Geschichten stehen jeweils für sich allein. Während der “Geisterwolf“ als Entwicklungsroman die Reife der jungen Schamanin thematisiert, ist “Goldener Wolf“ die Geschichte Rikkinens, der mit der Jagd nach dem Welpen eine Suche nach der eigenen Identität und Vergangenheit beginnt. Starna begleitet ihn auf seinem Weg, tritt aber zugunsten seiner Entwicklung als Hauptfigur etwas zurück.

 

Fantasyguide: Mir ist aufgefallen, dass du in deinen Romanen auch Kreaturen mit deinen Helden agieren lässt, die gemeinhin - selbst in DSA - als Monster verschrien sind. Im "Geisterwolf" war es ein Orkschamane, der Starna Hilfe und Rat gab, hier spielt ein pfiffiger Goblin eine nicht unerhebliche Rolle? Was reizt dich daran, die Grenzen des Rollenspiels zu überschreiten, und diese Wesen von einer ganz anderen Seite dar zu stellen?

 

Linda Budinger: Wenn ich ganz ehrlich bin, ist es in beiden Fällen der Wunsch nach unverbrauchten Figuren gewesen.

Von Orks als Helden war 1999 (Exposé 1996), als der Geisterwolf erschien, woanders noch keine Rede, und der durchtriebene und listige Orkschamane Rezzal hat mir beim Schreiben großen Spaß bereitet. Natürlich nutzt sich Klischeebrechen um jeden Preis auch mit der Zeit ab bzw. droht zu einem eigenen Klischee zu werden. Deswegen habe ich auch versucht, den beiden “Goblinoiden“ ihre Fremdartigkeit zu bewahren und sie innerhalb ihrer Grenzen agieren zu lassen. Rezzal ist kein Kuschelork, Surg kein Chorknabe.

Der Goblin passte, ebenso wie der Ork, einfach gut zu der Geschichte. Die Goblins haben ihre eigenen Schamaninnen, und so lag es nah, dass Surg einer Schamanin eher vertrauen würde als einem anderen Menschen.

 

Fantasyguide: In beiden Romanen spielen Wölfe eine nicht unerhebliche Rolle. Warum?

 

Linda Budinger: Das wiederum hängt mit der Wolfsreligion der Nivesen zusammen. In meinen anderen Geschichten und Romanen tauchen kaum Wölfe auf. Nordland, Nivesen, Wölfe = DSA. Ich glaube, das ist in meinem internen Ideenspeicher inzwischen fest verdrahtet.

 

Fantasyguide: Was hat dir beim Schreiben besonderen Spaß gemacht? Welche Szenen gefallen dir am besten und welche Figuren aus deinen beiden Romanen liegen dir am meisten am Herzen?

 

Linda Budinger: Beim Geisterwolf haben mir die Szenen mit Rezzal die meiste Freude bereitet. Seine Begleiter Starna und Yassi sind jung und unerfahren und denken, sie hätten den alten Ork in der Hand. Tatsächlich ist es eher umgekehrt. Trotzdem reagiert der Schamane in Glaubensdingen mindestens ebenso reizbar wie Starna, und das führt natürlich zu einigem Streit, bei dem auch der Alte im übertragenen Sinne Federn lassen muss.

 

Beim Goldenen Wolf gibt es da einen anderen Konflikt zwischen dem mitunter mürrischen Rikkinen und dem begleitenden Wolf Dreikralle.

In einer Szene kommen sie zu Starnas Leuten, die denken, dass die beiden, nun ja, eben Gefährten wären und sich bemühen, den Wolf so zuvorkommend wie möglich zu behandeln, was wiederum zu Rikkinens Lasten geht und ihn fast zur Weißglut treibt.

Später neckt ihn der Wolf, und wenn er es mal nicht tut, interpretiert Rikkinen seine Handlungen zum Schlechten und erwidert kleine Bosheiten, was auch nicht gerade zum Frieden innerhalb der Gruppe beiträgt. Solche Plänkeleien schreiben sich irgendwie fast von selbst.

Allerdings könnte ich keine besonderen Lieblingsszenen nennen. Es gibt, zumindest bei mir, Szenen, die sich locker schreiben und andere, in denen viel Arbeit steckt. Ich hoffe, der Leser merkt den Unterschied nicht und findet alles gleich unterhaltsam.

 

Neben den Helden habe ich auch zu den Antagonisten der Romane ein ganz gutes Verhältnis. Über eine Figur, deren Motive mir völlig unverständlich oder fremd sind, könnte ich nichts Rechtes schreiben, und das betrifft eben beide Seiten der Medaille.

Vielleicht liegt es daran, weil es in beiden Romanen kein personifiziertes Böses gibt, keinen Evil Overlord, der die Weltherrschaft an sich reißen will.

 

Fantasyguide: Ist es dir leicht gefallen, deine Romane in einem vorgefertigten Universum anzusiedeln und dessen Gesetzmäßigkeiten und Einschränkungen zu berücksichtigen?

 

Linda Budinger: Da ich die Romane im Auftrag verfasst habe und von Anfang an wusste, in welchem Umfeld ich mich bewege, war das eigentlich kaum ein Problem. Die Romane wurden ja erst abgesegnet und dann geschrieben.

Beim “Geisterwolf“ gab es gegenüber dem ersten Entwurf noch eine einzelne Änderung am Exposé, beim “Goldenen Wolf“ war in dieser Hinsicht nichts nötig, da mit der Nordland-Box eine recht gut dokumentierte Region vorlag und ich mich beim Rest aufs Fachlektorat verlassen habe.

 

Fantasyguide: Können auch Leser, die Aventurien nicht kennen, der Geschichte uneingeschränkt folgen oder wenden sich deine Romane nur an die eigentlichen Rollenspieler?

 

Linda Budinger: Der Roman bewegt sich zwar in aventurischen Grenzen, ist deswegen aber keineswegs nur für Rollenspieler gedacht. Im Gegenteil, ich habe im Fall des Geisterwolfes oft Lob von Lesern erfahren, die mit Rollenspiel nichts verbanden, aber den Roman und das Setting trotzdem mochten.

Der erfahrene Spieler und Kenner des aventurischen Nordens wird die eine oder andere Anspielung sicher genauer verstehen und mit bestimmten Ereignissen mehr verknüpfen als ein Neuleser. Aber das sehe ich als kleinen Bonus – alles, was zum Verständnis des Romans wichtig ist, wird genannt, gezeigt und teils auch noch im Glossar erklärt.

 

Fantasyguide: Welche zusätzlichen Informationen bietest du interessierten Lesern auf deiner Internetseite?

 

Linda Budinger: Unter www.wortwirkung.de/linda findet man alles mögliche zu mir und meinen Veröffentlichungen.

Die Seite: www.budinger.name ist alleine meinen beiden Wolfsromanen für DSA gewidmet. Dort stehen auch Informationen über irdische Schamanen und Wölfe.

 

Fantasyguide: Welche literarischen, historischen oder mythischen Quellen haben dich beim Schreiben inspiriert? Lässt du auch eigene Erfahrungen und Erlebnisse einfließen?

 

Linda Budinger: Nun, ich denke, irgendwie prägten mich schon all die Bücher, die ich in meiner Jugend verschlungen habe. Wissen, Erfahrungen und Erlebnisse kann ein Autor nie genug sammeln und natürlich fließt auch so etwas in die Arbeit ein.

Soweit es mir möglich war, habe ich versucht, auch Dinge aus meinem Studium einzubringen. Schamanismus ist auch auf der Erde ein weit verbreitetes Phänomen und weist bei allen kulturellen Unterschieden doch ähnliche Charakteristika auf. Ich habe es eigentlich immer so gehalten, dass ich mit dem gearbeitet habe, was es bei DSA gab, und evtl. Lücken mit meiner Phantasie auffüllte oder mit Kentnissen über z.B. irdische Hirtennomaden oder Schamanen überbrückte.

 

Fantasyguide: Gibt es weitere Veröffentlichungen von dir, die nichts mit DSA zu tun haben? Inwieweit konntest du damit bereits Erfolge verzeichnen?

 

Linda Budinger: Ich habe Kurzgeschichten und längere Texte bei namhaften Verlagen veröffentlicht und bin auch bei kleineren Projekten und einigen Zeitschriften mit Texten dabei. Zwei Geschichten wurden in Folge für den Deutschen-Phantastik-Preis nominiert.

Neben den DSA-Romanen entstanden auch weitere Romane – mein neustes Werk 'Mondsilber' kam beim diesjährigen Wolfgang-Hohlbein-Preis in die Endrunde unter die letzten vier von über 800 Manuskripten.

Und meine Übersetzungen – nun, wenn es auch keine eigenen geistigen Kinder sind, so sehe ich sie doch zumindest als Adoptivkinder an.

 

Fantasyguide: Welche Projekte hast du bereits bei Verlagen eingereicht, in Arbeit oder willst du in nächster Zeit in Angriff nehmen?

 

Linda Budinger: Ich habe hier noch zwei Exposés für Jugendromane, die ich mir in nächster Zeit mal vornehmen wollte. Allerdings habe ich es damit nicht eilig. Eine gute Idee lasse ich gerne eine Weile reifen und sich entwickeln, ehe ich mich an den Computer setze.

 

Fantasyguide: Hast du einen literarischen Traum?

 

Linda Budinger: (lacht) Den Nobelpreis? - Nachdem “Der Herr der Ringe“ zum beliebtesten Buch der Deutschen gewählt wurde, was für mich als Tolkienfan ein echtes Highlight war, gibt es in dieser Hinsicht für einen Fantasy-Autor kaum mehr viel zu verlangen.Ich wünsche mir zufriedene Leser und ein angemessenes Forum für meine Geschichten und Romane.

 

Fantasyguide: Du bist ja auch als Übersetzerin tätig. Fällt es dir als Autorin schwer, die Ideen und den Stil anderer in die deutsche Sprache umzusetzen. Auf was muss man beim Übersetzen achten?

 

Linda Budinger: Eigentlich empfinde ich es bislang nicht als schwierig. Wobei es natürlich immer auch vom Original abhängt.

Was zum Beispiel die Übersetzungen für Sherlock Holmes angeht, so verfalle ich da von alleine in einen typischen Stil, der mir für diese viktorianischen Erzählungen passend erscheint. Als Jugendliche habe ich den Original-Kanon von Doyle rauf und runter gelesen, ich denke, einige typische Redewendungen und Besonderheiten der damaligen Übersetzung haben sich da durchaus eingeschlichen. Ich finde es aber angenehm, in einer solchen Tradition zu arbeiten, und hege nicht den Ehrgeiz, die total abweichende und eigenständige Übersetzung zu schaffen. Das hebe ich mir lieber fürs eigene Schreiben auf.

Worauf kommt's beim Übersetzen an? – Ich denke, eine gute (belletristische) Übersetzung kann nur eine Übertragung sein, denn zu stark am Original zu kleben erscheint auf den ersten Blick zwar textgetreuer, ob dann aber der gewünschte Effekt beim Leser eintritt, ist fraglich. Ich vergleiche eine gelungene Übersetzung daher mit Filmmusik. Sie ordnet sich dem Inhalt und dem der Autorenstimme des Originals unter. Wenn man stolpert, aus dem Lesefluss gerissen wird, dann stimmt etwas nicht. Wenn man im Kino die Musik zu sehr raushört, stimmt auch etwas nicht – entweder an der Musik oder an den Bildern :-)

 

Fantasyguide: Sind dir Unterschiede bei Stil und Themenwahl zwischen deutschen und amerikanischen Autoren aufgefallen?

 

Linda Budinger: Das würde ich generell nicht so sehen. Es gibt eine große Bandbreite amerikanischer und englischer Autoren und Autorinnen – von den handwerkelnden Baukastenschreibern über die soliden individuellen Autoren bis hin zu wirklichen Künstlern.

Aber, naja, so einige Male ist es mir schon passiert, dass ich eine Idee hatte, sie als zu abgedroschen verworfen habe und dann kurz darauf erfuhr ich von einem ausländischen Werk, das genau diese Prämisse zur Grundlage hatte.

Nun ja, dass eigene Ideen auch anderswo erscheinen, das kennen wir Schreiber ja alle irgendwie.

 

Fantasyguide: Wie beurteilst du die derzeitige Situation der deutschen Fantasy? Und was wünschst du dieser für die Zukunft?

 

Linda Budinger: Von Verlagsseite wünsche ich mir ganz klar mehr Mut zum Risiko ;-)

Ungewöhnliche Autoren wie China Mieville haben gezeigt, dass man auch mit ganz neuen Zutaten und ungewohnten Formen qualitätvolle und originelle Fantasy schreiben kann, die aus den gewohnten Grenzen des Genres ausbricht und vielleicht gerade deswegen ihre Leser findet.

 

Fantasyguide: Vielen Dank für das freundliche Gespräch. Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg!

 

Linda Budinger: Gleichfalls vielen Dank!

 

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Linda Budinger

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Erstellt: 03.02.2006, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 13:31