Interview: Sebastian Fitzek
 
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Interview mit Sebastian Fitzek

Dieses Interview mit Sebastian Fitzek führte Eileen Weinreich im Oktober 2008 per Email

Redakteurin: Eileen Weinreich

 

Erfolgreiche Thrillerautoren sucht man hierzulande nahezu vergebens. Einem jeden eingefleischten Thrillerfan werden daher wohl auch nur wenige Namen einfallen, würde man sie nach deutschen Autoren fragen. Einer derjenigen jedoch, die es offenbar geschafft haben, eine ganz neue Sorte Thriller zu erschaffen und zudem auch noch aus heimischen Gefilden kommen, ist wohl der Berliner Sebastian Fitzek. Sein erster Roman „Die Therapie“ ist sofort bei Genrefans eingeschlagen, sodass weitere Erfolge nicht lange haben auf sich warten lassen. Inzwischen gibt es einen vierten Roman des Autors, der sicher von vielen mit Spannung erwartet wird.

 

 

 

Fantasyguide: Zunächst einmal möchte ich Sie bitten, sich den Lesern kurz vorzustellen

 

Sebastian Fitzek

: Hallo, ich bin Sebastian.

(kürzer geht’s nicht :-)) Alles Private steht über mich unter www.sebastianfitzek.de

 

Fantasyguide: Abgesehen von dem einem Sachbüchern, das Sie geschrieben bzw. an dem sie mitgewirkt haben, warum haben Sie sich grade für das Genre [Psycho]Thriller entschieden?

 

Sebastian Fitzek : Ich bin überzeugt, die größten Mysterien liegen tief im Innersten unserer menschlichen Psyche verborgen. Unser Gehirn ist wie die Tiefsee. Vielleicht das letzte unerforschte Terrain auf Erden, voll von Geheimnissen, die darauf warten, entdeckt zu werden. Ein Beispiel, das nichts mit dem Buch zu tun hat: Erst letztens ging ein Fall einer blinden, multiplen Persönlichkeit durch die Presse, die auf einmal wieder sehen konnte. Denn nur eines ihrer „Ich’s“ war blind. Ein anderes, das tief in ihr schlummerte, konnte sehen, nachdem es „aufwachte“ und die Kontrolle übernahm. (Gleichzeitig blind und sehend)

Es sind genau diese Phänomene, die mich dazu inspirieren Psychothriller zu schreiben.

 

Fantasyguide: Woher nehmen Sie die Inspiration für Ihre Geschichten, z.B. bei der um den zehnjährigen Simon Sachs in „Das Kind“, der behauptet, bereits gelebt zu haben und ein Mörder gewesen zu sein?

 

Sebastian Fitzek : Die Idee ergab sich aus einem Streit mit meiner besten Freundin.

Sie sagte nämlich, dass sie sich bei einem Frankreich-Urlaub mit ihren Eltern beim Besuch eines Marktplatzes daran erinnert habe, dort schon einmal gewesen zu sein. Damals war sie sieben Jahre alt und der Marktplatz war der, auf dem Johanna von Orleans auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden war. Ich sagte: „Na klar, ist doch komisch. Weshalb sind alle Leute, die sich an ihr früheres Leben erinnern können eigentlich immer so verdammt wichtig gewesen? Und wieso sagt eigentlich kaum einmal jemand etwas Negatives über sich. Wie zum Beispiel: Ich war ein Serienmörder…“ Und damit war die Grundidee geboren.

 

Fantasyguide: Lesen Sie persönlich auch Bücher dieses Genres bzw. haben Sie vielleicht sogar Lieblingsautoren, die ihre Werke beeinflusst haben?

 

Sebastian Fitzek : Ich lese für mein Leben gerne Psychothriller, Autoren wie Thomas Harris, Stephen King, Harlan Coben und viele, viele mehr haben mich beeinflusst und tun das auch heute noch.

Da ich mindestens einen Thriller pro Woche verschlinge halte ich mittlerweile 1x im Jahr eine Lesung, bei der ich meine Lieblingsbücher von anderen Autoren vorstelle. Diese Lesungen sind meistens besser besucht als wenn ich aus meinen Büchern vorlese. Sollte mir das zu denken geben ? ;-)

 

Fantasyguide: Die Protagonisten Ihrer Bücher sind hinsichtlich bestimmter Charaktereigenschaften meistens eigen, dennoch könnten sie aber auch für ‚reale’ Personen stehen, da sie auf gewisse Weise einfach auch normal wirken in Bezug auf ihre Handlungsweisen wie z.B. Viktor Larenz, Hauptfigur in „Die Therapie“. Könnte man demzufolge vermuten, dass eben solche Figuren reale Bezüge aufweisen oder sind sie vollkommen frei erfunden?

 

Sebastian Fitzek : Sowohl als auch. Jede Figur ist eigenständig und ich bemühe mich, keine realen Personen zu skizzieren. Am Ende schleichen sich jedoch unterbewusst einige „Anleihen“ ein. Ich kann auf jeden Fall behaupten, dass etwas von mir in jedem meiner Romanfiguren steckt. Leider auch in den Psychopathen …

 

Fantasyguide: Lesen Freunde und Verwandte ihre Bücher? Wenn ja, wie sind die Reaktionen im Allgemeinen?

 

Sebastian Fitzek: Die werden erst gezwungen sie zu lesen, dann gezwungen sie zu loben. Wenn die Reaktion nicht positiv ausfallen sind sie nicht mehr meine Freunde. Könnte also sein, dass ich in naher Zukunft ein sehr einsamer Mann sein werde ;-)

 

Fantasyguide: Wie gehen Sie mit positiver oder negativer Kritik um?

 

Sebastian Fitzek : Was für negative Kritik?

Also ernsthaft – wie jeder kreative Mensch bin auch ich voller Selbstzweifel. Ich wollte ja nie Autor werden sondern immer nur eine Geschichte aufschreiben, die mir persönlich gefällt. Wenn dann jemand kommt und sagt – „das ist aber schlecht, das gefällt mir nicht“, dann denke ich im ersten Impuls: „Der hat Recht.“ Dann brauche ich wieder zwanzig positive Mails und Gästebucheinträge, um die eine negative Stimme wieder auszugleichen.

 

Fantasyguide: Haben Sie vor dem Beginnen mit einem neuen Roman bestimmte Rituale, um sich auf das Schreiben einzustimmen? Oder gibt es vielleicht Rituale, die Sie vollziehen, wenn Sie einen Roman beendet haben?

 

Sebastian Fitzek : Es gibt nur ein einziges Ritual – wenn ich fertig bin beginne ich sofort mit dem nächsten Buch. Schreiben ist für mich der beste Weg um meine Erlebnisse zu verarbeiten. So wie für anderen vielleicht das Träumen.

 

Fantasyguide: Wie bereiten Sie sich auf Promotion- oder Lesereisen vor?

 

Sebastian Fitzek : Gar nicht mehr – ich improvisiere viel vor Ort und lese ja sehr wenig. Mein Ziel ist es mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Und deshalb entwickelt sich auch jede Lesung anders.

 

Fantasyguide: Die Filmrechte an „Die Therapie“ und „Amokspiel“ sind bereits verkauft. Wann wird es voraussichtlich die Filme dazu geben?

 

Sebastian Fitzek : Wir hoffen, dass die Dreharbeiten zu „Die Therapie“ nächstes Jahr losgehen.

 

Fantasyguide: Haben Sie Mitspracherechte bei der Auswahl der Schauspieler bzw. generell bei der Umsetzung Ihrer Bücher zu einem Film?

 

Sebastian Fitzek : Ja, ich bin kreativer Co-Produzent und darf bei allem mit dabei sein.

 

Fantasyguide: Wer wäre Ihre Wunschbesetzung für Viktor Larenz aus „Die Therapie“ und Ira Samin aus „Amokspiel“?

 

Sebastian Fitzek : Da habe ich ehrlich gesagt keine. Mein Lieblingsschauspieler ist Edward Norton, der dürfte meinetwegen auch die Anna spielen ;-)

 

Fantasyguide: Wären Mehrteiler für Sie eine Option für zukünftige Romane?

 

Sebastian Fitzek : Tatsächlich arbeite ich gerade an einem Konzept für eine Thriller Trilogie. Die kann aber frühestens 2010 starten.

 

Fantasyguide: Auf was darf sich der Leser in Ihrem nächsten Buch freuen?

 

Sebastian Fitzek : Mein fünfter Psychothriller heißt "Splitter" - Marc Lucas verliert nach einem selbst verschuldeten Autounfall seine schwangere Frau. Drei Wochen später stößt er in einer Illustrierten auf eine Anzeige: Lernen zu vergessen. Eine Forschungseinrichtung sucht Probanden, die sich für die Herbeiführung einer künstlichen Amnesie zur Verfügung stellen wollen, um ihre schlimmsten Traumata für immer zu vergessen. Doch schon nach der ersten Voruntersuchung beginnt für Marc Lucas ein noch viel schlimmerer Albtraum: Der Schlüssel zu seiner Wohnung passt nicht mehr, an der Tür steht ein anderer Name und dann öffnet ihm ... seine hochschwangere Frau.

 

Fantasyguide: Ich danke Ihnen sehr für dieses Interview und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

 

Sebastian Fitzek : Ich habe zu Danken! Hat Spaß gemacht.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202402232204500b291a81
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Erstellt: 10.10.2008, zuletzt aktualisiert: 16.10.2023 21:13, 7535