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Intrusion von Will Elliott

Rezension von Christel Scheja

 

Will Elliot lebt in Australien. Mit 27 Jahren beschloss er einen Roman zu schreiben und zu veröffentlichen. Sein Debüt „Hölle“ wurde zu einem internationalen Erfolg. Nun versucht er mit „Intrusion“ nachzulegen.

 

Aden erwacht nackt in einer Badewanne und einem ihm unbekannten Haus. Doch das ist nicht die einzige Überraschung, die ihn erwarten wird. Zum einen kann er sich kaum an sein Leben vorher erinnern. Er hat nur Bilder von seinem Großvater im Kopf, der ihm Geschichten erzählt und weiß, dass er versucht hat sich umzubringen – aber nicht mehr. Zum anderen sind die Besitzer der Wohnung sehr merkwürdige Leute, die von Sitte, Moral und Ethik noch nicht viel gehört haben.

Durch sie erfährt er, dass er in der Welt „Nightfall“ gelandet ist, in der so einiges ganz anders ist als auf der Erde. Nicht nur, dass hier archaische Regeln herrschen, auch das mittelalterliche Szenario entpuppt sich als ein Ort des Grauens und der Dunkelheit, an dem nichts heilig ist und auch das Leben nicht viel wert.

So bleibt Aden nicht viel anderes als sich anzupassen und zu versuchen, nicht zu sterben, während er sic darum bemüht das Geheimnis hinter der Welt zu ergründen. Ein Schlüssel dazu scheint die Allgegenwart seines Großvaters zu sein...

 

Als Leser ist man am Anfang genau so ratlos wie der Protagonist, der einen Schock nach dem anderen erlebt und damit einen Horrortrip durch eine Alptraumwelt beginnt, in der nichts so ist, wie er denkt und noch weniger so wie er erwartet. Elliott nimmt sich viel Zeit um die blutigen Horror-Szenarien zu beschreiben und in Orgien von Demütigung, Ekel und Gewalt zu schwelgen. Darüber verliert er in der ersten Hälfte des Buches den ohnehin schon sehr dünnen roten Faden aus den Augen.

Die Ideen mögen zwar interessant und ansprechend für Horror-Fans sein, aber es reicht nicht aus, einfach nur zu schockieren. Erst zum Ende hin wird wirklich klar, was eigentlich passiert ist und wo sich Aden befindet. Vorher bleibt das Ziel sogar für aufmerksame Leser verborgen. Das sorgt dafür, dass die Entwicklungen ab einem gewissen Punkt aufgesetzt wirken.

Die Figuren sind äußerst platt und klischeehaft. Der Autor zieht alle Register des Horror-Genres und verzichtet darauf, Sympathien zu erwecken. Vor allem Aden bleibt uninteressant, da er meistens nur reagiert und nicht selbst handelt. Die Nebenfiguren bekommen nicht genug Raum, um Profil zu entwickeln.

Dementsprechend flach bleibt die Spannung, auch wenn es genügend Action gibt, doch die wirkt eher so, als sei dem Autor nichts besseres eingefallen, um den Leser bei der Stange zu halten.

 

Alles in allem ist „Intrusion“ eine ziemliche Enttäuschung. Es reicht einfach nicht aus, eine albtraumhafte Welt zu erschaffen und sich in einem blutigen Horrorszenario auszuleben, um eine wirklich spannende und unter die Haut gehende Geschichte zu erzählen.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Intrusion

Autor: Will Elliott

Original: Nightfall, USA 2012

broschiert, 297 Seiten

Piper, erschienen Dezember 2012

Aus dem Englischen von Birgit Reß-Bohusch

ISBN-10: 3492268943

ISBN-13: 978-3492268943

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B00A78WDDW

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 21.05.2013, zuletzt aktualisiert: 12.07.2019 15:15