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Jack Perdu und das Reich der Schatten von Katherine Marsh

Rezension von Heike Rau

 

Jack hat Glück. Er übersteht den Unfall unbeschadet und kann bald wieder aus dem Krankenhaus nach Hause. Später muss der 14-jährige feststellen, dass sein Kopf scheinbar doch etwas abbekommen hat. Im Arbeitszimmer entdeckt er einen Fremden, der aber vor ihm flüchtet und aus dem Fenster springt. Er liegt aber nicht unten im Hof, sondern ist verschwunden. Das kann nur eine Halluzination sein. Allerdings hat der Fremde einen alten Stadtplan in der Aufregung fallen lassen, der sehr real wirkt.

 

Weil Jack auf seinen Vater so mitgenommen wirkt, schickt er ihn zu Dr. Lyons nach New York. Der Doktor untersucht Jack nicht einmal. Er spricht nur kurz mit ihm und macht ein Foto. Jack, wieder am Bahnhof angekommen, hat noch Zeit. Er schließt sich einem Fremdenführer an, der eine Gruppe durch die Bahnhofshalle führt. Die sogenannte Flüstergalerie weckt sein Interesse und er bleibt hier stehen. Er spricht ein Gedicht und eine Stimme vervollständigt es für ihn, obwohl niemand mehr anwesend ist. Und doch ist das Mädchen Euri hier. Jack hat sie nur nicht gleich gesehen. Sie will ihn weiter durch den Bahnhof führen, verspricht ihm geheime Plätze zu zeigen. Jacks Neugier ist geweckt. Er kann auch den nächsten Zug nehmen.

 

Das Unternehmen wird zur waghalsigen Tour. Beinahe wäre Jack von einem Zug überfahren worden. Er bereut mitgekommen zu sein. Und doch lässt er sich in die Welt unter dem Bahnhof führen. Von einer Toten, wie er wenig später erfährt. Doch das eröffnet ihm die Möglichkeit nach seiner verstorbenen Mutter zu suchen, nach der er sich so sehr sehnt.

 

Die Geschichte ist geprägt von der tiefen Sehnsucht Jacks nach seiner toten Mutter. Seine Lieblingssage „Orpheus und Eurydike“ beflügelt seine Fantasie. Und so glaubt er, als er scheinbar die Möglichkeit dazu hat, seine Mutter von den Toten zurück zu den Lebenden holen zu können.

Die Geschichte ist überaus spannend gemacht. Für Jack wird eine Legende wahr und er tut alles, um diese Gelegenheit zu nutzen. Als Lebender sich in der Unterwelt zurechtzufinden, ist nicht einfach, auch wenn Euri ihm zur Seite steht. Lebende werden von den Wachen nicht geduldet. Die Strafe, die Jack zu erwarten hat, wenn er erwischt werden würde, ist schrecklich. Und doch geht er das Wagnis ein. Warum, wird von der Autorin sehr gut nachvollziehbar vermittelt.

 

Was Jack durchmacht, regt sehr zum Nachdenken an. Als Leser muss man auch immer befürchten, dass Jack nach und nach sich immer weiter von den Lebenden entfernt. Sich in der Unterwelt aufzuhalten, hat seinen Preis.

Die Geschichte wird von tiefen Gefühlen getragen, die natürlich jedem zu Herzen gehen. Die Autorin vermittelt diese mit großer Sensibilität und Feinfühligkeit.

Die Geschichte wirkt so sehr poetisch. Ein beeindruckendes Buch!

 

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Jack Perdu und das Reich der Schatten

Autor: Katherine Marsh

Aus dem amerikanischen Englisch von Gerald Jung

Boje Verlag, August 2008

ab 12 Jahren

252 Seiten, gebunden

ISBN-10: 3414820846

ISBN-13: 978-3414820846

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.09.2008, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06