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Käsablanca von Stefan Goebels

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Eigentlich wollte Lava Rougette ihrem Freund Floyd nur einen Denkzettel verpassen. Dass er gekidnappt und lebendig in einem Käse begraben wird, war nicht ihre Absicht. Während sie sich also auf den Weg zum Käsepalast macht, hobelt Floyd sich einen Weg aus seinem Sarg. Doch das ist nur der Anfang seiner Heldenreise: In den käsigen Gängen wimmelt es vor mordlustigen Clown-Zombinen, die nur ein Ziel haben: ihn! Wie gut, dass ihm plötzlich Lola und die Schimmelpriester zur Seite stehen.

Und Lava Rougette? Die erlebt mit den Cheezern und jeder Menge psychoaktivem Parmesan ihren ganz eigenen Trip. Doch wer steckt dahinter? Warum passiert all das? Wie kann man aus dem Laib entkommen? Wie kommt man rein? Und ganz wichtig: Ist noch etwas von dem Käse da? Und warum macht dieser Käse so glücklich?

 

Rezension:

In der Edition Drachenfliege des periplaneta Verlages erschienen im Verlauf der letzten Jahre eine Menge schräge und abgefahrene Geschichten. Käsablanca von Stefan Goebels reiht sich dort ganz locker ein.

 

Auf einem Mädelsabend heult sich Lava Rougette über ihren Freund Floyd aus, der mehr mit Arbeit als mit ihr beschäftigt ist. Bei der Idee, Lava auf einer Single-Börse anzumelden, stoßen die Frauen auf eine penetrante Werbung, die mittels Gewinnspiel verspricht, jemanden auf Wunsch in die »Leerdamnis« zu schicken. Der beliebte Käsehersteller ist auch bei den Frauen bekannt und ehe es sich Lava versieht, schreibt eine der Frauen eine traurige Beschwerde über den fiesen, mobbenden Floyd in das Mitteilungsfeld des Gewinnspiels – in Lavas Namen.

 

Nun ist der Inhaber jener Käsefirma namens Cheezy Livin’, Friedrich Schnitzler, ein ganz besonderer Psychopath, den das Schicksal Lavas an seine Kindheit erinnert. So lässt er Floyd kurzerhand am nächsten Tag entführen. Floyd wacht in einen Parmesan-Käselaib auf. Mithilfe einer Käsereibe, die man ihm seltsamerweise mit in den Käse packte, kann er sich befreien. Doch Floyd ist mitnichten frei. Er befindet sich in dunklen Gängen, deren Wände aus Käse bestehen und wird von wilden Frauen mit eindeutiger Mordabsicht gejagt.

 

Derweil bekommt Lava Gewissensbisse und versucht zur Firmenzentrale von Cheezy Livin’ zu gelangen. Jedoch steht das riesige Gebäude aus Käse nicht nur auf exterritorialem Gelände außerhalb der BRD, sondern auch kurz vor der Eröffnung samt Vergnügungspark und neuen Käsekreationen, was einen ungeheuren Ansturm von Fans der Cheezy Livin’-Käseprodukte zur Folge hat. Was zum Großteil daran liegt, dass sie abhängig machende Drogen enthalten, die zwar nicht direkt nachweisbar sind aber unter den Käse-Junkies zur Begründung einer eigenen Religion führte.

 

Und dann gibt es noch die modelnde Lola, die an einem Wettbewerb zur Besetzung der Werbefigur Parmagicula teilnimmt und gerade noch so davon laufen kann, als sie mitbekommt, was man mit ihren Mitbewerberinnen anstellt.

Eine fulminante Horror-Action-Jagd durch und vor dem Käsegebäude beginnt …

 

Während sich der Anfang etwas zäh gestaltet und die Käse-Anspielungen fehlplatziert wirken, entwickelt sich »Käsablanca« sehr bald zu einer Dystopie der ganz anderen Art. Stefan Goebels spart nicht an Filmzitaten, Horror-Motiven samt Splatter- und Gore-Szenen und schrillem Humor. Der Käse wird zu einem wichtigen Handlungsbestandteil und passt sich an die diversen skurrilen Situationen an.

 

Die Protagonisten und auch die Nebenfiguren bewegen sich sehr lebendig durch das zunehmende Chaos und man spürt an sehr vielen Stellen, dass der Autor Spaß daran hatte, ihnen Schlimme Dinge in den Weg zu werfen. Und das bringt letztendlich auch der Leserschaft eine gewisse Freude, wenn man das Ganze nicht allzu ernst nimmt. Wer genau hinschaut, wird zudem eine ganze Menge feiner Beobachtungen zum Beziehungsgeflecht zwischen den Geschlechtern entdecken. Und irgendwie bekommen dabei beide ihre gerechte Portion Fett bzw. Käse weg.

 

Fazit:

»Käsablanca« von Stefan Goebels ist eine abgefahrene Horror-SF-Groteske im Stil von »Zombiland« mit einer ganzen Menge Käse. Ein einprägsames Roman-Debüt!

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Eure Meinung:

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Buch:

Käsablanca

Autor: Stefan Goebels

Taschenbuch, 288 Seiten

Periplaneta, 24. Mai 2019

Cover: Tom Manegold

 

ISBN-10: 395996126X

ISBN-13: 978-3959961264

epub ISBN: 978-3-95996-127-1

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B07RPMQY9L

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 03.09.2019, zuletzt aktualisiert: 06.09.2019 08:02