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Kathi Braun und das Ungeheuer von Cressida Cowell

Rezension von Björn Backes

 

Inhalt:

Kathi Braun und ihr Hase Frederick sind müde und freuen sich auf den verdienten Schlaf. Doch dann werden sie von einem unheimlichen Geräusch jäh aus dem Schlaf gerissen. Plitsch! Platsch! Wer kann denn das wohl sein? Auf dem Fensterbrett entdecken die beiden mit einem Mal ein weinendes Ungeheuer. Es hat sein Schnuffeltuch verloren und bittet seine beiden neuen Freunde darum, es mit ihm gemeinsam zu suchen. Doch dies allein ist dem Ungeheuer nicht genug. Die Gute-Nacht-Milch muss eisgekühlt aufgetrieben werden und auch die Spezialmedizin aus der Höhle der Hexen ist nötig, damit das Ungeheuer Ruhe gibt – glauben Frederick und Kathi zumindest. Als der Wunsch, endlich schlafen zu können, jedoch überwiegt, platzt der ansonsten so ruhigen Kathi jedoch der Kragen. Und erst da rückt das kleine Monster damit heraus, was es wirklich beschäftigt…

 

Rezension:

Eine Gursel-Geschichte im Kinderbuchformat? Nun, die Cover-Optik und auch der Titel lassen einen solchen Schluss zu, sollen aber hier nicht irreführen, denn eigentlich ist „Kathi Braun und das Ungeheuer“ eine ganz normale Story für das kleinere Publikum. Naja, zumindest weitestgehend…

 

Im Vordergrund steht vor allem der Humor, der hier nicht nur durch die leicht bizarren Illustrationen hervorgerufen wird, sondern auch inhaltlich in nahezu jeder Sequenz reflektiert wird. So ist ausgerechnet das so scheußliche Ungeheuer nicht mehr Herr seiner selbst und fürchtet sich im Dunkeln. Ein kleines, unbefangenes Mädchen soll dem weinenden Monster wieder auf die Sprünge helfen und ihm, man höre und staune, sein Schnuffeltuch bringen – und spätestens hier weiß man schon, dass hier die Welten ein wenig verdreht wurden.

Die Erlebnisse werden im Laufe der Geschichte immer skurriler und außergewöhnlicher. Kathi steigt unbedarft in die Höhle der Hexen – natürlich mit ihrem Nachtsichtgerät – und muss ihren Hasen Frederick instruieren, in der eisigen Kälte einen Eisbär abzulenken, um an die Milch für die monströse Nervensäge heranzukommen. Erst als ihre Ungeduld siegt und Kathi das Ungeheuer zur Rede stellt, merkt sie, dass der arme Kerl auch nur menschliche Bedürfnisse und Ängste hat und eigentlich nichts lieber möchte, als von seinen neuen Freunden und seiner Umwelt angenommen zu werden.

 

Insgesamt betrachtet überzeugt die Geschichte mit einer tollen Schlussmoral, die bei all den witzigen Szenen und Entwicklungen innerhalb der Story keinesfalls zu kurz kommen sollte. Es ist die Geschichte von einem Sonderling, der aufgrund seines Äußeren verstoßen und abgelehnt wird, dabei aber prinzipiell die Wesensmerkmale aufweist, wie der vermeintliche Normalo. Dennoch sollte man letztendlich auch nicht zu viel in die Sache hineininterpretieren, da die Erzählung in erster Linie unterhalten soll – und das tut sie wirklich sehr gut. Dass dabei ein sehr eigenwilliges Zeichenbild und eher ungewöhnliche, innovative Textanordnungen gewählt wurden, spricht schließlich für den Stil von Autorin und Zeichner. Auch hier ist der Gesamteindruck durchweg positiv, gerade was das Design der Charaktere betrifft. Eigenständigkeit auf der einen, eine gute Portion Witz auf der anderen Seite zeichnen das Buch schließlich aus und machen „Kathi Braun und das Ungeheuer“ zu einem echt lesenswerten Abenteuer.

 

Fazit:

Auch wenn Cover-Gestaltung und Titel zunächst einmal nicht sonderlich einladend erscheinen, lohnt sich ein intensiverer Blick in „Kathi Braun und das Ungeheuer“ definitiv. Mit einer offenherzigen Geschichte und vielen humorvollen Szenen gibt es hier einen echten Gruselspaß für die kleinsten Leser.

 

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Eure Meinung:

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Kathi Braun und das Ungeheuer

Autor: Cressida Cowell

Gebundene Ausgabe: 32 Seiten

Verlag: Boje Verlag; Auflage: 1 (August 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3414821648

ISBN-13: 978-3414821645

ab 4 Jahre

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 23.09.2008, zuletzt aktualisiert: 23.01.2015 03:35