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Kinos Reise von Keiichi Sigsawa

Reihe: Kinos Reise – Light Novel, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

„Kinos Reise“ erzählt von den Abenteuern eines jungen Mannes in seltsamen Ländern zwischen Fantasy, SF und Moderne. Das Buch ist eine sogenannte „Light Novel“. Diese, speziell an Jugendliche gerichteten Romane zeichnen sich durch eine abenteuerliche Handlung mit vielen Dialogen, Illustrationen im Mangastil und einem sehr einfach gehaltenen Stil aus. Sie wollen die Leser in erster Linie unterhalten und nicht belehren.

Nachdem die kleinformatigen Bücher in Japan in den letzten Jahren höchst beliebt wurden, hofft man auch hier die von Manga und Anime begeisterten Jugendlichen mit interessanten Themen zum Lesen zurück zu führen. Ob dem engagierten Projekt von Tokyopop dies gelingt bleibt abzuwarten.

 

Kino ist ein Vagabund. Auf seinem sprechenden Motorad Hermes zieht er durch die Lande und bleibt selten länger als drei Tage an einem Ort. Er ist neugierig und offen, aber mit Sicherheit nicht unvorsichtig. Sein Verstand, gepaart mit einer gesunden Portion an Misstrauen hilft ihm aus manch einer gefährlichen Situation.

So findet er es höchst merkwürdig in einem Land nur auf Maschinen zu treffen. Ob er nun die Einreiseprozedur hinter sich bringt, in einem Restaurant oder in einem Hotel einkehrt, nie ist ein Mensch zu sehen. Sind diese ausgestorben, oder aber ausgerottet worden? Aber auch seine nächste Station ist höchst seltsam. Dort scheint die absolute Demokratie zu herrschen, aber die Mehrheitsentscheidungen haben großen Schaden angerichtet, da viele mit ihrer neuen Macht zu unvorsichtig umgingen und einen hohen Preis dafür zahlen müssen. Kino ist erschüttert, denn es ist schon seltsam auf so kleinem Raum auf höchst unterschiedliche Völker zu treffen, deren Moral und Vorstellung von Menschlichkeit so weit auseinander klaffen. Und das hat auch kein Ende.

Nur kurze Zeit später gerät Kino in ein Land, in dem man ihm die Pistole auf die Brust setzt: Entweder er nimmt an einem Wettbewerb teil, in dem die in das Land Einreisenden um das Bürgerrecht kämpfen müssen, oder aber er geht gleich in ein Sklavenlager. Der junge Reisende spielt mit, aber er beschließt Rache zu nehmen. Denn eines mag er ganz und gar nicht – wenn es jemand wagt, ihn in seiner Freiheit zu beschneiden.

 

„Kinos Reise“ erinnert in seiner Konzeption ein wenig an Serien wie „One Piece“ oder „Pokemon“, auch wenn der junge Held kein Ziel zu haben scheint und alleine reist. Er ist ein Entdecker und stößt dabei auf absurde Gesellschaften, die jede Verbindung zur Realität verloren haben. Wie so oft in japanischen Geschichten vermischen sich Traum und Wirklichkeit zu einem seltsamen Gemisch, dass nicht ganz Fantasie aber auch nicht ganz mit unserer modernen Welt zu vergleichen ist. Der Held schaut sich alles neugierig und offen an, auch wenn er seine Prinzipien hat.

Wer jetzt hier satirische Qualitäten a la Jonathan Swift entdecken will, greift sicherlich ein wenig zu weit, es liegt in der fernöstlichen Natur, mit der Realität zu spielen. „Kinos Reise“ richtet sich in erster Linie an Jungen, für Mädchen interessante Themen finden sich, wie auch weibliche Figuren eher weniger in diesem Band.

 

Und auch hier bleibt abzuwarten, ob deutsche Jugendliche für die abgedrehten Abenteuer Geld investieren wollen oder doch lieber in das neusten Handy-Game oder den angesagtesten Klingelton.

Eure Meinung:

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gast
Sonntag, 31. Januar 2010 00:12 Uhr
Kino ist ein Mädchen.. und ihr wahrer, geheimer Name lautet (Achtung SPOILER SPOILER!!)



Sakura

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Kinos Reise

Reihe: Kinos Reise – Light Novel, Bd. 1

Autor: Keiichi Sigsawa

broschiert, Kleinformat 256 Seiten

Tokyopop, erschienen November 2006

ISBN 3-86580-901-4

Übersetzung aus dem Japanischen von Jens Ossa

Titelbild und Innenillustrationen von Kouhaku Kuroboshi

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 14.11.2006, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59