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König der Marionetten von Joanne Owen

Rezension von Cronn

 

Rezension:

Sie gilt als eine der bedeutendsten und schönsten Städte Europas! Die Rede ist von Prag. Keine andere Hauptstadt Europas ruft beim Betrachter eine derart intensive Fülle an Assoziationen hervor, die sie. Berühmte Menschen haben hier gelebt, gearbeitet und sind hier gestorben. Die Reihe beginnt mit dem Mittelalter, wo auf der Prager Burg berühmte Astronomen und Alchemisten für den böhmischen König versucht haben sollen Gold herzustellen, bis in die Zeit, als Franz Kafka im jüdischen Viertel umherstreifte und Gustav Meyrink, von Drogen berauscht, seine unheimlichen Geschichten schrieb.

Noch heute ist Prag eine Reise wert und wer dies tut, kann nur bestätigen, dass die Stadt voller Erinnerungen an vergangene Zeiten ist.

Sicher kann auch die Autorin Joanne Owen dies bestätigen. Sie hat ein Werk verfasst, das ohne die Kulisse des historischen Prag nicht denkbar wäre. Es trägt den Titel „König der Marionetten“ und ist im renommierten Loewe-Verlag erschienen.

 

Inhalt:

Einst die Tochter des angesehensten Marionettenspielers von Prag, wächst Milena nach dem Tod ihres Vaters in ärmlichen Verhältnissen bei ihrer Großmutter auf. Ihre Mutter ist seit drei Jahren spurlos verschwunden und niemand außer Milena hofft noch darauf, dass sie jemals zurückkehrt. Doch Milena kann nicht vergessen, nicht die Stimme und den Duft und das Lachen ihrer Mutter und auch nicht die Puppen und fantastischen Geschichten ihres Vaters. So wird sie unwiderstehlich vom Theater eines fahrenden Marionettenspielers angezogen, einem charismatischen, aber undurchschaubaren Mann, der sich „Meister der Marionetten“ nennt. Sie ahnt nicht, dass er sie längst dazu auserkoren hat, eine wichtige Rolle in seinem teuflischen Plan zu spielen – einem Plan, der ihn zum König von Böhmen machen wird.

 

Kritik:

„König der Marionetten“ ist ein Werk, das schon fasziniert, wenn man es in die Hand nimmt. Das Buch ist schwerer, als man es für ein Buch dieser Größe annehmen sollte. Das liegt zum einen daran, dass es als Hardcover realisiert wurde. Zum anderen liegt es daran, dass die Einzelseiten auf schwerem Papier gedruckt wurden. Das alles macht das Buch insgesamt zu einem Schwergewicht, was man bei den knapp 210 Seiten nicht vermuten würde.

Inhaltlich macht „König der Marionetten“ auch einen guten Eindruck. Auf nahezu jeder Seite finden sich Illustrationen oder es wurden die Seiten in Form von Briefen und dergleichen in Sonderdruck-Formaten gestaltet, etc. pp. Das kann durchaus sehr gefallen.

Die erzählte Geschichte allerdings ist etwas seicht und kommt nur selten über ein mittleres Sprachniveau hinaus. Auch fehlen immer wieder Handlungsschritte in der Erzählung, so dass man oft das Gefühl hat, etwas überlesen zu haben. Hier sollte die Autorin sich mehr Zeit für eine genauere Beschreibung der Umstände lassen.

 

Fazit:

„König der Marionetten“ ist ein Buch, das durch seine sorgfältige Ausarbeitung überzeugen kann. Die verwendeten Illustrationen und Sonderdruck-Formate lassen die Sorgfalt des Verlages erkennen, ein bibliophil gestaltetes Buch auf den Markt zu bringen.

Darüber ließt man beim Lektorat manch' andere Nachlässigkeit durchgehen. Nicht anders ist es zu erklären, dass die Handlungsschritte derart holprig aufeinander aufbauen, wie hier geschehen. Schade, die Story um die Tochter eines Marionettenspielers hätte wesentlich mehr hergegeben. So werden die angedeuteten Bilder nicht plastisch im Kopf des Lesers.

 

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Roman:

König der Marionetten

Autor: Joanne Owen

Gebundene Ausgabe: 210 Seiten

Verlag: Loewe Verlag (September 2009)

ISBN-13: 978-3785568255

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.01.2010, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53